einrichten

GrammatikVerb · richtete ein, hat eingerichtet
Aussprache
Worttrennungein-rich-ten (computergeneriert)
Wortzerlegungein-richten1
Wortbildung mit ›einrichten‹ als Erstglied: ↗Einrichter · ↗Einrichtung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
ein verrenktes, gebrochenes Glied wieder in seine reguläre Lage bringen
Beispiele:
den gebrochenen Oberarm einrichten
der Bruch des Oberarmes musste eingerichtet werden
2.
Möbel in einen leeren Raum stellen, um ihn wohnlich zu gestalten, einen leeren Raum ausstatten
Beispiele:
ein Zimmer mit modernen Möbeln einrichten
das Zimmer ist geschmackvoll, elegant, behaglich, gemütlich, dürftig, bescheiden, zeitgemäß eingerichtet
ein vorbildlich eingerichtetes Klubhaus
dieser Raum ist als Kleiderablage eingerichtet
sie hat sich [Dativ] ihre Wohnung, sie hat sich sehr hübsch eingerichtet
sie ist sehr hübsch eingerichtet
er hatte sich bald, war bald (wohnlich) eingerichtet
wir haben uns vollkommen neu eingerichtet, sind neu eingerichtet
jmd. richtet sich [Dativ] ein Geschäft, eine Werkstatt ein
scherzhaft, bildlich
Beispiel:
sich bei jmdm. häuslich einrichten (= es sich bei jmdm. bequem machen) (= bei jmdm. längere Zeit bleiben)
3.
sich einrichtensich nach seinen beschränkten Mitteln richten, sich einschränken
Beispiele:
wir müssen uns sehr einrichten
sie kann sich eben nicht einrichten
Arme Leute aber müssen sich einrichten [WerfelBernadette381]
4.
etw. umformen
a)
Mathematik
Beispiel:
eine gemischte Zahl einrichten (= in einen unechten Bruch verwandeln)
b)
Musik etw. für etw. einrichtenetw. umschreiben, bearbeiten, arrangieren
Beispiel:
ein Orchesterwerk für Klavier, ein Lied für Orchester einrichten
5.
etw. nach einem bestimmten Plan gestalten
Beispiele:
jeder muss sein Verhalten im Straßenverkehr so einrichten, dass ...
Denn im Verkehr mit unseren Mitmenschen richten wir unsere Handlungen immer danach ein, daß eine bestimmte Äußerung unsererseits eine bestimmte Wirkung auf ihre Willensrichtung ausüben soll [PlanckWillensfreiheit8]
Wie weise ist es eingerichtet, daß Sie niemals die Möglichkeit haben werden, mit Klamm zu reden [KafkaSchloß435]
6.
etw. schaffen, eröffnen
Beispiele:
in dem Vorort richtete man eine moderne Poliklinik ein
an dieser Universität wurde ein neuer Lehrstuhl für Phonetik eingerichtet
der Betrieb hat jetzt einen Kindergarten, eine Sanitätsstelle, einen Mittagstisch, einen neuen Meldedienst eingerichtet
die Zeitschrift hat eine Spalte für Neuerscheinungen eingerichtet
7.
umgangssprachlich jmd. richtet etw. einjmd. macht etw. möglich
Beispiele:
ich werde es einrichten, dass ich nach der Arbeit zu dir kommen kann
er wird seine Teilnahme gewiss, hoffentlich noch einrichten
komme, wenn du es einrichten kannst
wenn er es einrichten könnte, wäre es mir sehr lieb
ich will versuchen, es einzurichten
8.
umgangssprachlich sich auf etw., jmdn. einrichtensich auf etw., jmdn. vorbereiten
Beispiele:
ich hatte mich nicht auf einen längeren Besuch bei dir eingerichtet
sie war nicht auf einen Mittagsgast eingerichtet
kannst du dich auf einen Theaterbesuch einrichten?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

