einstecken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungein-ste-cken (computergeneriert)
Wortzerlegungein-stecken2
Wortbildung mit ›einstecken‹ als Erstglied: ↗Einsteckbogen · ↗Einsteckkamm · ↗Einsteckkragen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. in etw. hineinstecken
Beispiele:
das Frühstück, sein Taschentuch, die Zigarren, jmds. Sachen einstecken (= in die Tasche stecken)
er steckte den Schlüssel verkehrt ein (= steckte den Schlüssel verkehrt in das Schlüsselloch)
den Degen einstecken (= in die Scheide stecken)
etw. gedankenlos (in die Tasche) einstecken
umgangssprachlichkönnten Sie mir bitte den Brief einstecken? (= in den Briefkasten stecken?)
umgangssprachlicher hatte kein Geld eingesteckt (= hatte kein Geld bei sich)
2.
salopp, abwertend, übertragen etw. für sich nehmen
Beispiele:
er hat den ganzen Gewinn, Verdienst eingesteckt
»Sie werden den ganzen Osten einstecken und Deutschland dazu«, sagte Bertin matt [A. ZweigEinsetzung88]
3.
umgangssprachlich jmdn. einsperren, gefangensetzen
Beispiele:
er wurde verurteilt und eingesteckt
deshalb kann man ihn doch nicht einstecken!
für den Diebstahl ist er für ein paar Monate eingesteckt worden
4.
umgangssprachlich etw. stumm ertragen, hinnehmen
Beispiele:
sie hat manche Grobheit, Kränkung von ihm eingesteckt
eine Beleidigung, Verleumdung einstecken müssen
eine schwere Niederlage, Enttäuschung, Schlappe, den Tadel einstecken
die Mutter hat wegen des Sohnes allerhand einstecken müssen
etw. wortlos, ruhig, zähneknirschend einstecken
man muss auch etwas einstecken können!
du kannst aber auch gar nichts einstecken!
5.
salopp jmdn. einsteckenjmdn. weit übertreffen, jmdm. überlegen sein
Beispiel:
den stecke ich noch dreimal, immer noch ein!

