einstig

Grammatik Adjektiv · attributiv
Aussprache 
Worttrennung eins-tig

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ehemalig
  2. 2. [veraltend, gehoben] künftig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
ehemalig
Beispiele:
der einstige Diplomat
mein einstiger Schüler, Freund
mein einstiger Arbeitsplatz
eine einstige Vergoldung
die einstigen Höhenzüge wurden mit der Zeit abgetragen
das waren deine einstigen Worte
2.
veraltend, gehoben künftig
Beispiele:
bei deiner einstigen Heimkehr
damit das Söhnlein desto mehr zu essen bekäme und recht mit Muße sein einstiges Unheil erwarten könne [ G. KellerPankraz6,15]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

einst · einstig
einst Adv. ‘ehemals, früher, künftig, in (ferner) Zukunft’, ahd. eines (9. Jh.), einēst (um 1000) ‘einmal, eines Tages’, mhd. eines, eins, einest, einst ‘einmal, irgendeinmal, einst’, asächs. ēnes ‘einmal’, mnd. ēnes, ēns, mnl. eens, aengl. œ̄nes, engl. once ‘(irgend)einmal’. Genitivadverb zu ↗ein1 Num. (s. d.); im Hd. mit t-Erweiterung (zuerst bei Notker); aber noch bei Luther eines neben häufigerem einest, einst, jedoch überwiegend im Sinne von ‘einmal’. Die Verwendungen ‘ehemals’ und ‘künftig’ sind seit dem Mhd. nachzuweisen und setzen sich literatursprachlich im 17./18. Jh. durch. Neben eines und einst sind die erweiterten Formen einsten (14. bis 19. Jh.) und einstens (17. bis 20. Jh.) weithin sprachüblich. einstig Adj. ‘ehemalig, früher’, Adjektivableitung von einst; nur attributiv gebraucht, im 18. und 19. Jh. im Sinne von ‘künftig’, seit der Mitte des 19. Jhs. auf Vergangenes bezogen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Alt-... · Ex-... · ↗alt · ↗ehemalig · einstig · ↗einstmalig · frühere(r) · ↗gewesen · ↗seinerzeitig · ↗vormalig  ●  ↗damalig  Hauptform
Assoziationen
  • damals · in jenen (fernen) Tagen · in jenen längst vergangenen Tagen · in jener längst vergangenen Zeit · ↗seinerzeit · zu dieser Zeit · zu jener Zeit · zum damaligen Zeitpunkt  ●  ↗da  ugs.
  • anno dazumal · ↗dereinst · ↗ehedem · ↗ehemals · einst · ↗einstmals · in (jenen) längst vergangenen Tagen · in (jener) längst vergangener Zeit · in der Vergangenheit · in der guten alten Zeit · in ferner Vergangenheit · in vergangener Zeit · ↗seinerzeit · vor langer Zeit · ↗vordem · ↗vormals · ↗weiland  ●  ↗dazumal  veraltend · es hat Zeiten gegeben (da / in denen)  formelhaft · ↗früher  Hauptform · ↗dermaleinst  geh., literarisch · ↗einmal  ugs. · lang, lang ist's her  ugs. · vor Zeiten  geh.
  • Nachfolgestaat · Sukzessorstaat

Typische Verbindungen zu ›einstig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einstig‹.

Verwendungsbeispiele für ›einstig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit einigen Tagen erst können die einstigen Bewohner relativ problemlos in ihre Stadt zurückkehren.
Die Welt, 14.04.2000
Der einstige Erfolg dieser Oper lässt sich heute schwer nachvollziehen.
Fath, Rolf: Werke - D. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 948
Von den einstigen Zielen der Regierung sei nicht mehr viel übrig geblieben.
Der Tagesspiegel, 19.12.1997
Heute trifft man ihn allerdings nur noch in seiner einstigen Form an.
Brenk, Klaus: Schleusingen und Umgebung, Leipzig: VEB F.A. Brockhaus Verlag 1965, S. 21
Er sah sein künftiges Schicksal, aber nicht die einstige Schuld.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 1010
Zitationshilfe
„einstig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einstig>, abgerufen am 24.09.2020.

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