eitel

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungei-tel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›eitel‹ als Erstglied: ↗Eitelkeit  ·  mit ›eitel‹ als Letztglied: ↗pfaueneitel · ↗uneitel  ·  mit ›eitel‹ als Grundform: ↗vereiteln
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
darauf bedacht, von anderen (wegen seines Äußeren) beachtet und bewundert zu werden, von seinen (vermeintlichen) Vorzügen allzu überzeugt
Beispiele:
ein eitler Mensch
abwertend ein eitler Geck, Fant
eine eitle Person
ein sehr eitles (= putzsüchtiges) Mädchen
das Lob wird ihn noch eitel machen
auf etw. eitel sein
worauf er bloß so eitel ist?
eitel wie ein Pfau
pfauenhaft eitel
sich eitel im Spiegel betrachten, mustern
als daß die eitle Schachtel über ihn weg auf Höhere sah [FedererBerge262]
Er ... war eitel auf sein hübsches Gesicht [Wasserm.Gänsemännchen58]
selbstgefällig
Beispiele:
eitler Ehrgeiz
Denn derweil er so prahlerisch schwatzt, vollführt er nur ein eitles Lärmen [WeismantelRiemenschneider60]
Die Kunst wollte diesen einfachen Männern wenn nicht als ein eitles, doch jedenfalls als ein überflüssiges Gewerbe erscheinen. Steffan nahm mich jedoch in Schutz. Jedes Geschäft ... sei eitel, wenn man es im Dienst der Eitelkeit betriebe, sogar das Predigen [KügelgenJugenderinnerungen396]
2.
gehoben rein
Beispiele:
was er gefunden hatte, war eitles Gold
Nein, Mortimer! Euch blendet eitle Furcht [SchillerStuartI 6]
meist unflektiert
spöttisch
Beispiele:
eitel Gold, Glück
der [Kloß] schwand jetzt, schmolz in eitel Butter [A. ZweigRegenbogen236]
nichts als, nur
Beispiele:
in dem Hause herrschte eitel Sonnenschein, Freude, Wonne, Jubel, Frieden, Lust und Wohlgefallen
sie wurde eitel Gift und Galle
daß vor hundert Jahren die ominöse Dreizehn unserem Vaterland eitel Glanz und Ruhm bescherte [WeiskopfAbschied v. Frieden1,49]
Sie ist eitel Bewunderung [Feuchtw.Söhne130]
Diesen ganzen ersten Tag über waren wir eitel glücklich [Feuchtw.Teufel238]
Wir stolze Menschenkinder / Sind eitel arme Sünder [M. ClaudiusAbendlied]
Ich soll nur noch in diese Stadt, / Wo's eitel gute Kinder hat [StormKnecht Rupr.]
3.
gehoben leer, nichtig, inhaltlos
Beispiele:
ihre Besorgnisse erwiesen sich als eitel
Da kommt ihm sein ganzes Tun unnütz und eitel vor [HesseGlasperlensp.6,639]
Ist alles fruchtlos und eitel [HeineWintermärchen2,439]
spüren die Pastoren nicht, wie ihre Predigt vor den verlesenen Bibelworten als eitel und leer zusammensackt? [KlepperSchatten138]
Das war aber ein eitles (= vergebliches) Mühen [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,386]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eitel · Eitelkeit · vereiteln
eitel Adj. ‘von seinen (vermeintlichen) Vorzügen überzeugt, gefallsüchtig, rein, nichtig, leer’, ahd. ītal (9. Jh.), mhd. ītel, asächs. īdal, mnd. mnl. īdel, nl. ijdel, aengl. īdel. Nur westgerm. (*īdla-); Herkunft ungeklärt, außergerm. Verwandtschaft nicht glaubhaft nachweisbar. Die Ausgangsbedeutung ‘leer’ findet sich ahd. bereits in den Varianten ‘öde, nichtig, vergeblich’. Die mhd. Verwendung ‘bloß, nichts als’ begegnet noch in eitel Gold, eitel Freude (vgl. Eitel Friedrich, eigentlich ‘nur Friedrich’). Aus dem bibelsprachlichen Gebrauch alles ist eitel (vgl. (omnia) est vanitas Vulgata) entwickelt sich die nhd. Hauptbedeutung ‘auf Wirkung bedacht, selbstgefällig’. Eitelkeit f. ‘Selbstgefälligkeit, Gefallsucht, Nichtigkeit’, mhd. ītelkeit ‘Leerheit, Nichtigkeit’. vereiteln Vb. ‘verhindern, zum Scheitern bringen’ (18. Jh.), mhd. verītelen ‘kraftlos werden’, gebildet zu eitel, mhd. ītel ‘leer, nichtig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
eitel · ↗gefallsüchtig · ↗kokett · ↗narzisstisch
Assoziationen
Synonymgruppe
bar · ↗blank · ↗bloß · nichts als · ↗pur · ↗rein · ↗schier · ↗total (nachgestellt)  ●  (der/die/das) reinste (...)  emotional · eitel  veraltend · ↗lauter  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fatzke Geck Geschwätz Geschwätzigkeit Gockel Pfau Pose Schwätzer Selbstbespiegelung Selbstdarsteller Selbstdarstellung Selbstgefälligkeit Selbstinszenierung Selbstüberschätzung Tand Wahn Wichtigtuer arrogant aufgeblasen egozentrisch ehrgeizig geschwätzig herrschen intrigant machthungrig selbstgefällig selbstgerecht selbstsüchtig selbstverliebt überheblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eitel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Al Gore sei moralisch eitel, er sehe keine Ehre in der Politik.
Die Welt, 03.09.1999
Sie ist nicht eitel, sondern verleiht eine gewisse Sicherheit, indem sie uns hilft, uns selbst zu orientieren.
Der Tagesspiegel, 29.05.1997
Und als er das erkannt hatte, war er eitel genug, dieses Lachen stets bereitzuhalten.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 180
Wahrscheinlich war sie zu eitel, in der Uniform nach Hause zu gehen.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 232
Es darf keinesfalls so eitel sein, daß es weint, wenn es nicht herausgeputzt wird.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 21999
Zitationshilfe
„eitel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eitel>, abgerufen am 22.02.2019.

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