Thesaurus

Synonymgruppe
(Gewinn) einstecken · ↗einheimsen · ↗einkassieren · ↗einnehmen · ↗einstreichen · ↗kassieren  ●  ↗(Geld) scheffeln  ugs. · Kasse machen  ugs. · ↗abräumen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
einstecken  ●  ↗anstöpseln  ugs. · ↗einstöpseln  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem) zustoßen · am eigenen Leib erfahren · auf sich wirken lassen · ↗ausstehen · ↗durchhalten · ↗durchlaufen · ↗durchleben · ↗durchmachen · einstecken · ↗erfahren · ↗erleben · ↗erleiden · ↗ertragen · ↗hinnehmen · in Kauf nehmen · ↗miterleben · ↗passieren · ↗verleben · ↗überstehen  ●  einen Streifen mitmachen  ugs. · ↗mitmachen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich etwas) bieten lassen · (sich etwas) gefallen lassen · (sich) nicht wehren (gegen) · (sich) nicht widersetzen · Nachsicht üben · ↗dulden · einstecken · ↗erdulden · ↗ertragen · ↗hinnehmen · in Kauf nehmen · ↗leisetreten · nicht protestieren · ↗schlucken · ↗stillhalten · ↗tolerieren · ↗verschmerzen  ●  (die) Füße stillhalten  ugs., fig. · ↗konnivieren  geh.
Assoziationen
  • (sich) halten an · (sich) zu Herzen nehmen · ↗akzeptieren · ↗annehmen · ↗beherzigen · ↗ernst nehmen · ↗hinnehmen  ●  (sich) gesagt sein lassen  ugs.
  • (klaglos) über sich ergehen lassen · (sich) (notgedrungen) arrangieren mit · (sich) abfinden (mit) · (sich) bescheiden (mit) · (sich) ergeben in · ↗(sich) fügen · (sich) in sein Schicksal ergeben · (sich) kleiner setzen · ↗ertragen · ↗hinnehmen  ●  (sich) schicken (in)  veraltet · ↗(sich) dareinfinden  geh., veraltet · keinen Aufstand machen  ugs. · ↗schlucken  ugs.
  • (die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · ↗(es) aufgeben · ↗(es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · ↗(sich mit etwas) abfinden · ↗(sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · ↗kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · ↗passen · passen müssen · ↗resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · ↗aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · (etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · ↗abbrechen  ugs. · ↗aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · ↗einpacken (können)  ugs., fig. · ↗hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · ↗schmeißen  ugs., fig. · ↗zurückrudern  ugs., fig.
  • (einziger) Nachteil · ↗Minuspunkt · ↗Schwachpunkt · ↗Wermutstropfen
  • (jemandes) Handlanger · ↗Abnicker · ↗Erfüllungsgehilfe · Gesinnungsakrobat · ↗Ja-Sager · ↗Jasager · ↗Konformist · ↗Mitläufer · ↗Opportunist · williger Vollstrecker  ●  ↗Gesinnungslump  derb · ↗Radfahrer  ugs. · ↗Wendehals  ugs. · Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.  ugs., Sprichwort · sein Fähnlein nach dem Winde drehen  ugs.
  • (einem Rat) folgen · (einer Sache) Folge leisten · (sich) gesagt sein lassen · (sich) halten (an) · ↗akzeptieren · ↗annehmen · ↗beherzigen · ↗einhalten · ↗erfüllen · ↗ernst nehmen  ●  ↗(einen Rat) befolgen  Hauptform · ↗(auf jemanden) hören  ugs. · (sich etwas) zu Herzen nehmen  ugs.
  • bewältigen · fertigwerden mit · hinwegkommen über · ↗verkraften · ↗verschmerzen · ↗verwinden · ↗überwinden  ●  nicht verknusen können (regional, nur negativ)  ugs. · ↗wegstecken  ugs.
  • (etwas) mit sich machen lassen · (sich dafür) benutzen lassen zu · (sich etwas) gefallen lassen · (sich) dazu hergeben zu · (sich) hergeben zu · von jemandem (für seine eigenen Zwecke) ausgenutzt werden · von jemandem für seine Zwecke benutzt werden  ●  (sich) vor jemandes Karren spannen lassen  fig.
  • (etwas) nicht ahnden · (etwas) nicht bestrafen · (jemandem etwas) durchgehen lassen · (jemandem) etwas nachsehen · (jemandem) nicht böse sein (können) · (sich) nachsichtig zeigen · Gnade walten lassen · Milde walten lassen · Nachsicht üben · auf (eine) Bestrafung verzichten · auf (eine) Strafe verzichten · barmherzig sein · gnädig sein · nicht zu streng sein · von einer Bestrafung absehen  ●  Gnade vor Recht ergehen lassen  floskelhaft · beide Augen zudrücken  fig. · dann woll'n wir mal nicht so sein  ugs., Spruch · etwas mit dem Mantel der Nächstenliebe zudecken  ugs., sprichwörtlich
Synonymgruppe
absahnen · ↗einstreichen · geschenkt bekommen · nicht Nein sagen  ●  (sich etwas) einstecken  ugs. · ↗abstauben  ugs. · ↗einsacken  ugs. · ↗mitnehmen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstimmungsniederlage Demütigung Dämpfer Heimniederlage Hieb Kritik Kursverlust Nackenschlag Niederlage Ohrfeige Provision Prügel Rückschlag Rüffel Rüge Saisonniederlage Schelte Schlag Schlappe Spott Taschentuch Tiefschlag Treffer Verlust Wahlniederlage austeilen hintereinander stecken viel zuletzt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einstecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir haben zuletzt viel einstecken müssen, das vergißt man nicht so schnell.
Die Welt, 13.10.2005
Zu Recht musste sie dafür heftige Kritik seitens der Opposition einstecken.
Der Tagesspiegel, 15.12.2002
Um zu zeigen, wie großherzig dieses Angebot war, steckte er einen Teil von Polen ein.
o. A.: Fünfundachtzigster Tag. Dienstag, 19. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 2216
Sie steckte es ein, obwohl sie sich kaum vorstellen konnte, sich wie früher irgendwohin zu setzen und zu lesen.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 184
Bo steckte es ein und verließ mit Lisa eilig die Bank.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 383
Zitationshilfe
„einstecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einstecken>, abgerufen am 11.12.2019.

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