ellenlang

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungel-len-lang (computergeneriert)
WortzerlegungEllelang1
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich sehr lang
Beispiele:
sie schreibt ellenlange Briefe
ein ellenlanger Aufsatz, Bericht
eine ellenlange Nadel, Spitze
sag den Buben, es würden ihnen die Ohren ellenlang ausgezogen [WaggerlJahr151]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Elle · Ellenbogen · Ellbogen · Ell(en)bogenfreiheit · ellenlang
Elle f. ‘Unterarmknochen’, seit alters eines der gebräuchlichsten natürlichen Längenmaße. Die germ. Wortformen weisen auf einen ursprünglich kurzen Mittelvokal in ahd. (8. Jh.), asächs. elina ‘Unterarm’, mhd. el(li)ne, el(le)n, el(l)e, mnd. ēle, mnl. elle, elne, nl. el, aengl. eln, engl. ell (nur Längenmaß), anord. alin, ǫln; Länge des Vokals begegnet in got. aleina, so daß sich für das Germ. eine Ausgangsform ie. *olī̌nā erschließen läßt. Auf diese bzw. eine modifizierte Form gehen auch griech. ōlénē (ὠλένη) ‘Ellenbogen’, lat. ulna ‘Ellenbogen, der ganze Arm’, air. uilenn ‘Winkel’ zurück. Zugrunde liegt die Wurzel ie. *el- ‘gebogen, biegsam’ bzw. eine Erweiterung ie. *elē̌(i)-, *lē̌i- (s. ↗Glied), wobei der anlautende Vokalmeist der o-Stufe angehört. Hierher auch (mit anderer Bildungsweise) aind. aratníḥ ‘Ellenbogen’. Der Vergleich mit den außergerm. Sprachen erweist ‘Ellenbogen’ als die ursprüngliche Bedeutung von ie. *olī̌nā; der Unterarm ist in den germ. Sprachen also nach dem mit ihm verbundenen Gelenk benannt. In dem mit dem Sing. gleichlautenden Plur. mhd. ellen wird das auslautende -n als Pluralzeichen empfunden, so daß ein neuer Sing. mhd. elle, nhd. Elle entsteht. Die alte Form setzt sich fort in Ellenbogen neben Ellbogen m. ‘Gelenk zwischen Ober- und Unterarm’, ahd. elinbogo ‘Ellenbogen, Unterarm’ (8. Jh.), mhd. el(l)enboge, mnd. ēlenbōge, nl. elleboog, aengl. el(n)boga, engl. elbow, anord. ǫl(n)bogi, eigentlich ‘Unterarmbiegung, -krümmung’ (s. ↗Bogen). Ell(en)bogenfreiheit f. ‘genügend Spielraum, um die Ellenbogen frei bewegen zu können’ (um 1800), übertragen Ellbogenfreiheit (‘Durchsetzungsvermögen’) haben (Mitte 19. Jh.). ellenlang Adj. ‘sehr lang’, mhd. ellenlanc.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) lang · ellenlang
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Artikel Aufpreisliste Aufzählung Bein Brief Fluch Fragebogen Interview List Liste Rede Satz Schleppe Strafregister Text Verletztenliste Vorstrafenregister Vortrag Warteliste Zitat meist

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ellenlang‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dies garantiert zwar eine gewisse Kontrolle über die Darstellung am Monitor, führt andererseits zu ellenlangen Ausdrucken.
C't, 1999, Nr. 2
Die ellenlangen Beine von Elle sind ganz schön wabbelig geworden.
Bild, 30.07.1997
Wenn ein Kind mit ellenlangen Zahlen kopfrechnen kann, ist das faszinierend.
Die Zeit, 17.10.2008, Nr. 43
Und die ellenlangen Handy-Nummern kann vielleicht gerade noch der jeweilige Inhaber behalten.
Der Tagesspiegel, 03.02.2001
Wir erforschen wieder mal was, schreiben ellenlange Berichte, und keiner fragt dann mehr danach.
Ullmann, Bettina: Diskussionsbeitrag auf dem X. Parlament der FDJ am 04.11.1998. In: Barthel, Henner (Hg.) Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998 [1976], S. 138
Zitationshilfe
„ellenlang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ellenlang>, abgerufen am 22.08.2019.

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