einschreiben

Grammatik Verb · schreibt ein, schrieb ein, hat eingeschrieben
Aussprache  [ˈaɪ̯nʃʀaɪ̯bn̩]
Worttrennung ein-schrei-ben
Wortzerlegung ein-schreiben
Wortbildung  mit ›einschreiben‹ als Erstglied: ↗Einschreibbrief · ↗Einschreibebrief · ↗Einschreibegebühr · ↗Einschreibepäckchen · ↗Einschreiber · ↗Einschreibesendung · ↗Einschreibgebühr · ↗Einschreibpäckchen · ↗Einschreibsendung · ↗Einschreibung
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
a)
jmd. schreibt etw. (in etw.) eineine Sache (einen Namen, einen Spruch) als hervorgehobene Äußerung in ein Material eintragen (3), auf einem Material anbringen (2)
Beispiele:
In Hamburg‑Harburg […] haben wir 1986 beim »Mahnmal gegen den Faschismus« die Passanten, Bürger und Bürgerinnen eingeladen, ihre Namen in eine zwölf Meter hohe Säule einzuschreiben. [Die Welt, 20.04.2019]
Dann [falls am Sonntag der Fußballverein SC Paderborn einen weiteren Heimsieg erspielen sollte] ginge es direkt im Anschluss zum Bürgermeister ins Rathaus, wo sich die Spieler ins Goldene Buch einschrieben. [Süddeutsche Zeitung, 07.05.2014]
Mit dem längsten Brief der Welt will sich Bolivien ins Guinness‑Buch der Rekorde einschreiben. [Berliner Zeitung, 02.04.2004]
übertragen Es [die Geschichte arabischen Lebens in Spanien] ist eingeschrieben und aufbewahrt in den Steinen und Mauern der architektonisch prächtigen Bauten [von Sevilla]. [Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2001]
Bis ins kleinste wird geplant, wann und wie Präsident, Premierminister, König oder Königin das Brandenburger Tor durchschreiten, sich ins Goldene Buch der Stadt einschreiben und was auf der Speisekarte im Schloß Charlottenburg steht. [Berliner Zeitung, 03.03.1995]
bildlich[…] der Name von [DDR-Regimekritiker] Robert Havemann ist bereits heute mit unauslöschlichen Lettern eingeschrieben in das Buch der wechselvollen deutschen Geschichte. [Die Zeit, 07.03.1980]
übertragen […] an der Frage, wie oft sich der [Eis-Schnelllauf-]Top‑Favorit in die Siegerliste einschreiben wird, scheiden sich die Geister. [Berliner Zeitung, 15.01.1980]
Mit goldenen Lettern ist in das Ehrenbuch der Aktivisten‑ und Wettbewerbsbewegung der Deutschen Demokratischen Republik der Name des Bergmanns Adolf Hennecke eingeschrieben. [Neues Deutschland, 14.06.1975]
b)
übertragen jmd., etw. schreibt sich in etw. eineine Person, eine Sache, einen Ort durch eine Handlung (historisch) prägen (2), Bleibendes hinterlassen (II 2)
Grammatik: reflexiv
Kollokationen:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: sich in die Geschichte einschreiben
Beispiele:
Mit seiner Arbeit als Galerist hat sich Lorenz Helbling in die jüngere Geschichte der Rezeption chinesischer Kunst eingeschrieben. [Welt am Sonntag, 30.06.2019]
Er [der Konzeptkünstler Wade Guyton] hat es geschafft, allen rasanten Auktionsrekorden für seine Bilder zum Trotz, sich in die kunsthistorischen Diskurse der Moderne und Postmoderne einzuschreiben – als einer der wenigen verbliebenen, überzeugenden Formalisten. [Die Welt, 23.12.2019]
Worin liegt für einen Schriftsteller der Reiz, sich mit einem Roman in die Geschichte dieser Stadt einzuschreiben? [Neue Zürcher Zeitung, 22.03.2016]
[…] weder die Sternwarte noch das Schauspielhaus haben sich bisher nachhaltig als Orte des öffentlichen Denkens in die intellektuelle Topografie der Stadt [Zürich] eingeschrieben. [Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2014]