richten · Richtung · Richter · richterlich · Richtstätte · Richtbeil · Richtscheit · Richtschnur · Richtfest · anrichten · Anrichte · aufrichten · einrichten · errichten · verrichten · vorrichten · zurichten
richten Vb. ‘etw. Krummes gerademachen, in eine gerade Lage, Stellung, Richtung bringen, auf ein Ziel hinlenken, in Ordnung bringen, Recht sprechen’, ahd. (8. Jh.), mhd. rihten ‘recht, gerademachen, in eine Richtung bringen, aufrichten, aufstellen, in Ordnung bringen, fertigmachen, er-, einrichten, gestalten, herrschen, regieren, Recht sprechen’, asächs. rihtian, mnd. richten, mnl. rechten, richten, nl. rechten, aengl. rihtan, engl. to right, anord. rētta, schwed. räta, got. garaíhtjan (germ. *rehtjan) sind Faktitiva im Sinne von ‘gerademachen’ zu dem unter ↗recht (s. d.) behandelten Adjektiv. Richtung f. ‘das Gerademachen, gerade, aufrechte Haltung’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘Gerichtetsein, Verlauf, Wendung auf ein Ziel zu’ (Ende 18. Jh.), ‘Strömung, Bewegung’ in Kultur, Politik (Anfang 19. Jh.), abgeleitet vom oben genannten Verb in seinen verschiedenen Bedeutungen, in älterer Sprache vornehmlich an ‘herrschen, regieren, Recht sprechen’ anknüpfend, vgl. ahd. rihtunga ‘Gericht, (Ordens)regel, Leitung, Verwaltung’ (8. Jh.), mhd. rihtunge ‘Gericht, gerichtliche Entscheidung, Urteil’, asächs. richtunga, mnd. richtunge. Richter m. ‘wer über etw., jmdn. richtet, mit der Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten Beauftragter’, ahd. rihtāri ‘Leiter, Richter’ (8. Jh.), mhd. rihtære, rihter ‘Lenker, Ordner, Oberherr, Regent, Richter’; richterlich Adj. ‘den Richter und sein Amt betreffend, auf ihm beruhend, zu ihm gehörend’ (16. Jh.). Richtstätte f. ‘Platz für Hinrichtungen’ (19. Jh.), zuvor Richtstatt (16. Jh., älter ‘Gerichtsstätte’, 15. Jh.). Richtbeil n. ‘Beil, mit dem ein zum Tode Verurteilter enthauptet wird’ (17. Jh.). Richtscheit n. Richtlatte der Bauhandwerker, mhd. riht(e)schīt. Richtschnur f. ‘gespannte Schnur zum Bezeichnen gerader Linien’ (15. Jh.), übertragen ‘Grundsatz, Leitlinie, Norm’ (1. Hälfte 16. Jh.). Richtfest n. ‘Fest nach Aufrichtung des Dachstuhls’ (19. Jh.), auch Richtessen, Richtschmaus. anrichten Vb. ‘zum Essen fertigmachen, auftragen, bereitstellen, Schaden verursachen, zustande bringen’ (14. Jh.); Anrichte f. ‘Raum, Tisch zum Zubereiten, Bereitstellen von Speisen, niedriger Schrank für Geschirr’, mhd. anrihte. aufrichten Vb. ‘geraderichten, senkrecht stellen, errichten, trösten, Mut zusprechen’, ahd. ūfrihten ‘emporstrecken’ (9. Jh.), mhd. ūfrihten ‘aufstellen, ins Werk setzen, trösten’. einrichten Vb. ‘ausstatten’ (mit Möbeln, Geräten), ‘zur öffentlichen Nutzung gründen, nach bestimmten Gesichtspunkten gestalten, passend machen’, reflexiv ‘sich den Gegebenheiten, der Lage anpassen’ (15. Jh.). errichten Vb. ‘aufstellen, bilden’ (17. Jh.); vgl. ahd. irrihten ‘auf-, einrichten’ (um 800). verrichten Vb. ‘(ordnungsgemäß) ausführen, erledigen’, mhd. verrihten ‘in Ordnung bringen, einrichten’. vorrichten Vb. ‘zurechtmachen, vorbereiten, erneuern’ (16. Jh.), mhd. vürrihten ‘hervorstrecken’. zurichten Vb. ‘herrichten, vorbereiten’, mhd. zuorihten. Aus übel zurichten (16. Jh.) entwickelt zurichten den Sinn von ‘beschädigen, mißhandeln’.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbauen · ↗durchsetzen · einrichten · ↗etablieren · ↗greifen (lassen) · ↗gründen · ins Leben rufen · ↗konstituieren
Assoziationen
Synonymgruppe
anlegen · ↗anordnen · ↗arrangieren · ↗aufbauen · ↗aufreihen · ↗aufstellen · einrichten · ↗gestalten · ↗gliedern · ↗ordnen · ↗rangieren · ↗realisieren · serialisieren · ↗strukturieren · ↗systematisieren · ↗zusammenstellen
Synonymgruppe
ausrichten · ↗eichen · einrichten · ↗einstellen · ↗fluchten · ↗justieren · ↗kalibrieren · ↗konfigurieren
Assoziationen
Synonymgruppe
einrichten · ↗gestalten
Synonymgruppe
einrichten · ↗hinstellen · ↗ordnen
Synonymgruppe
(sich) akkommodieren · (sich) einrichten (auf) · (sich) einstellen (auf) · ↗anpassen
Synonymgruppe
einarbeiten · ↗einbauen · ↗einpassen · einrichten · ↗einsetzen · ↗installieren · ↗montieren · ↗zusammenfügen
Synonymgruppe
einrichten · mit Möbeln ausstatten · ↗möblieren
Assoziationen
Synonymgruppe
(Betriebssystem) neu installieren · (neu) einrichten  ●  neu aufsetzen (Rechner)  ugs., Hauptform
Synonymgruppe
(sich) bereit machen · (sich) einrichten (auf) · ↗(sich) fertig machen · ↗(sich) rüsten · ↗(sich) vorbereiten · ↗(sich) wappnen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abteilung Arbeitsgruppe Atelier Beratungsstelle Büro Café Fond Fonds Homepage Hotline Klasse Kommission Konto Krisenstab Lehrstuhl Museum Raum Schule Spendenkonto Stiftung Studiengang Universität Werkstatt Wohnung Zentrum Zimmer darauf dort häuslich richten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einrichten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist ein Nachmittag im Juni dieses Jahres, Mo hat inzwischen seine beiden Zimmer eingerichtet.
Die Zeit, 29.09.2004, Nr. 40
Hier hat sie sich eingerichtet, hier fühlt sie sich zu Hause.
Der Tagesspiegel, 08.12.2003
Bis 1940 waren 30 solche Häuser in verschiedenen Städten eingerichtet.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 10138
Auch kleine Zimmer lassen sich für Kinder sehr gemütlich einrichten.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 283
Alles war genau so eingerichtet, wie es aus der Ferne geplant gewesen war.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 218
Zitationshilfe
„einrichten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einrichten>, abgerufen am 22.04.2019.

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