einschüchtern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungein-schüch-tern
Wortbildung mit ›einschüchtern‹ als Erstglied: ↗Einschüchterung
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn. in Angst versetzen, jmdm. den Mut nehmen
Beispiele:
jmdn. durch Drohungen, Blicke einschüchtern
dieses Wort, dieser Blick schüchtert dich bestimmt nicht ein
durch den rauen Ton war das Kind völlig eingeschüchtert
lasst euch nicht einschüchtern!
er verstand es, sie schon zu Beginn einzuschüchtern
er war leicht einzuschüchtern
sie sprach tapfer weiter, ohne sich einschüchtern zu lassen
sie fühlte sich eingeschüchtert, verstummte eingeschüchtert
er rühmte sich auch noch, den Gegner wiederholt eingeschüchtert zu haben
ein eingeschüchterter Blick
das eingeschüchterte Tier verkroch sich
eine einschüchternde Gebärde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schüchtern · einschüchtern · verschüchtert · Schüchternheit
schüchtern Adj. ‘ängstlich, zurückhaltend’ (16. Jh., zuerst von Tieren) geht zurück auf mnd. md. schüchter. Dies ist eine Ableitung von mnd. schüchter(e)n ‘sich (aus Furcht) zerstreuen, durch Scheuchlaute verjagen’, md. schüchtern, schuchtern ‘scheu, zaghaft, furchtsam werden oder machen, (ver)jagen’, die ihrerseits (wie ↗scheuchen, s. d.) zu den unter ↗scheu bzw. ↗scheuen (s. d.) genannten Formen gebildet sind. Das auslautende -n übernimmt das Adjektiv (endgültig im 18. Jh.) aus den flektierten Kasus (ähnlich wie ↗albern, s. d.). Das oben genannte Verb schüchtern bewahren die Präfixbildungen einschüchtern Vb. ‘schüchtern machen’ (19. Jh.) und verschüchtert Part.adj. ‘ängstlich, zurückhaltend’ (19. Jh.). Schüchternheit f. ‘Zaghaftigkeit, Zurückhaltung’ (18. Jh.), Schüchterheit (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Wind aus den Segeln nehmen · ↗abschrecken · ↗demoralisieren · ↗demotivieren · einschüchtern  ●  ↗entmutigen  Hauptform · ↗decouragieren  geh. · den Schneid abkaufen  ugs. · den Schneid nehmen  ugs. · ins Bockshorn jagen  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) das Maul stopfen · (jemanden) am Sprechen hindern · mundtot machen · zum Schweigen bringen  ●  dafür sorgen, dass jemand den Mund hält  ugs.
  • (jemandem) seinen Willen aufzwingen · ↗(jemanden) kleinkriegen · (jemandes) Widerstand brechen  ●  (jemandes) Willen beugen  geh. · gefügig machen  ugs.
Synonymgruppe
Angst einflößen · ↗beängstigen · einschüchtern · ↗erschrecken · ↗verschrecken · ↗verängstigen · ↗ängstigen  ●  ins Bockshorn jagen  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›einschüchtern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch solle man sich von vermeintlich amtlichen Personen einschüchtern lassen.
Der Tagesspiegel, 15.11.2001
Er darf andere weder buchstäblich schlagen noch sie verbal einschüchtern.
Der Wachtturm, 1999, Nr. 4, Bd. 120
Der kräftige Mann spricht leise, als wolle er die schmächtigen Chinesen auf keinen Fall einschüchtern.
Süddeutsche Zeitung, 18.10.1995
Auf dem Wege zur Macht dient der T. revolutionären Eliten dazu, die revolutionsfeindliche Mehrheit einzuschüchtern.
Fetscher, I.: Terror. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22276
Ich ließ mich nicht einschüchtern, öffnete das Etui und brachte es ihm respektvoll dar.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Meine Erinnerungen an Grillparzer. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1916], S. 10987
Zitationshilfe
„einschüchtern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einsch%C3%BCchtern>, abgerufen am 07.04.2020.

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