einschläfern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungein-schlä-fern (computergeneriert)
Wortzerlegungein-schläfern
Wortbildung mit ›einschläfern‹ als Erstglied: ↗Einschläferung
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn. in Schlaf versetzen
Beispiele:
diese Melodie, das monotone Rauschen schläfert (mich) ein
etw. wirkt einschläfernd
ein einschläferndes Gift
eine einschläfernde Musik
einschläfernde Worte, Geräusche
übertragen etw. zum Schweigen bringen
Beispiele:
sein Gewissen, Verantwortungsbewusstsein einschläfern
die vorangegangenen Reden seien ... nur dazu bestimmt gewesen, seine Vorsicht einzuschläfern [MusilMann869]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlafen · Schlaf · Schläfe · beschlafen · entschlafen · schläfern · einschläfern · schläf(e)rig · zweischläfrig · Beischlaf · Schlafmütze · Schlafrock
schlafen Vb. ‘sich in einem (physiologisch bedingten) Ruhezustand befinden, in dem die Wahrnehmung der Umwelt stark herabgesetzt, nahezu ausgeschaltet ist’. Das starke, ursprünglich reduplizierende Verb ahd. slāfan (um 800), mhd. slāfen, asächs. slāpan, mnd. mnl. slāpen, nl. slapen, afries. slēpa, aengl. slǣpan, engl. to sleep, got. slēpan (germ. *slēpan) gehört zu einer im Germ. reich entwickelten Wortgruppe. Sie schließt sich an die unter ↗Lappen (s. d.) genannte Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ an, die hier, wie auch in ↗schlapp, ↗schlaff (s. d.), mit anlautendem s- auftritt. Dazu stellen sich lat. lābī ‘hin-, herabgleiten, sinken’ (s. ↗labil, ↗Lapsus, ↗kollabieren), lat. labor ‘Mühe, Anstrengung, Arbeit’ (s. ↗laborieren) und mit anlautendem s- lit. slõbti ‘schwach werden’, aslaw. slabъ, russ. slábyj (слабый) ‘schwach’. schlafen ist ursprünglich ‘schlaff sein’. Schlaf m. ‘Zustand des Schlafens’, ahd. (8. Jh.), mhd. slāf, asächs. mnd. slāp, mnl. slaep, nl. slaap, afries. slēp, aengl. slēp, slǣp, engl. sleep, got. slēps (germ. *slēpa-). Demgegenüber sind anord. svefn, schwed. sömn, dän. søvn, aengl. swefn (germ. *swefna-) ebenso wie die Bezeichnungen des Schlafes in anderen ie. Sprachen aind. svápnaḥ, griech. hýpnos (ὕπνος) (s. ↗hypnotisch), lat. somnus (s. ↗somnambul), aslaw. sъnъ, russ. son (сон) Fortsetzungen eines alten r/n-Stammes zur Wurzelerweiterung ie. *su̯ep-, *sup- ‘schlafen’, zu der ebenso mhd. swep (Genitiv swebes) ‘Schlaf, Schlummer’, aengl. swefan, anord. sofa, schwed. sova, dän. sove ‘schlafen’ gehören. Spätmhd. slāf wird auch Bezeichnung für ‘Schläfe’. Vielleicht als ‘Stirnseite, auf der der Schlafende ruht’? Vgl. mnd. slāp, mnl. slaep, nl. slaap ‘Schlaf, Schläfe’. Der in dieser Bedeutung auftretende Plural wird im 18. Jh. zum Singular Schläfe f. beschlafen Vb. ‘mit einer Frau schlafen’, mhd. beslāfen, auch ‘schwängern’; ‘eine Nacht Bedenkzeit verstreichen lassen, ehe ein Beschluß gefaßt wird’ (16. Jh.). entschlafen Vb. ‘sterben’, ahd. intslāfan (9. Jh.), mhd. entslāfen ‘einschlafen, sterben’. schläfern Vb. ‘müde, schläfrig sein’, mhd. slāfern ‘schläfrig werden, einschlafen’; heute selten und meist unpersönlich es schläfert mich; dazu einschläfern Vb. ‘müde, schläfrig machen, in Schlaf versetzen’ (17. Jh.), heute besonders ‘(Tiere) durch Medikamente schmerzlos töten’, auch ‘narkotisieren, betäuben’; älter einschläfen, zu mhd. slæfen ‘schläfrig machen’. schläf(e)rig Adj. ‘müde’, auch ‘träge’ (16. Jh.), ahd. slāf(e)rag (9. Jh.), mhd. slāferic, slæferic. zweischläfrig Adj. ‘für zwei Schläfer passend’ (18. Jh.). Beischlaf m. ‘das Miteinanderschlafen’ (15. Jh.); dafür ahd. mitislāf (um 1000). Schlafmütze f. ‘Mütze, die im Bett aufgesetzt wird’ (17. Jh.), ‘langsamer, träger Mensch’ (18. Jh.). Schlafrock m. ‘bequemer, zum Schlafengehen und im Haus zu tragender Mantel, Morgenrock’, mhd. slāfroc (14. Jh.); nicht aus Schlaufrock (‘zum Hineinschlüpfen’) herzuleiten (s. ↗Schlaufe).

Thesaurus

Synonymgruppe
einschläfern · schmerzlos töten
Oberbegriffe
  • (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden · ↗auslöschen · ↗ermorden · ins Jenseits befördern · ↗killen · ↗meucheln · tot... · ↗umbringen · ums Leben bringen · zum Schweigen bringen · zur Strecke bringen  ●  (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ↗töten (absichtlich)  Hauptform · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · ↗abmurksen  ugs. · ↗abservieren  ugs., salopp · ↗ausknipsen  ugs., fig., salopp · ↗entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · ↗kaltmachen  ugs. · ↗totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs. · ↗umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
Synonymgruppe
einlullen · einschläfern · in den Schlaf lullen · in den Schlaf wiegen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affe Aggressivität Amtstierarzt Beinbruch Hengst Hund Hundshai Kampfhund Katze Lungenentzündung Pferd Pitbull Rottweiler Rüde Schaf Schäferhund Spritze Stute Tier Tierarzt Tierheim Tierklinik Tierärztin Tiger Veterinär Wachsamkeit Wallach betäuben einfangen schläfern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einschläfern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ein Hund aber schon sehr gestört ist, gibt es einfach keine andere Lösung, als ihn einzuschläfern.
Bild, 13.12.2001
Bereits im vergangenen Jahr habe der Zoo einen der drei Bären einschläfern müssen, nachdem er in der Enge von den anderen Tieren verletzt worden sei.
Süddeutsche Zeitung, 27.02.1998
Als der Mann zum Volkssturmeinsatz eingezogen wurde, mußten wir den Hund notgedrungen einschläfern.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 162
Er hat den Satz natürlich umgemodelt, weil die Worte sonst so nach Druckerschwärze stinken, aber bei »eingeschläfert« ist er geblieben.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 103
Er hätte hinzufügen können, daß jener Zweck immer wieder lediglich darin bestand, das vorgesehene Opfer in ein falsches Sicherheitsgefühl einzuschläfern.
o. A.: Zwölfter Tag. Dienstag, 4. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 28007
Zitationshilfe
„einschläfern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einschläfern>, abgerufen am 16.09.2019.

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