ekelhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungekel-haft (computergeneriert)
WortzerlegungEkel1-haft
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
abstoßend, anwidernd, abscheulich
a)
physisch widerlich
Beispiele:
ein ekelhafter Geruch, Anblick
ekelhaftes Gewürm
ein ekelhafter Wurm
diese Fliegen sind eine ekelhafte Plage
ekelhaft aussehende Tiere
ein ekelhaft vernachlässigtes Äußeres
seine ekelhafte Art zu essen
Wie ekelhaft grün die Gesichter waren gegen die Mauer [SeghersDie Toten6,575]
b)
moralisch abstoßend, verwerflich
Beispiele:
welcher Sinn soll denn in diesem frechen, ekelhaften und erbärmlichen Unsinn liegen [DöblinAlexanderpl.224]
mitten in dieser sinnlosen, raffgierigen, ekelhaften Zeit [LanggässerVergänglichkeit42]
2.
salopp, übertrieben sehr
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
es ist ekelhaft kalt
ich habe mich ekelhaft geschnitten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ekel · ekeln · ekel · ekelhaft · eklig
Ekel m. ‘Abscheu, heftiger Widerwille’, im 16. Jh. vom Md. ausgehend (öfters bei Luther); wohl Substantivbildung zu ekeln (s. unten). Die Herkunft ist nicht geklärt. Bedeutungsnah stehen sich das wohl dem nd. md. Bereich entstammende Adjektiv ekel, auch eikel, und obd.heikel (s. d.) gegenüber, wobei der h-Anlaut, ähnlich wie bei ↗heischen (s. d.), prothetisch hinzugetreten sein könnte, sofern man für heikel nicht eine andere Herleitung vorzieht. Nicht sicher gedeutet ist auch das Verhältnis von ekeln zu dem im Alem. neben erken bezeugten erkeln, erkelen (16. Jh.), vgl. noch schweiz. erggelen ‘physischen Widerwillen auslösen’. Hierzu gehört das vereinzelt bezeugte mhd. erklich ‘ekelhaft’. Das lange ē der Stammsilbe ist wohl im Nd. und Md. kontrahiert aus germ. ai (obd. ei). Die bis ins 18. Jh. festgehaltene Schreibung Eckel weist auf Nebenformen mit ursprünglicher Doppelkonsonanz. Ekel bezeichnet einen hohen Grad der Abneigung und wird weithin eingeengt auf die Bedeutung ‘Reiz zum Erbrechen’. Seit dem 18. Jh. wird Ekel n. umgangssprachlich für ‘widerwärtiger, ekelhafter Mensch’ gebraucht. ekeln Vb. reflexiv ‘Ekel empfinden’; vgl. mnd. (vom Ostfäl. ausgehend) ēkelen, ēchelen ‘verdrießen, nicht gefallen, widerwärtig sein’. Die Schreibung mit ch kann im Mnd. für k stehen, aber auch auf den Übergang zu spirantischer Aussprache des k nach i (und e) hinweisen. Hd. (noch lange ausschließlich md.) seit dem 16. Jh. eckeln, daneben zunächst selten ekeln. Bei Luther auch im Sinne des mnd. vorherrschenden Gebrauchs ‘verdrießen, mißfallen, zuwider sein’. ekel Adj. ‘Ekel, Abscheu erregend, Ekel empfindend’ (daneben auch eckel); wie Ekel seit dem 16. Jh. bezeugt, in jüngerer Zeit veraltend. ekelhaft Adj. ‘Ekel erregend’, landschaftlich (südd.) auch ‘Ekel empfindend’, im 17. Jh. aufkommend. eklig Adj. ‘unangenehm, widerwärtig’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Brechreiz auslösend · ↗Ekel erregend · ↗abscheulich · ↗abstoßend · ↗ekelerregend · ekelhaft · ↗ekelig · ↗eklig · ↗unangenehm · ↗widerwärtig  ●  ↗unappetitlich  auch figurativ · ↗ungustiös  österr. · ↗widerlich  Hauptform · ↗degoutant  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anblick Gedicht Geruch Geräusch Geschmack Gestank Kerl Schweinerei Weise Wesen Zeug abstoßend besonders brutal derart erfinden geradezu lächerlich manchmal peinlich pervers riechen schmecken schmutzig stinken süßlich verhaßt widerlich widerwärtig ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ekelhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er würde sich nie wieder solche ekelhaften Witze anhören müssen.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 885
Er riecht überhaupt nicht nach neuem Auto, sondern er stinkt ganz ekelhaft, finde ich.
Bild, 18.01.1999
Ich fand es zwar ekelhaft, wenn Männer es taten, ich selbst erzählte aber gelegentlich gern welche.
Der Tagesspiegel, 21.09.1996
Es war ekelhaft, sie so betrachtet zu sehen, überhaupt betrachtet zu sehen.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 17
Und einen Kollegen zu verhören, empfand er als geradezu ekelhaft.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 272
Zitationshilfe
„ekelhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ekelhaft>, abgerufen am 08.12.2019.

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