einschreiten

GrammatikVerb · schritt ein, ist eingeschritten
Aussprache
Worttrennungein-schrei-ten (computergeneriert)
Wortzerlegungein-schreiten
eWDG, 1967

Bedeutung

entscheidend gegen etw., jmdn. vorgehen
Beispiele:
die Polizei, Behörde müsste hier einschreiten
ein Stück, gegen das die Polizei einschritt
der Staatsanwalt schreitet nicht ein
die Gewerkschaft, Partei wollte gegen diesen Übelstand einschreiten
die oberste Leitung hatte einschreiten müssen
er wollte, konnte dagegen nicht einschreiten
gegen ein Unrecht, einen Unfug mit allen Mitteln, mit Waffengewalt, energisch, kräftig, gerichtlich einschreiten
niemand wagte es einzuschreiten
von hier aus wurde eingeschritten
das Einschreiten der Staatsanwaltschaft verhindern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreiten · abschreiten · ausschreiten · Ausschreitung · einschreiten · fortschreiten · überschreiten
schreiten Vb. ‘feierlich, gemessen einhergehen’, ahd. scrītan ‘gleiten, gehen, vergehen’ (9. Jh.; vgl. giscrītan ‘zusammensinken, verfallen’, 8. Jh.), mhd. schrīten, auch ‘steigen, sich schwingen’, asächs. skrīdan, mnd. schrīden, auch ‘sich vorwärtsentwickeln’, mnl. scrīden, nl. schrijden, afries. scrīda, aengl. scrīþan ‘sich bewegen, kriechen, gleiten’, anord. skrīða ‘gleiten, kriechen, schreiten’, schwed. skrida (germ. *skreiþan). Weiteres ungeklärt. Vielleicht kann als vergleichbar lat. crīsāre (aus *creits- oder *crīts-) ‘beim Beischlaf mit den Schenkeln wackeln’, mir. crith ‘Zittern, Fieber’, bret. skrija ‘vor Furcht zittern’, lit. skriẽsti ‘(im Kreis herum)drehen’, ãpskritas ‘kreis-, kugelrund’, skritulỹs ‘Kreis’ herangezogen werden. Ansetzbar ist danach ie. *(s)kreit-, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ (s. ↗schräg). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich ‘bogenförmige Bewegungen machen’, woraus in älterer Sprache ‘vorwärtsgleiten’ (z. B. von Wurm, Schlange, Schiff), dann ‘gleichmäßig, ruhig, gemessen gehen’. abschreiten Vb. ‘eine Strecke entlanggehen, mit Schritten abmessen’ (16. Jh.). ausschreiten Vb. ‘mit großen, weitausholenden Schritten gehen’, zuvor ‘hinausgehen, (vom Weg) abgehen, aus der Bahn gehen, weggehen’ (16. Jh.); Ausschreitung f. ‘das Abgehen vom rechten Wege, Abweichung’ (17. Jh.), ‘großer Schritt’ (18. Jh.), ‘Gewalttätigkeit, Übergriff’ (19. Jh.). einschreiten Vb. ‘gegen Übergriffe, ungesetzliche Handlungen vorgehen’ (18. Jh.). fortschreiten Vb. ‘vorangehen, sich weiterentwickeln’ (um 1600). überschreiten Vb. ‘eine Grenze, einen Punkt hinter sich lassen, darüber hinausgehen’, ahd. ubarscrītan (10. Jh.), mhd. überschrīten, auch ‘übertreten, besteigen, überreden, bewegen zu’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ins Geschehen) eingreifen · ↗(sich) einmischen · ↗(sich) einschalten · ↗dazwischentreten · ↗eingreifen · einschreiten · ↗intervenieren  ●  ↗(sich) reinhängen  ugs. · ↗dazwischengehen  ugs.
Unterbegriffe
  • energisch dazwischengehen · entschieden einschreiten · hart durchgreifen · resolute Maßnahmen ergreifen · zu drastischen Maßnahmen greifen  ●  mit dem eisernen Besen auskehren  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem / einer Sache) Einhalt gebieten · einschreiten  ●  (etwas) unternehmen gegen  ugs.
Assoziationen
  • (et)was machen · (etwas) unternehmen gegen · Hand anlegen · Maßnahmen ergreifen · aktiv werden · in Aktion treten · nicht untätig bleiben · tätig werden  ●  (et)was tun  ugs. · zur Tat schreiten  geh.
  • (jemandem etwas) entgegensetzen · (jemandem) die Stirn bieten · ↗(jemandem) entgegentreten · Paroli bieten · ↗dagegenhalten · ↗kontern  ●  Kontra geben  ugs.
  • abwenden · ↗umgehen · ↗unterbinden · ↗vereiteln · ↗verhindern · ↗verhüten · ↗vermeiden · ↗vorbeugen  ●  ↗umschiffen  ugs.
  • (eine Handlung) stoppen · ↗unterbinden  ●  (einer Sache) einen Riegel vorschieben  fig. · dafür sorgen, dass etwas aufhört  ugs. · ↗inhibieren  geh.
  • (etwas) bekämpfen, bevor es entsteht · (etwas) noch vor der Entstehung verhindern · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · ↗(etwas) vereiteln · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen · von vornherein unterbinden  ●  im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren (lit.)  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufsichtsbehörde Bauaufsicht Bundeskartellamt Gesetzgeber Jugendamt Kartellamt Lokalbaukommission Obrigkeit Ordnungshüter Ordnungskraft Passant Plünderer Polizei Polizeibeamter Ruhestörung Sicherheitskräfte Straftat Waffengewalt Zeigen Zensur beherzt dagegen energisch gegebenenfalls konsequent notfalls schreiten sofort unverzüglich wegschauen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einschreiten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alle wissen, daß etwas nicht in Ordnung ist, und trotzdem schreitet niemand ein.
Der Tagesspiegel, 05.06.1998
Ich persönlich habe das Lied nicht gehört, sonst wäre ich eingeschritten.
Süddeutsche Zeitung, 06.05.1998
Da muß man einschreiten, denn fein sind sie nicht untereinander.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 189
Sie konnte nicht überall einschreiten, wo etwas faul in der Stadt war.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 73
In ähnlicher Weise ist die spartanische Regierung offenbar noch an manchen Orten eingeschritten.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 24262
Zitationshilfe
„einschreiten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einschreiten>, abgerufen am 21.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
einschreien
Einschreibung
Einschreibsendung
Einschreibpäckchen
Einschreibgebühr
einschrumpeln
einschrumpfen
Einschrumpfung
Einschub
einschüchtern