einspannen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungein-span-nen (computergeneriert)
Wortzerlegungein-spannen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. in etw. spannen
Gegenwort zu ausspannen
Beispiele:
eine neue Seite in die Schreibmaschine, einen Bohrer in die Bohrmaschine einspannen
das Eisen, ein Werkstück in den Schraubstock einspannen
eine Stickerei in einen Rahmen einspannen
etw. genau einspannen
2.
ein Pferd anschirren
Gegenwort zu ausspannen
Beispiele:
der Bauer, Kutscher hatte bereits eingespannt
spann ein!
als der Fuchs das erstemal eingespannt wurde, schlug er wild aus
der Knecht spannte die Pferde, den Wagen ein
3.
umgangssprachlich jmdn., etw. zu einer (dringenden) Tätigkeit hinzuziehen
Beispiele:
alle wurden von ihr eingespannt
sie verstand es, alle einzuspannen
hier werde ich mich wohl selbst einspannen müssen
er spannte ihn in sein Geschäft, als Lieferanten ein
jmdn. tüchtig einspannen
man wollte sie auch noch abends einspannen
sogar das Ministerium sollte in das Verfahren eingespannt werden
Daß er seine sämtlichen Beziehungen hat einspannen müssen [FalladaJeder stirbt531]
eingespannt seinangestrengt arbeiten
Beispiele:
sie waren den ganzen Tag eingespannt
man war eingespannt in seine täglichen Dienste [GoesUnruhige Nacht5]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spannen · spannend · gespannt · angespannt · abgespannt · überspannt · einspannen · ausspannen · vorspannen · Vorspann · Spann · Spanne · Spannung · Spannkraft
spannen Vb. ‘etw. straff (an)ziehen, dehnen’, intransitiv ‘zu eng, zu straff sein’ (besonders von der Kleidung), reflexiv ‘straff werden’. Das ursprünglich stark flektierende (reduplizierende) Verb ahd. spannan ‘fesseln, spannen’ (9. Jh.), mhd. spannen ‘dehnen, straff anziehen’, intransitiv ‘sich dehnen, gespannt sein’, asächs. spannan, mnd. mnl. nl. spannen, afries. spanna, aengl. spannan ‘spannen, festbinden, anfügen’ (germ. *spannan) und das schwach flektierende zugehörige Kausativum mhd. mnd. spennen ‘spannen, dehnen’, anord. spenna ‘spannen, festbinden, fügen’, schwed. spänna ‘spannen, schnallen’ (germ. *spannijan) stehen mit Gemination neben dem (in ↗abspenstig, s. d., resthaft erhaltenen) stark flektierenden Verb ahd. spanan (9. Jh.), mhd. spanen ‘locken, reizen, antreiben’, asächs. aengl. spanan, afries. spana (germ. *spanan) sowie der unter ↗Spange (s. d.) abgehandelten Gutturalerweiterung. Diese ein präsensbildendes n aufweisenden Verben lassen sich außergerm. mit griech. spā́n (σπᾶν) ‘ziehen, zerren, reißen, verrenken’, spasmós (σπασμός) ‘das Ziehen, Zuckung, Krampf’, air. sēim ‘winzig, mager’, sēime ‘Dünne’ vergleichen, so daß eine Wurzel ie. *sp(h)ē(i)- ‘ziehen, spannen’ möglich ist. Vielleicht ist daran auch ie. *(s)pen(d)- (s. ↗spinnen) anzuschließen. Grundlage der Bedeutung von spannen ist wohl das Straffziehen der Bogensehne. spannend Part.adj. ‘das Interesse erregend’ (19. Jh.). gespannt Part.adj. ‘interessiert, neugierig, in ungeduldiger Erwartung begriffen’, übertragen ‘konfliktgeladen, gereizt, unharmonisch’ (18. Jh.). angespannt Part.adj. ‘angestrengt, aufmerksam, kompliziert, schwierig’ (18. Jh.). abgespannt Part.adj. ‘erschlafft, ermüdet’ (18. Jh.). überspannt Part.adj. ‘übertrieben, unrealistisch, wirklichkeitsfremd’ (18. Jh.). einspannen Vb. ‘(Zugtiere) vor den Wagen spannen’, übertragen ‘für bestimmte Zwecke einsetzen’, mhd. īnspannen ‘umschließen, fesseln’. ausspannen Vb. ‘ausdehnen, ausstrecken, das Zaumzeug abnehmen, sich ausruhen’ (15. Jh.). vorspannen Vb. ‘Zugtiere anschirren, etw. straff anziehend ausbreiten’ (16. Jh.); Vorspann m. ‘dem Hauptgespann vorangespannte Zugtiere’ (17. Jh.), modern ‘einem Film oder Text (als Einleitung) Vorangestelltes’. Spann m. ‘oberer Teil des Fußes vom Schienbeinansatz bis zu den Zehen, Gespann’ (18. Jh.), älter (16. Jh.) vereinzelt auch für Spanne f. Maßbezeichnung für die Entfernung zwischen den Spitzen von ausgestrecktem Daumen und Zeigefinger bzw. kleinem Finger, ahd. spanna (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. spanne ‘Breite der ausgebreiteten Hand’ (germ. *spannō); vgl. spannenlang, mhd. spannelanc. Später (18. Jh.) auch übertragen für die Dauer einer Zeit eine (kurze) Spanne Zeit. Spannung f. ‘Tätigkeit des Spannens, Gespanntsein’ (17. Jh.), ‘Zustand gestörter Harmonie’ (18. Jh.), ‘psychischer Zustand der Erwartung und angestrengter Aufmerksamkeit’ (19. Jh.), in der Elektrotechnik Kurzwort für Stromspannung (19. Jh.). Spannkraft f. ‘Elastizität’, übertragen ‘Elan, Energie, Leistungsfähigkeit’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
befestigen · einspannen · ↗feststecken · ↗fixieren · ↗halten · ↗klammern
Synonymgruppe
(zu etwas) anhalten · ↗abkommandieren · ↗bestimmen · ↗einfordern · einspannen · ↗erzwingen · ↗forcieren · in die Pflicht nehmen · ↗nötigen · ↗verpflichten · ↗zwingen  ●  (jemanden) verdonnern (zu)  ugs. · (jemanden) vergattern (zu)  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apparat Arbeitskraft Arbeitsprozeß Bekannter Blatt Bogen Geldpolitik Helfer Kampagne Medium Märzen Notenbank Parteiarbeit Parteizwecke Pferd Produktionsprozeß Prominente Propaganda Rösslein Schraubstock Schreibmaschine Sponsor Wahlkampf Werkstück Ziel Zugpferd Zweck Zwecke gern spannen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einspannen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn für die literarisch ambitionierte Frau ergab sich die einmalige Chance, den berühmten Dichter für ihre Pläne einzuspannen.
Die Welt, 07.09.2001
Warum haben Sie sich für den schwierigen Job einspannen lassen?
Der Tagesspiegel, 06.02.2001
Als anerkannter Journalist ließ er sich gegen Ende seines Lebens in die nationalistische Propaganda einspannen.
Jarno, E.: Coppée. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 21130
Doch die Worte des blassen Herrn berieselten ihn und spannten ihn schon von neuem ein.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 268
Er lief sogleich nach Hause und spannte den Wunderlich ein.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 322
Zitationshilfe
„einspannen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einspannen>, abgerufen am 14.11.2019.

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