ekeln

GrammatikVerb
Aussprache
GrundformEkel1
Wortbildung mit ›ekeln‹ als Letztglied: ↗anekeln · ↗herausekeln · ↗hinausekeln · ↗rausekeln
eWDG, 1967

Bedeutung

sich ekelnEkel empfinden
Beispiele:
vor dieser Speise ekle, ekele ich mich
er ekelte sich vor dieser Unsauberkeit, diesem Anblick
Georg ekelte sich, aber er mußte genau mit zusehen [SeghersSiebtes Kreuz4,94]
jmdn., jmdm. ekelt (es) vor etw., jmdm.
Beispiele:
mich ekelt (es) davor, vor ihm
es ekelt mich, davon zu sprechen
Vielleicht ekelte ihn vor mir [BecherAbschied4,61]
weil mir vor dieser Stadt ekelt [Wasserm.Gänsemännchen99]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ekel · ekeln · ekel · ekelhaft · eklig
Ekel m. ‘Abscheu, heftiger Widerwille’, im 16. Jh. vom Md. ausgehend (öfters bei Luther); wohl Substantivbildung zu ekeln (s. unten). Die Herkunft ist nicht geklärt. Bedeutungsnah stehen sich das wohl dem nd. md. Bereich entstammende Adjektiv ekel, auch eikel, und obd.heikel (s. d.) gegenüber, wobei der h-Anlaut, ähnlich wie bei ↗heischen (s. d.), prothetisch hinzugetreten sein könnte, sofern man für heikel nicht eine andere Herleitung vorzieht. Nicht sicher gedeutet ist auch das Verhältnis von ekeln zu dem im Alem. neben erken bezeugten erkeln, erkelen (16. Jh.), vgl. noch schweiz. erggelen ‘physischen Widerwillen auslösen’. Hierzu gehört das vereinzelt bezeugte mhd. erklich ‘ekelhaft’. Das lange ē der Stammsilbe ist wohl im Nd. und Md. kontrahiert aus germ. ai (obd. ei). Die bis ins 18. Jh. festgehaltene Schreibung Eckel weist auf Nebenformen mit ursprünglicher Doppelkonsonanz. Ekel bezeichnet einen hohen Grad der Abneigung und wird weithin eingeengt auf die Bedeutung ‘Reiz zum Erbrechen’. Seit dem 18. Jh. wird Ekel n. umgangssprachlich für ‘widerwärtiger, ekelhafter Mensch’ gebraucht. ekeln Vb. reflexiv ‘Ekel empfinden’; vgl. mnd. (vom Ostfäl. ausgehend) ēkelen, ēchelen ‘verdrießen, nicht gefallen, widerwärtig sein’. Die Schreibung mit ch kann im Mnd. für k stehen, aber auch auf den Übergang zu spirantischer Aussprache des k nach i (und e) hinweisen. Hd. (noch lange ausschließlich md.) seit dem 16. Jh. eckeln, daneben zunächst selten ekeln. Bei Luther auch im Sinne des mnd. vorherrschenden Gebrauchs ‘verdrießen, mißfallen, zuwider sein’. ekel Adj. ‘Ekel, Abscheu erregend, Ekel empfindend’ (daneben auch eckel); wie Ekel seit dem 16. Jh. bezeugt, in jüngerer Zeit veraltend. ekelhaft Adj. ‘Ekel erregend’, landschaftlich (südd.) auch ‘Ekel empfindend’, im 17. Jh. aufkommend. eklig Adj. ‘unangenehm, widerwärtig’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) dreht jemandem den Magen um · (jemandem) widerwärtig sein · (jemandem) zuwider sein · ↗(jemanden) abstoßen · ↗(jemanden) anwidern · (jemanden) ekeln · Abscheu hervorrufen (bei) · Brechreiz hervorrufen (bei) · Ekel hervorrufen (bei)
Assoziationen
  • (jemandem) dreht sich der Magen um · (sich) ekeln (vor) · (sich) schütteln (bei) · Abscheu empfinden · Brechreiz empfinden · Ekel empfinden · abstoßend finden · ekelhaft finden · widerwärtig finden  ●  fies sein (für / vor)  ugs., kölsch
  • abgelehnt werden · auf Ablehnung stoßen · auf wenig Gegenliebe stoßen
  • (jemandem ein) Gräuel · ↗(körperliche) Ablehnung · ↗(körperliche) Abneigung · ↗Abscheu · ↗Aversion · ↗Ekelgefühl(e) · Sich-Abwenden · ↗Widerwille  ●  ↗Ekel  Hauptform · ↗Degout  geh., franz.
  • Brechreiz auslösen · Ekel erregen · Übelkeit hervorrufen
Synonymgruppe
(jemandem) dreht sich der Magen um · (sich) ekeln (vor) · (sich) schütteln (bei) · Abscheu empfinden · Brechreiz empfinden · Ekel empfinden · abstoßend finden · ekelhaft finden · widerwärtig finden  ●  fies sein (für / vor)  ugs., kölsch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amt Anblick Berührung Essen Fleisch Gedanke Haut Ratte Spinne Tier Wurm anekeln davor fürchten gruseln hinausekeln ich langweilen manchmal plötzlich rausekeln selber selbst weg zappen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ekeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sexuell erregte Frauen ekeln sich weniger als solche mit kühlem Kopf.
Die Zeit, 13.09.2012 (online)
Als er mit toten Tieren verkehrte, ekelte er sich vor sich selbst.
Der Tagesspiegel, 06.11.2000
Man ekelt sich vor ihnen, geht ihnen aus dem Wege.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 114
Soll sich Eva vor mir ekeln und mit mir plagen?
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1944. In: Nowojski, Walter (Hg.), Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1944], S. 43
Aber im Grunde ekelt er sich nur vor sich selbst.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 159
Zitationshilfe
„ekeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ekeln>, abgerufen am 06.12.2019.

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