einrenken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungein-ren-ken
Wortzerlegungein-renken
Wortbildung mit ›einrenken‹ als Erstglied: ↗Einrenkung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
ein verrenktes Glied wieder in seine reguläre Lage bringen
Gegenwort zu ausrenken
Beispiele:
den ausgekugelten Arm wieder einrenken
jmdm. die Schulter einrenken
2.
umgangssprachlich, übertragen etw. in Ordnung bringen, bereinigen
Beispiele:
er konnte die peinliche Angelegenheit wieder einrenken
das gespannte Verhältnis ist endlich eingerenkt
diese dumme Sache, Geschichte wird sich schon wieder (mit der Zeit) einrenken, ließ sich nicht mehr einrenken
das wird sich schon von selbst wieder einrenken
etw. rasch, schnell, nur mit Mühe einrenken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

renken · ausrenken · einrenken · verrenken
renken Vb. ‘drehend hin- und herbewegen’, ahd. birenken ‘verrenken’ (10. Jh.), mhd. renken ‘drehend ziehen, hin- und herbewegen’ (mit geschwundenem w-Anlaut), aengl. wrencan ‘drehen, Ränke schmieden’, engl. to wrench ‘einen Ruck geben, reißen, entwinden, drehen, verrenken, verstauchen’ läßt sich mit dem unter ↗Ränke (s. d.) behandelten Substantiv und außergerm. mit aind. abhivlaṅgáḥ ‘Schlinge’, lat. ringī ‘den Mund aufsperren, die Zähne fletschen (mit unwilligem Kräuseln der Nase)’, lit. reñgtis ‘sich schwerfällig bücken, sich krümmen’, dann ‘sich rüsten, sich vorbereiten’ auf ie. *u̯reng- zurückführen. Nicht nasaliert vergleichen sich aind. vṛṇákti ‘wendet, dreht, dreht ab, rauft aus’, lat. vergere ‘sich neigen, sich erstrecken’, aslaw. vrěšti, aruss. vьrgnuti ‘werfen’, russ. otvérgnut’ (отвергнуть) ‘ablehnen’ mit ie. *u̯erg- ‘drehen’, Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ (s. ↗wringen, ↗Wurm). ausrenken Vb. ‘drehend auskugeln’ (Anfang 16. Jh.). einrenken Vb. ‘(ein Gelenk) drehend in die richtige Lage zurückführen’, übertragen ‘wieder in Ordnung bringen’ (19. Jh.). verrenken Vb. ‘auskugeln, verdrehen, verstauchen’, mhd. verrenken ‘verbiegen, umbiegen, herumdrehen’.

Typische Verbindungen zu ›einrenken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einrenken‹.

Verwendungsbeispiele für ›einrenken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In rund zwanzig Jahren renkt sich manches ein und schleift sich vieles ab.
Die Zeit, 09.12.1994, Nr. 50
Das läßt sich wieder einrenken, wenn sich auch die anderen darum bemühen werden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1960]
Das half aber nur insofern, als oben bald alles wieder eingerenkt war.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 28
Aber es hat sich alles wieder eingerenkt ", sagte Martha Karge.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 253
Sie hatte sich auf den Abend gefreut, war sicher, bei dieser Gelegenheit die dumme Geschichte mit Tüverlin wieder einzurenken.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 269
Zitationshilfe
„einrenken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einrenken>, abgerufen am 06.04.2020.

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