elektrisch

GrammatikAdjektiv
Worttrennungelek-trisch · elekt-risch
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›elektrisch‹ als Erstglied: ↗Elektrik · ↗elektrisieren  ·  mit ›elektrisch‹ als Letztglied: ↗dieselelektrisch · ↗ferroelektrisch · ↗fotoelektrisch · ↗lichtelektrisch · ↗myoelektrisch · ↗vollelektrisch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
auf Elektrizität beruhend, durch Elektrizität hervorgerufen
Beispiele:
ein elektrischer Schlag
eine elektrische Entladung, Zündung
elektrische Schwingungen
elektrische Energie, Kraft (= Elektrizität)
etw. ist elektrisch geladen
übertragen
Beispiele:
Wie immer, wenn die Ekstase das Gesicht Bernadettens verwandelt ... zuckt eine elektrische Erschütterung durch den Körper der knienden Frauen [WerfelBernadette216]
Die Nachricht vom Mord an Anna Maréchal fügte dem geistigen, ja dem allgemeinen Berlin ... einen elektrisch die Nerven treffenden Stoß zu [A. ZweigElfenbeinfächer232]
2.
mit Elektrizität betrieben
Beispiele:
eine elektrische Eisenbahn, Nähmaschine, Klingel, Uhr
ein elektrischer Herd, Kocher, Warmwasserspeicher, Kühlschrank, Heizofen, ein elektrisches Klavier
der elektrische Stuhl (= in den Vereinigten Staaten von Amerika verwendeter Apparat von der Form eines Stuhles, durch den zum Tode Verurteilte mit elektrischem Starkstrom hingerichtet werden)
ein elektrischer Antrieb, Betrieb
eine elektrische Weiche
die ganze Einrichtung ist elektrisch
etw. elektrisch betreiben, steuern, regeln
eine Strecke ist elektrisch befahrbar
ein Raum ist elektrisch heizbar
umgangssprachlich etw. geht, läuft elektrisch
3.
Physik, Technik
Beispiele:
ein elektrisches Feld (= Feld, das in der Umgebung elektrischer Ladungen besteht)
ein elektrischer Generator (= Maschine, die mechanische Leistung in Elektrizität umwandelt)
die elektrische Ladung (= Grundeigenschaft der Materie, die zum Beispiel durch Überschuss von Elektronen bedingt sein kann)
eine negative elektrische Ladung
eine positive elektrische Ladung
die elektrische Leitfähigkeit (= Fähigkeit eines Stoffes, den elektrischen Strom zu leiten)
die elektrische Leitung (= Leitung, die dem Transport elektrischer Energie dient)
die elektrische Maßeinheit
ein elektrisches Messgerät (= Gerät zur Messung von elektrischen Größen wie Stromstärke, Spannung, Leistung, Frequenz)
die elektrische Spannung (= durch verschieden große elektrische Ladung bedingte Kräfte zweier Körper, Potentialdifferenz)
der elektrische Strom (= Bewegung elektrischer Ladungen)
der elektrische Stromkreis
der elektrische Widerstand (= Widerstand, den ein Leiter dem Durchgang des elektrischen Stromes entgegensetzt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

