einnicken

Grammatik Verb · nickt ein, nickte ein, ist eingenickt
Aussprache  [ˈaɪ̯nnɪkn̩]
Worttrennung ein-ni-cken
Wortzerlegung  ein- nicken2
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, scherzhaft (sitzend) in leichten Schlaf sinken
Beispiele:
er war ein bisschen, für ein paar Minuten, einen Augenblick eingenickt
sie war über dem Buch eingenickt
ich wäre beinahe eingenickt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nicken1 · nicken2 · einnicken
nicken1 Vb. ‘(den Kopf) auf und ab bewegen, niederbeugen’ (zum Zeichen des Grußes oder der Bestätigung), ahd. (h)nicken (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. nicken, nl. nikken. Das nur im Kontinentalwestgerm. bezeugte schwache Verb (dän. nikke, schwed. nicka sind aus dem Mnd. entlehnt) ist ein Kausativum mit Intensivgemination zu dem unter neigen (s. d.) dargestellten Verb, also eigentlich ‘niedersinken machen, zur Verneigung bringen’ (zum Zeichen der Unterwerfung). In früher Zeit in breiter (vielfach übertragener) Verwendung, ausgehend von (transitiv) ‘jmdn. niederbeugen, -drücken’, (intransitiv) ‘sich niederbeugen, niedersinken’, z. B. ahd. mhd. ‘(nieder)beugen, niederdrücken, abweichen’ sowie ‘(durch Körper- bzw. Kopfbewegung) sich (hin)neigen, zustimmen, zuerkennen’; vgl. auch ahd. bi(h)nicken ‘erdrücken, übertölpeln, überwältigen, verbergen’, mhd. benicken ‘(sich) beugen, niederdrücken’, ahd. gi(h)nicken ‘jmdn. etw. antun, hart bedrücken, überwältigen’, mhd. genicken ‘(sich) neigen, sinken, demütigen’, ahd. fir(h)nicken ‘vernichten, zerstören, vereiteln’, mhd. vernicken ‘herabbeugen, unterdrücken, demütigen’, ahd. int(h)nicken ‘sich niederlassen, niederkauern, senken’, ahd. nidar(h)nicken ‘zusammenziehen, niederdrücken, übertölpen’. Im Frühnhd. schwächt sich diese Bedeutungsvielfalt ab, im Nhd. nur noch meist intransitiv (mit dem Kopf, mit den Augen) nicken, seltener transitiv (den Kopf, Dank, Zustimmung) nicken. Vom heutigen Standpunkt aus ist hierherzustellen seit dem Ahd. bezeugtes nicken2 Vb. ‘leicht und kurz schlafen’, das, obwohl auf anderer Grundlage beruhend, im Nhd. mit nicken1 (s. d.) lautlich und, im Sinne von ‘im Sitzen (ein)schlafen, wobei der Kopf nach vorn sinkt’, auch semantisch zusammengefallen ist. Vgl. ahd. intnucken (10./11. Jh.), mhd. entnucken, entnücken, entnicken ‘einschlafen, entschlummern’, auch nhd. (obd.) entnucken ‘(sitzend) einschlafen’; hierzu auch schweiz. Nuck ‘Schläfchen, kurzer Schlummer’, dafür hd. Nickerchen, ein Nickerchen machen. Auszugehen ist von mhd. nücken bzw. (md.) nucken ‘den Kopf bewegen, (vom Pferd) stutzen, mit sinkendem Kopf einschlafen’, mnd. nucken ‘drohend oder trotzig den Kopf bewegen’. Umlauthemmendes -kk- ist noch wirksam in den Mundarten (bair. schweiz. nucken), sonst nücken, das sich entrundet leicht an nicken1 anschließt. Heute vornehmlich einnicken Vb. ‘in einen leichten Schlaf, Schlummer fallen, im Sitzen einschlafen’ (18. Jh.); bildlich ‘friedlich und sanft sterben’ (20. Jh.). Die Herkunft dieses Verbs ist im Hinblick auf den zugrundeliegenden abweichenden Stammvokal -u- unklar. Zu ie. *neug-, einer Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *neu- ‘einen Ruck machen, nicken, winken’, wozu lat. nuere ‘nicken, sich neigen’? Oder mit Nacken, Nocken (s. d.) zu ie. *kneg-, *kneug-, einer Bildung zu der nur erweitert darstellbaren Wurzel ie. *ken- ‘zusammendrücken, knicken’? Oder lediglich eine intensivierende Lautvariante zu nicken1 (s. oben)?

Typische Verbindungen zu ›einnicken‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einnicken‹.

Verwendungsbeispiele für ›einnicken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als die Bewohner des Hauses spätabends nach Hause kamen, war er eingenickt.
Bild, 15.09.1998
Jetzt ist er müde und neigt dazu, bei Interviews einzunicken.
Die Zeit, 12.05.1989, Nr. 20
Zwischendurch nickte ich immer wieder ein, fiel mein Kopf auf den Tresen.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 263
Im Wagen nicken die meisten bereits erschöpft ein, in unbequemen Haltungen auf den Werkzeugen sitzend.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 152
Katharina nickt ein und wacht wieder auf und denkt an Armand.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 234
Zitationshilfe
„einnicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einnicken#1>, abgerufen am 26.11.2021.

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einnicken

Grammatik Verb · nickt ein, nickte ein, hat eingenickt
Aussprache  [ˈaɪ̯nnɪkn̩]
Worttrennung ein-ni-cken
Wortzerlegung  ein- nicken1
Wahrig und ZDL

Bedeutung

Fußball jmd. nickt (etw.) einden Ball durch einen Stoß mit dem Kopf ins Tor befördern
siehe auch köpfen (2)
Kollokationen:
mit Akkusativobjekt: den Ball einnicken
hat Präpositionalgruppe/-objekt: mit dem Kopf, per Kopf einnicken
Beispiele:
Nach einer Flanke von Lars Bender über den verletzten Marica hinweg war Kapitän Rolfes mit dem Kopf zur Stelle und nickte den Ball zum 1:0 ein. [Raffael rettet Schalke – Die Zeit, 13.04.2013, aufgerufen am 22.04.2021]
Dzekos Kopfball am 5‑Meter‑Raum landet bei Wijnaldum, der ohne Mühe einnickt. [Bild, 03.05.2018]
Nach 27 Minuten hatte Niklas Stark eine Ecke [einen Eckball] eingenickt, die Per Skjelbred verlängert hatte. [Welt am Sonntag, 17.04.2016]
Sein Treffer gegen München war der elfte, den er per Kopf einnickte. [Bild, 21.05.2001]

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„einnicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einnicken#2>, abgerufen am 26.11.2021.

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