elementar

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungele-men-tar
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
naturhaft, Natur-
Beispiele:
elementare Gewalten, Kräfte
ein elementarer Ausbruch
elementare Urwüchsigkeit
etw. bricht elementar hervor
etw. überfällt jmdn. elementar
Man könnte sie [die Werke] transponieren ... in alle Länder, in alle Zeiten, weil sie elementare Leidenschaften schildern [St. ZweigBalzac480]
2.
grundlegend
Beispiele:
er verletzte eine elementare Pflicht
sie kennt nicht die elementarsten Begriffe
eine elementare Voraussetzung
elementare Forderungen, Rechte der Frauen
das ist eine elementare Wahrheit
elementare Merkmale zweier Arten nennen
elementare Bestandteile
3.
primitiv, wie ein Anfänger
Beispiele:
ein elementarer Fehler
elementare Regeln der Rechtschreibung
er hat noch nicht einmal die elementarsten Kenntnisse dieser Sprache
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Element · elementar · elementarisch
Element n. ‘Grundstoff, Grundbestandteil’. Im 13. Jh. wird lat. elementum ‘Grund-, Urstoff’ bzw. der häufigere Plur. elementa ins Dt. entlehnt (vgl. lat. quattuor elementa, mhd. vier elemente). Lat. elementa bezeichnet zunächst wahrscheinlich die ‘Buchstaben’ als Grundbestandteile der Rede, als gesprochene Laute. In den Bedeutungen ‘physikalische Grundstoffe’ und ‘Anfangsgründe’ (im Lesen und Schreiben, in den Wissenschaften überhaupt) ist es wohl Übersetzung von griech. stoiché͞ia (στοιχεῖα) Plur., eigentlich ‘der Reihe nach Aufgestelltes’, zu griech. stó͞ichos (στοῖχος) ‘Reihe’. Die Herkunft des lat. Substantivs ist unklar; vielleicht aus *elepantum ‘elfenbeinerner Buchstabe’ (d. h. Spielbuchstabe zur Förderung des Lesenlernens), das als altes Lehnwort aus griech. eléphās bzw. dem Akkusativ eléphanta (ἐλέφας, ἐλέφαντα) ‘Elfenbein, Elefant’ anzusehen wäre (s. ↗Elefant). Element für ‘chemischer, nicht weiter zerlegbarer Grundstoff’ begegnet zuerst im 17. Jh., Elemente für ‘Grundbegriffe, Anfangsgründe’ seit Anfang des 18. Jhs. elementar Adj. ‘grundlegend, naturhaft, urwüchsig’ (18. Jh.), besonders im Sinne von ‘Grund-, Anfangs -’ als Bestimmungswort in Zusammensetzungen wie Elementarbuch, -unterricht (18. Jh.), Elementarschule (19. Jh.); älter ist elementarisch Adj. ‘naturhaft’ (16. Jh.), anfangs allein auf die Urstoffe bezogen; aus lat. elementārius.

Thesaurus

Synonymgruppe
Grund- (z.B. Grundkenntnisse) · ↗basal · elementar · ↗essentiell · ↗essenziell · ↗fundamental · ↗grundlegend · ↗primär · ↗prinzipiell · ↗substanziell · von elementarer Bedeutung · von essentieller Bedeutung · von essenzieller Bedeutung · von grundlegender Bedeutung · ↗wesentlich · ↗wichtig  ●  ↗eminent  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
bedeutend · ↗dringend · elementar · ins Gewicht fallend · ↗mächtig · ↗wesentlich · ↗wichtig
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baustein Bedürfnis Bestandteil Bürgerrecht Bürgerrechte Freiheitsrecht Gebot Grundbedürfnis Grundkenntnis Grundrecht Grundrechte Grundregel Grundsatz Kulturtechnik Kulturtechnikum Lebensbedürfnis Lebensinteresse Menschenrecht Menschenrechte Naturgewalt Norm Rechte Rechtsgrundsatz Schwefel Sicherheitsregel Teilchen Trieb Verfassungsgrundsatz Voraussetzung Wucht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›elementar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das sind elementare Formen von Solidarität, die man nicht erklären muss.
Der Tagesspiegel, 14.09.2001
Sie haben das als erstes Überlebensprinzip gelernt, als elementaren Reflex, und der wird sie nie mehr verlassen.
Süddeutsche Zeitung, 27.07.1996
Im einfachen Wohllaut des elementaren Tones liege die Basis aller Musik.
Wiora, Walter: Herder. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 34249
Es sind die unheilvollsten Liaisons - anfänglich elementar, später irgendwie peinlich.
Reznicek, Paula von u. Reznicek, Burghard von: Der vollendete Adam. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 17076
Wir nennen die hierher gehörigen elementaren Inhalte des Bewußtseins Empfindungen.
Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe - E. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 28197
Zitationshilfe
„elementar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/elementar>, abgerufen am 20.07.2019.

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