elektrisch · Elektrische · Elektrizität · elektrisieren · elektrifizieren · Elektriker · Elektrolyse · Elektromagnetismus · Elektrotechnik · elektrotechnisch · Elektrode · Elektron1
elektrisch Adj. ‘auf Elektrizität beruhend, mit Elektrizität betrieben’. Seit Anfang des 18. Jhs. bezeugt, nach nlat. electrica, das zuerst der englische Physiker Gilbert (1600, kurz danach auch im Dt.) im Sinne von ‘magnetisch’ (durch elektrische Ladung) gebraucht; gebildet zu lat. ēlectrum, griech. ḗlektron, ḗlektros (ἤλεκτρον, ἤλεκτρος) ‘Bernstein’ (auf Grund der am Bernstein beobachteten Reibungselektrizität; die davon ausgehende Anziehungskraft wird schon im Altertum zu Heilzwecken verwendet). Die griech. Benennung des Bernsteins ist abgeleitet von griech. ēléktōr (ἠλέκτωρ) ‘strahlende Sonne’, bezieht sich also auf die leuchtende, goldgelbe Farbe. Substantiviert Elektrische f. (um 1900), eigentlich elektrische (Straßen)bahn. Elektrizität f. ‘auf elektrischer Ladung beruhende Energieform’ (1744); vgl. engl. electricity (1646), frz. électricité (1720), nlat. electricitas (1734). elektrisieren Vb. ‘elektrisch aufladen, mit elektrischem Strom behandeln’ (1744), nach frz. électriser; daneben anfangs gleichbed. elektrifizieren Vb. im 20. Jh. dagegen ‘auf elektrischen Betrieb umstellen’. Elektriker m. ‘wer sich mit Elektrizitätslehre beschäftigt’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘Facharbeiter der Elektroindustrie und des Elektrohandwerks’ (2. Hälfte 19. Jh.). Besonders produktiv ist die Gruppe der Zusammensetzungen mit Elektro- als Bestimmungswort im Sinne von ‘durch Elektrizität bewirkt, auf Elektrizität bezogen, elektrisch’, formal griech. ēlektro- (ἠλεκτρο-) ‘Bernstein-’ als erstem Kompositionsglied folgend. Elektrolyse f. ‘durch elektrischen Strom bewirkte Zersetzung chemischer Verbindungen’ (Mitte 19. Jh.), aus engl. electrolysis, das analog zum Substantiv engl. analysis (s. ↗Analyse) gebildet ist; voraus geht das Verb engl. to electrolyze (geprägt vom englischen Physiker Faraday 1834, nach dem Vorbild von engl. to analyze). Elektromagnetismus m. ‘durch die Wirkung eines elektrischen Stromes erzeugter Magnetismus’ (30er Jahre 19. Jh.), entlehnt aus gleichbed. engl. electromagnetism. Älter ist eine künstliche griech. Bildung durch Kircher (1641) ēlektromagnḗtismos (ἠλεκτρομαγνήτισμος). Elektrotechnik f. ‘Technik der Erzeugung und Anwendung von Elektrizität’ und elektrotechnisch Adj. (2. Hälfte 19. Jh.). Gelehrte Bildungen sind ferner Elektrode f. derjenige Teil eines elektrischen Leiters (oder Halbleiters), von dem Ladungen in das Vakuum, ein Gas, eine Flüssigkeit oder einen Festkörper übergehen, oder in den Ladungen aus diesen Medien übergehen (Mitte 19. Jh.), aus gleichbed. engl. electrode (Faraday 1834), das mit demselben zweiten Kompositionsglied gebildet ist wie ↗Anode, ↗Kathode (s. d.); Elektron1 n. ‘negativ geladenes leichtes Elementarteilchen’ (1874, Stoney und Helmholtz), Übernahme von engl. electron.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antrieb Beleuchtung Eisenbahn Energie Entladung Feld Fensterheber Gerät Gitarre Haushaltsgerät Impuls Ladung Lampe Leitfähigkeit Leitung Licht Schreibmaschine Servolenkung Signal Spannung Strom Stuhl Zahnbürste angetrieben betrieben einstellbar geladen magnetisch mechanisch verstellbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›elektrisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er beschreibt Verbindungen von Ionen, also von elektrisch geladenen Atomen.
Der Tagesspiegel, 14.09.2003
Der Begriff der "elektrischen Oma" ist da ja heute bereits gang und gäbe.
Süddeutsche Zeitung, 05.08.2000
Folglich müßten sie doch auch in ihm elektrische Spannungen hervorrufen.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 110
Hier im Laden ist es sehr kalt und elektrische Geräte gibt es nicht zu kaufen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 29.08.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Was mit meinen elektrischen Apparaten geschah, das weiß ich nimmer.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18342
Zitationshilfe
„elektrisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/elektrisch>, abgerufen am 14.10.2019.

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