Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

einrenken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ein-ren-ken
Wortzerlegung ein- renken
Wortbildung  mit ›einrenken‹ als Erstglied: Einrenkung
eWDG

Bedeutungen

1.
ein verrenktes Glied wieder in seine reguläre Lage bringen
in gegensätzlicher Bedeutung zu ausrenken
Beispiele:
den ausgekugelten Arm wieder einrenken
jmdm. die Schulter einrenken
2.
umgangssprachlich, übertragen etw. in Ordnung bringen, bereinigen
Beispiele:
er konnte die peinliche Angelegenheit wieder einrenken
das gespannte Verhältnis ist endlich eingerenkt
diese dumme Sache, Geschichte wird sich schon wieder (mit der Zeit) einrenken, ließ sich nicht mehr einrenken
das wird sich schon von selbst wieder einrenken
etw. rasch, schnell, nur mit Mühe einrenken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

renken · ausrenken · einrenken · verrenken
renken Vb. ‘drehend hin- und herbewegen’, ahd. birenken ‘verrenken’ (10. Jh.), mhd. renken ‘drehend ziehen, hin- und herbewegen’ (mit geschwundenem w-Anlaut), aengl. wrencan ‘drehen, Ränke schmieden’, engl. to wrench ‘einen Ruck geben, reißen, entwinden, drehen, verrenken, verstauchen’ läßt sich mit dem unter Ränke (s. d.) behandelten Substantiv und außergerm. mit aind. abhivlaṅgáḥ ‘Schlinge’, lat. ringī ‘den Mund aufsperren, die Zähne fletschen (mit unwilligem Kräuseln der Nase)’, lit. reñgtis ‘sich schwerfällig bücken, sich krümmen’, dann ‘sich rüsten, sich vorbereiten’ auf ie. *u̯reng- zurückführen. Nicht nasaliert vergleichen sich aind. vṛṇákti ‘wendet, dreht, dreht ab, rauft aus’, lat. vergere ‘sich neigen, sich erstrecken’, aslaw. vrěšti, aruss. vьrgnuti ‘werfen’, russ. otvérgnut’ (отвергнуть) ‘ablehnen’ mit ie. *u̯erg- ‘drehen’, Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ (s. wringen, Wurm). ausrenken Vb. ‘drehend auskugeln’ (Anfang 16. Jh.). einrenken Vb. ‘(ein Gelenk) drehend in die richtige Lage zurückführen’, übertragen ‘wieder in Ordnung bringen’ (19. Jh.). verrenken Vb. ‘auskugeln, verdrehen, verstauchen’, mhd. verrenken ‘verbiegen, umbiegen, herumdrehen’.

Typische Verbindungen zu ›einrenken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einrenken‹.

Verwendungsbeispiele für ›einrenken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das läßt sich wieder einrenken, wenn sich auch die anderen darum bemühen werden. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1960]]
In rund zwanzig Jahren renkt sich manches ein und schleift sich vieles ab. [Die Zeit, 09.12.1994, Nr. 50]
Die aus den Fugen geratene Welt jedoch renkt es nicht wieder ein. [Die Zeit, 17.10.1980, Nr. 43]
Wenn man erst wieder mit den Augen der Kinder zu sehen lerne, dann renke sich alles wieder ein. [Süddeutsche Zeitung, 12.01.2001]
Nein, viele dachten, wenn es der Wirtschaft schlechter geht, renkt sich das wieder ein, aber das stimmte nicht. [Die Welt, 25.08.2000]
Zitationshilfe
„einrenken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einrenken>.

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