eklig

GrammatikAdjektiv
Nebenform ekelig · Adjektiv
Aussprache
Worttrennungek-lig · eke-lig
WortzerlegungEkel1-ig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
ekelhaft, ekelerregend
Beispiel:
Mit Petroleum hatte sie das eklige Viehzeug [die Kakerlaken] ausgeräuchert [BredelVäter178]
2.
salopp schwer zu befriedigen, pedantisch
Beispiele:
sie ist eklig in ihrer Wirtschaft, Ordnung
Sei doch nicht immer so eklig, Hermann [GoetzTote Tante119]
3.
salopp unangenehm
Beispiele:
er kann ebenso auch mal höllisch eklig werden [G. HermannWordelmann92]
Von Stund an wurde er eklig, aber nicht gegen den Chef, sondern gegen mich [WelkGrambauer144]
salopp, übertrieben sehr
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
man kann eklig dabei hereinfallen
sie hatte sich eklig geschnitten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ekel · ekeln · ekel · ekelhaft · eklig
Ekel m. ‘Abscheu, heftiger Widerwille’, im 16. Jh. vom Md. ausgehend (öfters bei Luther); wohl Substantivbildung zu ekeln (s. unten). Die Herkunft ist nicht geklärt. Bedeutungsnah stehen sich das wohl dem nd. md. Bereich entstammende Adjektiv ekel, auch eikel, und obd.heikel (s. d.) gegenüber, wobei der h-Anlaut, ähnlich wie bei ↗heischen (s. d.), prothetisch hinzugetreten sein könnte, sofern man für heikel nicht eine andere Herleitung vorzieht. Nicht sicher gedeutet ist auch das Verhältnis von ekeln zu dem im Alem. neben erken bezeugten erkeln, erkelen (16. Jh.), vgl. noch schweiz. erggelen ‘physischen Widerwillen auslösen’. Hierzu gehört das vereinzelt bezeugte mhd. erklich ‘ekelhaft’. Das lange ē der Stammsilbe ist wohl im Nd. und Md. kontrahiert aus germ. ai (obd. ei). Die bis ins 18. Jh. festgehaltene Schreibung Eckel weist auf Nebenformen mit ursprünglicher Doppelkonsonanz. Ekel bezeichnet einen hohen Grad der Abneigung und wird weithin eingeengt auf die Bedeutung ‘Reiz zum Erbrechen’. Seit dem 18. Jh. wird Ekel n. umgangssprachlich für ‘widerwärtiger, ekelhafter Mensch’ gebraucht. ekeln Vb. reflexiv ‘Ekel empfinden’; vgl. mnd. (vom Ostfäl. ausgehend) ēkelen, ēchelen ‘verdrießen, nicht gefallen, widerwärtig sein’. Die Schreibung mit ch kann im Mnd. für k stehen, aber auch auf den Übergang zu spirantischer Aussprache des k nach i (und e) hinweisen. Hd. (noch lange ausschließlich md.) seit dem 16. Jh. eckeln, daneben zunächst selten ekeln. Bei Luther auch im Sinne des mnd. vorherrschenden Gebrauchs ‘verdrießen, mißfallen, zuwider sein’. ekel Adj. ‘Ekel, Abscheu erregend, Ekel empfindend’ (daneben auch eckel); wie Ekel seit dem 16. Jh. bezeugt, in jüngerer Zeit veraltend. ekelhaft Adj. ‘Ekel erregend’, landschaftlich (südd.) auch ‘Ekel empfindend’, im 17. Jh. aufkommend. eklig Adj. ‘unangenehm, widerwärtig’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abstoßend · ↗unausstehlich · ↗unerträglich · ↗unsympathisch · ↗widerwärtig  ●  eklig  ugs. · ↗ätzend  ugs.
Synonymgruppe
Brechreiz auslösend · ↗Ekel erregend · ↗abscheulich · ↗abstoßend · ↗ekelerregend · ↗ekelhaft · ekelig · eklig · ↗unangenehm · ↗widerwärtig  ●  ↗unappetitlich  auch figurativ · ↗ungustiös  österr. · ↗widerlich  Hauptform · ↗degoutant  geh.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›eklig‹, ›ekelig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der ersten Zeit habe ich mich echt bemüht, eklig zu sein.
Bild, 18.03.2003
Sie sind nicht immer nur eklig - komisch sind sie manchmal auch.
konkret, 2000 [1998]
Er lag mit verbundenem Kopf im Bett und war im höchsten Grade eklig.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 29447
Wenn sie die Augen zumacht, sieht sie die eklige Wunde immer noch vor sich.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 113
Warum zeigt mir auf einmal die Welt ihre sonst verborgene scheußliche Unflätigkeit in zahllosen ekligen und widrigen Bildern?
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 45
Zitationshilfe
„eklig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/eklig>, abgerufen am 27.01.2020.

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