Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

einpökeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ein-pö-keln
Wortzerlegung ein- pökeln

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw. in Pökel legen
  2. 2. [salopp, abwertend] ⟨jmd. soll, kann sich einpökeln lassen⟩ drückt Geringschätzung aus; mit jmdm. ist nichts los
    1. ⟨jmd. soll, kann sich mit etw. einpökeln lassen⟩ jmd. schneidet mit etw. schlecht ab, etw. taugt nichts
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. in Pökel legen
Beispiele:
eine Rindszunge einpökeln
ein eingepökelter Schinken
2.
salopp, abwertend jmd. soll, kann sich einpökeln lassendrückt Geringschätzung aus   mit jmdm. ist nichts los
Beispiele:
er soll sich einpökeln lassen, wenn er das nicht weiß
lass dich einpökeln!
jmd. soll, kann sich mit etw. einpökeln lassenjmd. schneidet mit etw. schlecht ab, etw. taugt nichts
Beispiel:
mit deinem alten Wagen kannst du dich einpökeln lassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pökel · pökeln · einpökeln
Pökel m. ‘Salzbrühe zum Haltbarmachen von Fleisch und Fisch’, im 17. Jh. aus dem Nd. übernommen, vgl. mnd. pēkel, mnl. pēkel, nl. pekel, fries. pikel, woraus auch mengl. pekille, pykyl, engl. pickle. Herkunft ungewiß. de Vries Nl. 513 sucht über eine Ausgangsbedeutung ‘scharf, bitter’ eine Verbindung zu griech. pikrós (πικρός) ‘scharf, spitz, bitter, stechend’ und Anschluß an die (unter Feh, s. d., angeführten) Wurzelformen ie. *peig-, *peik̑- ‘buntfarbig’ (hier ‘stechend’) herzustellen. Foerste in: Nd. Wort 1 (1960) 11 ff. schließt dagegen die genannten Formen an vlat. *pīccāre ‘stechen’, auch ‘sauer schmecken’, an (s. pikiert, pikant). Heute vorwiegend Bestimmungswort in Zusammensetzungen wie Pökelfleisch, nd. Pekelfleesch, Pökelhering, Pickelhering, mnd. pēkelhērinc, pickelhērinc, Pökelzunge, nd. Pekeltung. pökeln Vb. öfter einpökeln Vb. ‘in Salzbrühe einlegen’ (18. Jh.), mnd. pēkelen.

Verwendungsbeispiele für ›einpökeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Krähen wurden von Frauen und Kindern gerupft, ausgenommen und in Fässer eingepökelt. [Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 317]
Wir kehrten nach der Stadt zurück und fuhren nachmittags um vier Uhr in einem Omnibus, eingepökelt wie die Heringe, für vier Groschen nach Stommel. [Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 30368]
Daheim, auf dem Küchentisch, hatten der Diplomingenieur und die promovierte Historikerin das Tier dann zerteilt und portionsweise eingefroren oder eingepökelt. [Süddeutsche Zeitung, 17.01.1997]
Zitationshilfe
„einpökeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einp%C3%B6keln>.

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