emigrieren

GrammatikVerb · emigriert, emigrierte, ist emigriert
Aussprache
Worttrennungemi-grie-ren · emig-rie-ren
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

aus politischen oder religiösen Gründen die Heimat verlassen und in ein fremdes Land flüchten
Beispiele:
er musste emigrieren
er war vor vielen Jahren in die USA emigriert
ein emigrierter Deutscher
alle Emigrierten kamen zurück
die eingezogenen Vermögen der Bürger, die emigrieren mußten [S. LenzZeit72]
während eines PEN-Club-Banketts in London, zu Ehren emigrierter deutscher Schriftsteller [L. FrankLinks5,575]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Emigrant · emigrieren · Emigration
Emigrant m. ‘Auswanderer’, besonders wer seine Heimat verläßt, um politischem Druck zu entgehen; aus dem Part. Präs. lat. ēmigrāns (Genitiv ēmigrantis) von lat. ēmigrāre (s. unten) Anfang 17. Jh. entlehnt und ebenso wie emigrieren zunächst im Zusammenhang mit der Vertreibung der kärntnischen und steirischen Protestanten gebraucht. emigrieren Vb. ‘auswandern’ (aus politischen Gründen), aus lat. ēmigrāre (ē ‘aus’ und migrāre ‘wandern’), Anfang 17. Jh. aufkommend. Emigration f. ‘Auswanderung’, aus gleichbed. lat. ēmigrātio (Genitiv ēmigrātiōnis) entlehnt (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(aus seiner Heimat) vertrieben werden · Asyl suchen · ↗abwandern · ↗aussiedeln (eher im Amtsdeutsch) · ↗auswandern · emigrieren · in die Diaspora gehen · ins Ausland gehen · ins Exil gehen · sein Land verlassen
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Einmarsch Elter Familie Jude Jüdin Kriegsausbruch Kriegsbeginn Machtantritt Machtergreifung Machtübernahme NS-Zeit Nationalsozialist Nazi Nazi-Deutschland Nazi-Zeit Nazideutschland Nazizeit Niederschlagung Oktoberrevolution Sowjetunion UdSSR Urgroßvater Weste Zehnjährige deportieren gebären innerlich später zuerst Übersee

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›emigrieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch im gleichen Jahr emigrierte das Paar nach New York.
Süddeutsche Zeitung, 16.03.1998
Ein großer Teil der verfemten Künstler emigrierte gleich nach 1933 (Emigration).
o. A.: Enzyklopädie des Nationalsozialismus - E. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 6427
Im Dritten Reich hätten Sie Ihrer sozialistischen Ideen wegen emigrieren müssen.
Brückner, Christine: Wenn du geredet hättest, Desdemona, Frankfurt a. M.: Ullstein 1986 [1983], S. 92
Polnische Juden sind im Land nicht mehr gewünscht und sollen emigrieren.
Die Welt, 07.02.2001
Er kam auf die schwarze Liste, verlor von neuem seine Arbeit und mußte nach Frankreich emigrieren.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 16
Zitationshilfe
„emigrieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/emigrieren>, abgerufen am 12.11.2019.

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