Nicht nur Kafka selbst kommt da [in der Biografie] zu Wort mit Tagebuchnotizen und Briefen; wer immer mit ihm zu tun hatte, hat sich ja in seinen Ruhm eingeschrieben. [Die Zeit, 25.08.2011]
[…] [Die Dramen] »Woyzeck«, »Leonce und Lena«, »Dantons Tod«, die Novelle »Lenz«, dazu einige Briefe und politische Betrachtungen, die Texte des »Hessischen Landboten« – dies allein genügte Georg Büchner, um sich tief und unauslöschlich in die Literaturgeschichte einzuschreiben. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2002]
Die [Berliner] Mauer gibt jedem […] Kreativen die einzigartige Möglichkeit, sich in die Weltgeschichte einzuschreiben, noch im Verschwinden, im Zerstückeln ihrer geliebt‑gehaßten Betonteile ist er sich einer Öffentlichkeit gewiß. [die tageszeitung, 28.05.1990]
c)
jmd. schreibt sich, jmdn. (in, für etw.) einsich als Mitglied in einem Verein, an einer Universität o. Ä. registrieren (1) (lassen); sich als Teilnehmer an einer offiziellen Veranstaltung anmelden, registrieren, eintragen (3) (lassen)
Grammatik: reflexiv
Kollokationen:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: sich in ein Studium, für ein Seminar, einen Kurs einschreiben
Beispiele:
Ich bin in ein Doppelmasterprogramm einer deutschen und einer japanischen Uni eingeschrieben und studiere in beiden Ländern für ein Jahr. [Welt am Sonntag, 15.12.2019]
Erst Ende vergangenen Jahres hatte sich [der US-amerikanische Unternehmer und Politiker Michael] Bloomberg übrigens, bis dato registrierter Republikaner, bei den Demokraten eingeschrieben. [Die Welt, 26.11.2019]
Ihre Bewerbung für ein Designstudium wird abgelehnt, sie lässt sich entmutigen und schreibt sich für Lehramt (= ein Lehramtsstudium) ein. [Welt am Sonntag, 29.09.2019]
Sie ist eingeschrieben bei der Grünen Partei, für die sie schon Wahlkampf gemacht hat, etwa im Gouverneursrennen in Massachusetts. [Die Welt, 05.06.2019]
Meine Mutter hielt es […] für eine gute Idee, mich in eine sogenannte Ferienkolonie […] einzuschreiben. [Süddeutsche Zeitung, 26.07.2018]
Viele Häuser (= Hotels) haben Kameras installiert, und mindestens eine Person pro Zimmer muss sich beim Empfang anmelden und einschreiben. [Neue Zürcher Zeitung, 23.10.2017]
Mechthild S[…] hat J[…]s Facharbeit Korrektur gelesen, spricht mit der 19‑Jährigen über ihre berufliche Zukunft und bestärkt sie darin, sich für angewandte Kulturwissenschaften einzuschreiben. [Welt am Sonntag, 17.04.2011]
Wenn Sie […] ernsthaft Kampfkunst lernen möchten, können Sie sich im Kloster für ein mehrwöchiges Seminar einschreiben. [Die Welt, 25.06.2011]
[…] bei der Initiative Gesicht zeigen [hätten sich alle gerne] eingeschrieben, damit ihr Name auf der Teilnehmerliste stehe. [Der Spiegel, 24.05.2006 (online)]
Er [der Chefredakteur] war in den siebziger Jahren und dann wieder kurz vor dem Fall der Mauer bei der Stasi als Inoffizieller Mitarbeiter eingeschrieben. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2001]
Von 9 bis 13 Uhr kann man sich im Sekretariat der VHS (= Volkshochschule) […] über das Angebot informieren und für den richtigen Kurs einschreiben lassen. [Berliner Zeitung, 29.08.1998]
Bis Mittwoch hätten sich bereits 468.954 Namibier in die Wahllisten unter Kontrolle der UNO‑Truppe für Namibia […] eingeschrieben. [Berliner Zeitung, 05.08.1989]
In einen der alpinen Skiklubs wollte Vater Tomba seinen Alberto auch einschreiben. [Der Spiegel, 28.12.1987]
2.
