einwickeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungein-wi-ckeln (computergeneriert)
Wortzerlegungein-wickeln
Wortbildung mit ›einwickeln‹ als Erstglied: ↗Einwickelpapier · ↗Einwickelung · ↗Einwicklung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. in etw. wickeln
Gegenwort zu auswickeln
Beispiele:
eine Porzellanfigur in Seidenpapier, in ein Stück Stoff einwickeln
das verletzte Bein in Tücher, Binden einwickeln
er hatte das Kind warm in Decken eingewickelt
sie wickelte sich fest in ihren Umhang ein
eine Ware in Papier einwickeln
sie wickelt sich [Dativ] über Nacht das Haar ein (= rollt es ein)
wie er dem alten Mann sein Eingewickeltes aus der Hand schlägt [GoesBrandopfer49]
2.
salopp jmdm. seine klare Urteilskraft nehmen und ihn völlig für sich, für etw. einnehmen, jmdn. beschwatzen
Beispiele:
sie hatte ihn völlig eingewickelt
du hast dich von ihm einwickeln lassen
lasse dich nicht mit süßen Reden, von glatten Worten einwickeln!
er merkte, dass er eingewickelt werden sollte
wie Othello so töricht sein konnte, sich auf solche Weise von Jago einwickeln zu lassen [WintersteinLeben2,313]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wickeln · Wickel · Wieche · abwickeln · einwickeln · verwickeln
wickeln Vb. ‘etw. windend zusammenrollen, um etw. herumwinden, einhüllen’, mhd. wickeln ‘windeln’; in fester Wendung jmdn. um den kleinen Finger wickeln ‘gefügig, willig machen’ (16. Jh.), schief gewickelt (‘falsch angelegt’, dann auch ‘im Irrtum’) sein (19. Jh.). Das Verb ist abgeleitet von dem Substantiv Wickel m. f. ‘abzuspinnendes, um den Rocken gewundenes Faserbündel’, allgemein ‘Gewickeltes, was gewickelt wird und was zum Wickeln dient’ (15. Jh.), besonders ‘Rolle, auf die etw. gewickelt wird’ (vgl. Haar-, Lockenwickel, -wickler), ‘feuchter Umschlag um Körperteile’ (17. Jh.), ahd. wickilī(n) (10. Jh.), wickel (Hs. 12. Jh.), mhd. wickel n. ‘Faserbündel um den Rocken’ (Übersetzungswort für lat. pēnsum, eigentlich ‘die einer Spinnerin zur täglichen Verarbeitung zugewogene Wollmenge’, s. ↗Pensum). Dieses stellt sich wie Wieche m. f. ‘Faserbündel, Docht, Lunte, Scharpie’, ahd. wioh, wiohha (11. Jh.), mhd. wieche m. f. ‘aus Garn gedrehter Docht, gedrehte Scharpie, Lunte’, mnd. wēke, mnl. wieke, nl. wiek, aengl. wēoce (mit dem Stammsilbenvokal germ. eu) und gleichbed. mhd. (md.) wicke, engl. wick (mit dem Stammsilbenvokal germ. i) sowie außergerm. aind. vāgurā́ ‘Schlinge, Fallstrick’, lat. vēlum ‘Segel, Hülle, Tuch’, air. figim ‘webe’ zu der unter ↗Wachs (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯eg- ‘weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst’. Das maskuline Genus von Wickel entwickelt sich (17. Jh.) in Anlehnung an maskuline Gerätebezeichnungen auf el- (vgl. Flegel, Griffel, Schlüssel). In fester Wendung beim, am Wickel haben, kriegen, nehmen ‘am Kragen, Schopf fassen’ (19. Jh.), wohl zu Wickel in der Bedeutung ‘um den (Männer)zopf gewundenes Band’ (Wickelband). abwickeln Vb. ‘(von einer Rolle, Spule) abwinden, abrollen’ (16. Jh.), ‘(geschäftliche Dinge) erledigen, zum Abschluß bringen’ (2. Hälfte 18. Jh.). einwickeln Vb. ‘in Papier u. ä. verpacken’, übertragen ‘jmdn. betören’ (16. Jh.). verwickeln Vb. ‘umwinden’, übertragen ‘in unlösbare Verbindung bringen, umstricken’ (15. Jh.); dazu verwickelt Part.adj. ‘kompliziert’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
einhüllen · ↗einpacken · ↗einsacken · ↗einschlagen · ↗eintüten · einwickeln · ↗verpacken
Unterbegriffe
Synonymgruppe
einhüllen · einwickeln · ↗hüllen · ↗umhüllen · ↗verbinden · wickeln
Oberbegriffe
Synonymgruppe
berücken · ↗betören · ↗bezaubern · ↗bezirzen · ↗hypnotisieren · in den/seinen Bann schlagen · in den/seinen Bann ziehen · ↗umgarnen · ↗verführen · ↗verzaubern  ●  ↗einlullen  ugs. · einwickeln  ugs. · um den (kleinen) Finger wickeln  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) heile Welt vorgaukeln · so tun als wenn alles in (bester) Ordnung ist  ●  einwickeln  fig. · ↗einlullen  ugs. · ↗einseifen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baby Bettlaken Bonbon Decke Fisch Folie Frischhaltefolie Geldschein Geschenkpapier Handtuch Klopapier Leiche Leichnam Mumie Müllsack Packpapier Plastikfolie Plastiksack Plastiktüte Seidenpapier Säugling Taschentuch Toilettenpapier Tuch Wolldecke Zeitungspapier bekleiden verpacken verschnüren wickeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›einwickeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich liebe es, Gebäude, in denen die Macht regiert, mit Worten einzuwickeln.
Die Zeit, 21.10.2004, Nr. 44
Wahrscheinlich wird unsere neue Regierung aber zu blöd sein, diese Tricks zu durchschauen, und sich einwickeln lassen - zum Schaden der gesamten deutschen Wirtschaft.
C't, 1998, Nr. 23
Sie war zu dünn angezogen und wickelte sich in ihre Arme ein.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 229
Wie der Name besagt, wird das ganze Bein eingewickelt, meist doppelseitig.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 208
Der läßt sich von seinen alten Säcken im Reichstag einwickeln.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 44
Zitationshilfe
„einwickeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/einwickeln>, abgerufen am 11.12.2018.

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