ekstatisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungek-sta-tisch · eks-ta-tisch
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›ekstatisch‹ als Erstglied: ↗Ekstatik
eWDG, 1967

Bedeutung

in Ekstase
Beispiele:
ein ekstatischer Tanz, Glaube
eine ekstatische Raserei
ekstatische Musik
in ekstatischem Zustand, in ekstatischer Erregung, Leidenschaft
mit ekstatischer Hingabe
er blickte in ekstatische Gesichter
ekstatisch schreien, tanzen, toben, um sich schlagen
daß sie diese ekstatische Vergötterung gefördert und vielleicht sogar gefordert hat [St. ZweigBalzac423]
der aufdringlichen Zärtlichkeit seiner ekstatischen Freundin [KügelgenJugenderinnerungen125]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ekstase · ekstatisch
Ekstase f. ‘übermäßige Begeisterung, Verzückung’ gehört im Dt. ursprünglich religiösem Sprachgebrauch an und kennzeichnet einen Ausnahmezustand des Seelenlebens, der auf übernatürliche Ursachen zurückgeführt wird. Spätlat. (besonders kirchenlat.) ecstasis, auch ex(s)tasis ‘das Außersichsein in religiöser Verzückung oder vor Schrecken, Staunen’, das auf gleichbed. griech. ékstasis (ἔκστασις), auch ‘Irresein, Rausch, tiefe Ohnmacht’, eigentlich ‘Entfernung, Entferntsein von einer Stelle, das Aus-sich-heraus-Gehen’, beruht, zu griech. existánai (ἐξιστάναι) ‘herausstellen, etw. in einen anderen als den gewöhnlichen Zustand versetzen’ bzw. exístasthai (ἐξίστασθαι) ‘herausgehen, außer sich geraten, von Sinnen kommen, heftig erschüttert werden’, erscheint im 16. Jh. im Dt. Der Gebrauch mit eingedeutschter Endung und in verallgemeinerter Bedeutung setzt im 17. Jh. unter Einfluß von frz. extase ‘Ent-, Verzückung’ ein, wird aber erst Ende des 18. Jhs. geläufig. ekstatisch Adj. ‘rauschhaft, schwärmerisch’ (18. Jh.); vgl. griech. ekstatikós (ἐκστατικός) ‘verrückend, verrückt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
berauscht · ekstatisch

Typische Verbindungen zu ›ekstatisch‹

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Verwendungsbeispiele für ›ekstatisch‹

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Die restlichen 160.000 Fans beglückte er dreieinhalb ekstatische Stunden lang.
Die Zeit, 27.05.2013, Nr. 21
Je öfter der Ball übers Netz fliegt, desto ekstatischer begleiten sie ihn.
Der Tagesspiegel, 03.05.2005
Eine ekstatische Vision war gar nicht nötig, ihn in diese Spannung zu versetzen.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 297
Dabei macht nur sie es möglich, die psychologischen Erlebnisse des ekstatischen Tänzers zu steuern.
Jahn, Janheinz: Afrika. Der neue Partner in der Weltgeschichte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 23044
Zunächst gehört sie je einer vollen ekstatischen Einheit der Zeitlichkeit zu.
Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 350
Zitationshilfe
„ekstatisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ekstatisch>, abgerufen am 07.04.2020.

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