eitel

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ei-tel (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›eitel‹ als Erstglied: Eitelkeit  ·  mit ›eitel‹ als Letztglied: pfaueneitel · uneitel  ·  mit ›eitel‹ als Grundform: vereiteln
eWDG

Bedeutungen

1.
darauf bedacht, von anderen (wegen seines Äußeren) beachtet und bewundert zu werden, von seinen (vermeintlichen) Vorzügen allzu überzeugt
Beispiele:
ein eitler Mensch
abwertendein eitler Geck, Fant
eine eitle Person
ein sehr eitles (= putzsüchtiges) Mädchen
das Lob wird ihn noch eitel machen
auf etw. eitel sein
worauf er bloß so eitel ist?
eitel wie ein Pfau
pfauenhaft eitel
sich eitel im Spiegel betrachten, mustern
als daß die eitle Schachtel über ihn weg auf Höhere sah [ FedererBerge262]
Er … war eitel auf sein hübsches Gesicht [ Wasserm.Gänsemännchen58]
selbstgefällig
Beispiele:
eitler Ehrgeiz
Denn derweil er so prahlerisch schwatzt, vollführt er nur ein eitles Lärmen [ WeismantelRiemenschneider60]
Die Kunst wollte diesen einfachen Männern wenn nicht als ein eitles, doch jedenfalls als ein überflüssiges Gewerbe erscheinen. Steffan nahm mich jedoch in Schutz. Jedes Geschäft … sei eitel, wenn man es im Dienst der Eitelkeit betriebe, sogar das Predigen [ KügelgenJugenderinnerungen396]
2.
gehoben rein
Beispiele:
was er gefunden hatte, war eitles Gold
Nein, Mortimer! Euch blendet eitle Furcht [ SchillerStuartI 6]
spöttisch
Grammatik: meist unflektiert
Beispiele:
eitel Gold, Glück
der [Kloß] schwand jetzt, schmolz in eitel Butter [ A. ZweigRegenbogen236]
nichts als, nur
Beispiele:
in dem Hause herrschte eitel Sonnenschein, Freude, Wonne, Jubel, Frieden, Lust und Wohlgefallen
sie wurde eitel Gift und Galle
daß vor hundert Jahren die ominöse Dreizehn unserem Vaterland eitel Glanz und Ruhm bescherte [ WeiskopfAbschied v. Frieden1,49]
Sie ist eitel Bewunderung [ Feuchtw.Söhne130]
Diesen ganzen ersten Tag über waren wir eitel glücklich [ Feuchtw.Teufel238]
Wir stolze Menschenkinder / Sind eitel arme Sünder [ M. ClaudiusAbendlied]
Ich soll nur noch in diese Stadt, / Wo's eitel gute Kinder hat [ StormKnecht Rupr.]
3.
gehoben leer, nichtig, inhaltlos
Beispiele:
ihre Besorgnisse erwiesen sich als eitel
Da kommt ihm sein ganzes Tun unnütz und eitel vor [ HesseGlasperlensp.6,639]
Ist alles fruchtlos und eitel [ HeineWintermärchen2,439]
spüren die Pastoren nicht, wie ihre Predigt vor den verlesenen Bibelworten als eitel und leer zusammensackt? [ KlepperSchatten138]
Das war aber ein eitles (= vergebliches) Mühen [ E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,386]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eitel · Eitelkeit · vereiteln
eitel Adj. ‘von seinen (vermeintlichen) Vorzügen überzeugt, gefallsüchtig, rein, nichtig, leer’, ahd. ītal (9. Jh.), mhd. ītel, asächs. īdal, mnd. mnl. īdel, nl. ijdel, aengl. īdel. Nur westgerm. (*īdla-); Herkunft ungeklärt, außergerm. Verwandtschaft nicht glaubhaft nachweisbar. Die Ausgangsbedeutung ‘leer’ findet sich ahd. bereits in den Varianten ‘öde, nichtig, vergeblich’. Die mhd. Verwendung ‘bloß, nichts als’ begegnet noch in eitel Gold, eitel Freude (vgl. Eitel Friedrich, eigentlich ‘nur Friedrich’). Aus dem bibelsprachlichen Gebrauch alles ist eitel (vgl. (omnia) est vanitas Vulgata) entwickelt sich die nhd. Hauptbedeutung ‘auf Wirkung bedacht, selbstgefällig’. Eitelkeit f. ‘Selbstgefälligkeit, Gefallsucht, Nichtigkeit’, mhd. ītelkeit ‘Leerheit, Nichtigkeit’. vereiteln Vb. ‘verhindern, zum Scheitern bringen’ (18. Jh.), mhd. verītelen ‘kraftlos werden’, gebildet zu eitel, mhd. ītel ‘leer, nichtig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
bar · blank · bloß · nichts als · pur · rein · schier · total (nachgestellt)  ●  (der/die/das) reinste (...)  emotional · eitel  veraltend · lauter  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›eitel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›eitel‹.

Verwendungsbeispiele für ›eitel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und als er das erkannt hatte, war er eitel genug, dieses Lachen stets bereitzuhalten. [Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 180]
Wahrscheinlich war sie zu eitel, in der Uniform nach Hause zu gehen. [Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 232]
Und eitle Herren gab es in den jungen Jahren des Films ebenfalls. [Die Zeit, 02.11.2011 (online)]
Er war ausnahmsweise so extrem eitel, sein Aussehen selbst sehr anziehend zu finden. [Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 131]
Ich kam mir sogar, so eitel das auch klingt, gut und schön vor. [Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 142]
Zitationshilfe
„eitel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eitel>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
eisähnlich
eiszeitlich
eisstarr
eisschnelllaufen
eisschnell-laufen
eiterig
eitern
eitrig
eiweißarm
eiweißartig