einnehmen
GrammatikVerb · nimmt ein, nahm ein, hat eingenommen
Aussprache
Worttrennungein-neh-men
Wortzerlegungein-nehmen
Wortbildung mit ›einnehmen‹ als Erstglied: ↗Einnehmer · ↗einnehmbar
 ·  Ableitung von ›einnehmen‹: ↗Einnahme  ·  mit ›einnehmen‹ als Grundform: ↗eingenommen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Geld einnehmenGeld in Empfang nehmen, kassieren
Beispiele:
er nimmt täglich große Summen ein
wie viel hast du heute eingenommen?
er hatte mehr Geld ausgegeben, als er eingenommen hatte
die Steuern einnehmen
die Schulhefte einnehmen (= einsammeln) umgangssprachlich
2.
etw. zu sich nehmen
Beispiele:
eine Medizin, Tabletten einnehmen
seine Mahlzeit, eine Erfrischung einnehmen gehoben
er nahm den Tee stets um fünf Uhr ein gehoben
nach eingenommener Mahlzeit gehoben
3.
etw. laden
Beispiele:
das Schiff nahm Kohlen, die Fracht, seine Ladung ein
sie nahmen Steine als Ballast ein
4.
etw. erobern
Beispiele:
eine Stadt, die Festung einnehmen
das eingenommene Dorf brannte
5.
etw., jmd. nimmt (jmdn. für sich) einetw., jmd. macht (auf jmdn.) einen günstigen Eindruck, gewinnt (jmdn.)
Beispiele:
sein Wesen nimmt (mich für ihn) ein
ihre bescheidene Art nahm alle (für sie) ein
durch diese Antwort nahm er die Zuhörer (für sich) ein
sie hat ein einnehmendes Äußeres, Lächeln
sie hat etwas sehr Einnehmendes
alle waren sofort für sie, von ihr eingenommen (= sie gefiel allen)
er nahm den Vater für seine Pläne ein (= gewann ihn)
sie lacht, um die anderen mit ihrem Lachen einzunehmen [Bachm.Dreißigstes Jahr219]
in dem Stück, das mich besonders einnahm [Th. MannFaustus6,219]
etw., jmd. nimmt jmdn. gegen sich einetw., jmd. macht (auf jmdn.) einen ungünstigen Eindruck, missfällt (jmdm.)
Beispiele:
durch diese Antwort nahm sie die Zuhörer gegen sich ein
Überbeins Mangel an kollegialem Empfinden mußte gegen ihn einnehmen [Th. MannKönigl. Hoheit7,115]
jmd. nimmt jmdn. gegen jmdn., etw. einjmd. flößt jmdm. ein Vorurteil gegen jmdn., etw. ein
Beispiele:
du nimmst ihn gegen seinen Freund ein
er hat ihn gegen die Schwägerin, gegen den Plan eingenommen
er ist von vornherein gegen mich, dagegen eingenommen
6.
etw. besetzen
a)
seinen, einen Platz einnehmen
α)
Platz nehmen, sich setzen
Beispiele:
bitte nehmen Sie Ihre Plätze (wieder) ein!
die Gäste nahmen an der Tafel, im Saal ihre, die Plätze (rechtzeitig) ein
er nahm seinen gewohnten Platz ein
β)
Beispiel:
die Sportler nahmen ihre Plätze ein (= stellten sich auf)
b)
viel, wenig Platz einnehmenviel, wenig Platz benötigen, ausfüllen
Beispiele:
das Kind nimmt nur wenig Platz ein
der Schrank nahm zu viel Raum ein in dem Zimmer
der Aufsatz wird einen breiten Raum, zehn Seiten einnehmen
ihr Foto nahm die halbe Titelseite ein
ein Vorhang nimmt den Hintergrund der Bühne ein
die Mitte des Zimmers nahm ein Eichentisch ein
die Menschenmenge, der Demonstrationszug nahm die ganze Straßenbreite ein
c)
etw. innehaben
Beispiele:
einen Rang, die Stellung eines Leiters einnehmen
einen festen Standpunkt einnehmen
die erste Stelle einnehmen
eine abwartende, zögernde Haltung einnehmen (= sich abwartend, zögernd verhalten)
d)
Haltung einnehmen Militär strammstehen
Beispiel:
die Mannschaft nimmt Haltung ein

Thesaurus

Synonymgruppe
(Gewinn) einstecken · ↗einheimsen · ↗einkassieren · ↗einstreichen · ↗kassieren  ●  ↗(Geld) scheffeln  ugs. · Kasse machen  ugs. · ↗abräumen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
besetzen · ↗erobern · ↗erstürmen · landnehmen · ↗okkupieren
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) zu sich nehmen · ↗aufnehmen · ↗konsumieren · ↗schlucken  ●  ↗(sich etwas) einwerfen  ugs. · (sich etwas) reinpfeifen  ugs. · ↗(sich etwas) reinziehen  ugs. · (sich etwas) reinzischen  ugs. · ingestieren  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) zu überzeugen versuchen · ↗beeinflussen · ↗bewegen · ↗indoktrinieren · ↗persuadieren · ↗überzeugen  ●  ↗erwärmen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) einverleiben · (sich) gütlich tun (an) · (sich) zu Gemüte führen · Nahrung aufnehmen · ↗essen · ↗speisen · ↗verkosten · ↗verschmausen · ↗verspeisen  ●  Essen fassen  ugs. · ↗einnehmen (Mahlzeit)  geh. · ↗fressen  derb · ↗futtern  ugs. · in sich hineinschaufeln  ugs. · ↗mampfen  ugs. · ↗spachteln  ugs. · ↗verdrücken  ugs. · ↗vernaschen  ugs. · ↗verputzen  ugs. · ↗verspachteln  ugs. · ↗weghauen  ugs. · ↗wegputzen  ugs. · wegspachteln  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Breiten Frühstück Haltung Mahlzeiten Medikamente Mittagessen Perspektive Platz Position Rang Raum Rolle Schlüsselposition Schlüsselrolle Schlüsselstellung Sitz Sonderstellung Spitzenplatz Spitzenposition Spitzenstellung Standpunkt Stelle Stellenwert Stellung Steuern Tabletten Verkauf Vorreiterrolle nimmt weniger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einnehmen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst im kommenden Jahr werden wir wieder so viele Steuern einnehmen wie 2008.
Die Zeit, 28.02.2011, Nr. 09
Er nimmt durch ausgesprochen gute Manieren für sich ein, wie wir auf langen Überlandfahrten feststellen durften.
Süddeutsche Zeitung, 24.12.2004
Einen großen Raum im Schaffen von P. nimmt die baugebundene Plastik ein.
o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 10930
Trotz allem nahm er eine sehr nüchterne Stellung gegenüber seinen Werken ein.
Slonimsky, Nicolas: Ives. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 33841
Er merkte es nicht, dazu war er viel zu sehr von sich eingenommen.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 220
Zitationshilfe
„einnehmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einnehmen>, abgerufen am 21.09.2017.

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