Post jmd. schreibt etw. eineine (Brief-)‍Sendung in ein Lieferverzeichnis eintragen (3) lassen, registrieren (1), um einen Nachweis über die Absendung und die erfolgte, korrekte Zustellung zu haben
Beispiele:
Aus demselben Grunde (und weil ich von [Schriftsteller Hermann] Lenz erfahre, dass Sie zur Zeit nicht in Stuttgart sind) lasse ich den Brief einschreiben. [Celan, Paul: Briefwechsel mit den rheinischen Freunden. Heinrich Böll, Paul Schallück, Rolf Schroers. [o. O.]: Suhrkamp 2011]
Ich lasse den Brief einschreiben; nur um sicher zu sein, daß Sie ihn haben. [Egge, Heiner: Tilas Farben. [o. O.]: Verlag Atelier im Bauernhaus 2020]
Ich lasse den Brief einschreiben, dann bin ich sicherer, daß er in Ihre Hände kommt. [Briefe von Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen, aufgerufen am 25.08.2020]
Den Brief hat W[…] nicht nur einschreiben lassen, er hat ihn auch fotokopiert. [Neue Zürcher Zeitung, 21.10.2005]
3.
jmd. schreibt etw. einein Schreibwerkzeug durch intensive Verwendung gebrauchsfähig, leichtgängig machen (7 a)
Beispiele:
Ein[en] Kugelschreiber, den man laengere [sic!] Zeit nicht benutzt hat, muss man erst »einschreiben«, also erstmal eine Zeitlang [sic!] wild ueber [sic!] ein Schmierpapier fahren, bis er wieder schreibt. [Wie funktioniert ein Kugelschreiber?, 11.01.2004, aufgerufen am 26.08.2020]
Stahlfeder‑Füllhalter »einschreiben«? [Stahlfeder-Füllhalter »einschreiben«?, 29.10.2010, aufgerufen am 26.08.2020]
Ich habe nen Neues [sic!] Notebook und muß die Tastatur »einschreiben« … [PUG Braunschweig, 13.06.2007, aufgerufen am 26.08.2020]
Wir beruhigten uns damit, dass sich die [Schreib-]Maschine schon wieder einschreiben würde [nachdem wir das Farbband ausgewechselt hatten]. [Bolz, Hermann R.: Eine Kindheit in Kaiserslautern. [o. O.]: Books on Demand 2007, S.22]
4.
jmd. schreibt jmdm., etw. etw. eineiner Person oder Sache ein Merkmal, Kennzeichen, eine Eigenschaft einprägen
Beispiele:
Die Kolonialzeit ist dem Land eingeschrieben, auch wenn es seit 1960 unabhängig ist. [Welt am Sonntag, 08.12.2019]
Dem Material ist die wertsteigernde Angebotsverknappung sozusagen eingeschrieben. [Die Welt, 22.11.2019]
Die Zerstörung ist der Stadt [Minsk] eingeschrieben. [Die Welt, 26.02.2018]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreiben · Schreiben · Schrieb · Schreiber · abschreiben · Abschrift · anschreiben · Anschreiben · Anschrift · ausschreiben · beschreiben · Beschreibung · einschreiben · Einschreiben · verschreiben · vorschreiben · Vorschrift · zuschreiben · Zuschrift
schreiben Vb. ‘Buchstaben, Worte, Zahlen, Zeichen, Noten hervorbringen’, ahd. scrīban (8. Jh.), mhd. schrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, beschreiben, anordnen, verordnen, nennen, schildern, malen’, asächs. skrīƀan, mnd. schrīven, mnl. scrīven, nl. schrijven, aengl. scrīfan ‘anordnen, bestimmen, Beichte hören, Strafe auferlegen’, engl. to shrive ‘beichten, die Beichte abnehmen’, aschwed. skrīva ‘schreiben’, schwed. skriva sind Entlehnungen aus lat. scrībere ‘mit einem spitzen Griffel eingraben, einzeichnen, schreiben, (schriftlich) auftragen, anordnen, befehlen, ernennen, festsetzen, (Soldaten) anwerben, ausheben’, die im Germ. starke (nur aschwed. mitunter auch schwache) Flexion annehmen. Der Übergang ins Germ. macht zwei Entlehnungsvorgänge wahrscheinlich, und zwar einen früheren im Sinne von ‘anordnen, bestimmen’ (s. oben aengl. scrīfan und vgl. asächs. biskrīƀan ‘sich kümmern, sich zurückhalten’) und einen späteren im Sinne von ‘(lateinische Schriftzeichen) schreiben’. Die engl. Sonderentwicklung (s. oben) führt dazu, daß für ‘schreiben’ engl. to write eingetreten ist, die alte germ. Bezeichnung für das Einritzen der Runen (s. ↗reißen). Schreiben n. ‘Schriftstück, Brief’ (16. Jh.), substantivierter Infinitiv; dafür umgangssprachlich oft die nach Art der Verbalabstrakta ablautende Bildung Schrieb m. (um 1900). Schreiber m. ‘wer schreibt’, ehemals Berufsbezeichnung, ahd. skrībāri (8. Jh.), mhd. schrībære, auch ‘Kanzler, Notar, Schriftgelehrter, Dichter, Tafelaufseher’. abschreiben Vb. ‘kopieren, aus einem Schriftstück streichen’ (seit mhd. Zeit), ‘eine Summe abbuchen, streichen, schriftlich absagen’ (15. Jh.), ‘ein Schreibgerät abnutzen’ (17. Jh.), mhd. abeschrīben. Abschrift f. ‘Kopie’, mhd. abeschrift. anschreiben Vb. ‘sichtbar aufschreiben’, mhd. aneschrīben; dann auch ‘(eine Geldsumme) zu späterer Bezahlung notieren, Waren auf Kredit geben’ (15. Jh.), daher gut oder schlecht angeschrieben sein ‘einen guten oder schlechten Ruf haben’ (17. Jh.); heute auch ‘an jmdn. schreiben’ (20. Jh.), möglicherweise Neubildung zu Anschreiben n. ‘Brief’ (16. Jh.). Anschrift f. ‘Briefaufschrift’ (17. Jh., Zesen). ausschreiben Vb. ‘herausschreiben, (eine vakante Stelle u. dgl.) bekanntgeben, nicht abkürzen’, mhd. ūʒschrīben ‘herausschreiben, bekanntmachen’. beschreiben Vb. ‘mit Worten schildern, darstellen, mit Schriftzeichen bedecken’, mhd. beschrīben ‘schreiben, aufzeichnen, schildern, schriftlich auffordern zu kommen’; Beschreibung f. ‘Schilderung’, mhd. beschrībunge. einschreiben Vb. ‘schriftlich eintragen’ (15. Jh.); Einschreiben n. seit 1875 für Rekommandation ‘eine durch Aushändigung einer Empfangsbestätigung besonders registrierte Postsendung’, eigentlich ‘eine (zur sorgfältigen Beförderung) empfohlene Postsendung’. verschreiben Vb. ‘verordnen, beim Schreiben versehentlich Fehler machen’ (17. Jh.), sich jmdm., einer Sache verschreiben ‘verpflichten, übergeben’ (18. Jh.), mhd. verschrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, schriftlich festsetzen, beschreiben, schriftlich mitteilen, zuerkennen’. vorschreiben Vb. ‘als Muster schreiben, Anweisung erteilen’ (16. Jh.), älter ‘vor etw. schreiben’, ahd. furiscrīban ‘an den Anfang schreiben’ (11. Jh.), mhd. vorschrīben. Vorschrift f. ‘Muster zum Nachschreiben’ (17. Jh.), ‘Anweisung für Verhalten und Tun’ (18. Jh.); vgl. ahd. forascrift ‘Vorangeschriebenes, Überschrift, Titel’ (um 1000). zuschreiben Vb. ‘jmdn. für den Urheber von etw. halten, erklären, etw. auf jmdn. zurückführen, ihn mit etw. in Verbindung bringen’ (16. Jh.), ahd. zuoscrīban ‘schriftlich hinzu-, anfügen’ (10. Jh.), spätmhd. zuoschrīben ‘schriftlich zusichern, melden’. Zuschrift f. ‘Hinzugeschriebenes’ (16. Jh.), ‘eine Art Vorwort an den Leser eines Buches’ (17. Jh.), ‘Brief’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anmelden (Universität) · einschreiben · ↗immatrikulieren  ●  ↗inskribieren  österr., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›einschreiben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einschreiben‹.

Zitationshilfe
„einschreiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einschreiben>, abgerufen am 17.04.2021.

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