Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

einstig

Grammatik Adjektiv · attributiv, ohne Steigerung
Aussprache 
Worttrennung eins-tig
Wortzerlegung einst -ig

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ehemalig
  2. 2. [veraltend, gehoben] künftig
eWDG

Bedeutungen

1.
ehemalig
Beispiele:
der einstige Diplomat
mein einstiger Schüler, Freund
mein einstiger Arbeitsplatz
eine einstige Vergoldung
die einstigen Höhenzüge wurden mit der Zeit abgetragen
das waren deine einstigen Worte
2.
veraltend, gehoben künftig
Beispiele:
bei deiner einstigen Heimkehr
damit das Söhnlein desto mehr zu essen bekäme und recht mit Muße sein einstiges Unheil erwarten könne [ G. KellerPankraz6,15]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

einst · einstig
einst Adv. ‘ehemals, früher, künftig, in (ferner) Zukunft’, ahd. eines (9. Jh.), einēst (um 1000) ‘einmal, eines Tages’, mhd. eines, eins, einest, einst ‘einmal, irgendeinmal, einst’, asächs. ēnes ‘einmal’, mnd. ēnes, ēns, mnl. eens, aengl. œ̄nes, engl. once ‘(irgend)einmal’. Genitivadverb zu ein1 Num. (s. d.); im Hd. mit t-Erweiterung (zuerst bei Notker); aber noch bei Luther eines neben häufigerem einest, einst, jedoch überwiegend im Sinne von ‘einmal’. Die Verwendungen ‘ehemals’ und ‘künftig’ sind seit dem Mhd. nachzuweisen und setzen sich literatursprachlich im 17./18. Jh. durch. Neben eines und einst sind die erweiterten Formen einsten (14. bis 19. Jh.) und einstens (17. bis 20. Jh.) weithin sprachüblich. – einstig Adj. ‘ehemalig, früher’, Adjektivableitung von einst; nur attributiv gebraucht, im 18. und 19. Jh. im Sinne von ‘künftig’, seit der Mitte des 19. Jhs. auf Vergangenes bezogen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Alt-... · Ex-... · abgelöst · alt · ehemalig · einstig · einstmalig · frühere(r) · gewesen · seinerzeitig · vormalig  ●  damalig  Hauptform
Assoziationen
  • damals · in jenen (fernen) Tagen · in jenen längst vergangenen Tagen · in jener längst vergangenen Zeit · seinerzeit · zu dieser Zeit · zu jener Zeit · zum damaligen Zeitpunkt  ●  da ugs.
  • anno dazumal · dereinst · ehedem · ehemals · einst · einstmals · in (jenen) längst vergangenen Tagen · in (jener) längst vergangener Zeit · in der Vergangenheit · in der guten alten Zeit · in ferner Vergangenheit · in vergangener Zeit · seinerzeit · vor langer Zeit · vordem · vormals · weiland  ●  dazumal veraltend · es hat Zeiten gegeben (da / in denen) formelhaft · früher Hauptform · dermaleinst geh., literarisch · einmal ugs. · lang, lang ist's her ugs. · vor Zeiten geh.
  • Nachfolgestaat · Sukzessorstaat
  • (der/die) Noch-... · noch im Amt · scheidend · zur Ablösung anstehend

Typische Verbindungen zu ›einstig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einstig‹.

Verwendungsbeispiele für ›einstig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sah sein künftiges Schicksal, aber nicht die einstige Schuld. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 1010]
Schon während seiner Regierung war Ägypten von seiner einstigen Höhe abgesunken. [Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8877]
Heute trifft man ihn allerdings nur noch in seiner einstigen Form an. [Brenk, Klaus: Schleusingen und Umgebung, Leipzig: VEB F.A. Brockhaus Verlag 1965, S. 21]
Der einstige Erfolg dieser Oper lässt sich heute schwer nachvollziehen. [Fath, Rolf: Werke – D. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 948]
Interviews mit dem einstigen Star, der in Port Said als Trainer arbeitet, unterblieben allerdings in den ungarischen Medien. [Der Spiegel, 08.03.1982]
Zitationshilfe
„einstig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einstig>.

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