empören

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungem-pö-ren
Wortbildung mit ›empören‹ als Erstglied: ↗Empörtheit  ·  mit ›empören‹ als Grundform: ↗empörend
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich gegen etw., jmdn. empöreneiner höheren Instanz (in einem Aufstand) seinen Gehorsam verweigern, sich widersetzen, auflehnen
Beispiele:
sich gegen die Staatsgewalt, ein Gesetz empören
die Arbeiter hatten sich gegen die neue Bestimmung, Bevormundung empört
die Kolonialvölker empörten sich gegen die Unterdrücker, fremden Truppen
Unter die Menschen kam ich zur Zeit des Aufruhrs / Und ich empörte mich mit ihnen [BrechtGedichte306]
2.
sich über etw., jmdn. empörensich über etw., jmdn. entrüsten, durch etw., jmdn. zornig werden
Beispiele:
er empörte sich über sie, über die Jugendlichen, über diese Zumutung
warum hast du dich darüber so empört?
ich war über ihn empört
über nichts konnte er sich so empören, als wenn ...
sich ehrlich, maßlos, heimlich über etw., jmdn. empören
Die hohen Richter der Menschen empören sich nicht über diesen Mord [JahnnHolzschiff112]
Das Herz in mir empört sich [SchillerWallenst. TodIII 21]
etw., jmd. empört jmdn.etw., jmd. entrüstet jmdn., macht jmdn. zornig
Beispiele:
dieser Verrat, eine solche Frechheit, Anmaßung empört mich
das freche Lachen musste jeden empören
eine empörende Nichtachtung, Antwort
die empörendste Zumutung
etw. empörend finden
Ulrich fühlte sich von etwas Feindseligem bedrängt, einer Lust, diese lächelnde Frau zu empören [MusilMann95]
oft im Part. Prät.
Beispiele:
ein empörtes Gesicht zeigen
die empörten Gemüter beruhigen
er war noch empörter als sie
empört hochfahren
etw. empört abstreiten, leugnen
jmdn. empört zurückweisen
übertragen
Beispiel:
gehoben die empörten (= wilden) Wogen, Winde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

empören · Empörer · Empörung
empören Vb. ‘erregen, entrüsten’, reflexiv auch ‘sich erheben’. Mhd. enbœren ‘erheben’ erscheint semantisch wie ein Faktitivum zu der unter ↗empor (s. d.) behandelten Wortverbindung mhd. enbor(e), weist aber Länge des Vokals auf wie seltenes mhd. bōr m. ‘Trotz, Empörung’; vgl. mit anderem Präfix ahd. irbōren ‘sich erheben, sich aufmachen, anfangen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. erbœren. Es handelt sich um Formen, die mit den unter ↗empor, ↗gebühren (s. d.) genannten verwandt sind, jedoch dehnstufig zur dort angegebenen Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (s. ↗gebären) gebildet sind, hier (wie vielleicht auch in der unter ↗Berg, s. d., behandelten Gutturalerweiterung) in der Bedeutung ‘er-, aufheben’. Ein gelegentlich auftretender Gleitlaut (vgl. mhd. entbœren) ist sekundär. Empörer m. ‘Rebell, Aufrührer’ (16. Jh.). Empörung f. ‘Rebellion, Aufruhr, Auflehnung’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) gegen sich aufbringen · ↗aufregen · die Freude verderben · empören · ↗entrüsten · ↗erzürnen · in Harnisch bringen · ↗verstimmen · wütend machen · ↗ärgern  ●  auf die Palme bringen  ugs., fig. · die Gemüter erhitzen  ugs. · zur Weißglut bringen  ugs., fig. · zur Weißglut treiben  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwohner Anwohnerin Arroganz Baustadtrat Enthüllung Gewerkschafter Kommentator Kritiker Leserbrief Leserbriefschreiber Sozialverband Tierschützer Ungerechtigkeit Unrecht Unterstellung Zumutung bestürzen darüber derart entsetzen enttäuschen ihr kränken lauthals lautstark prompt schockieren wortreich zutiefst Öffentlichkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›empören‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Bürger empören sich, dass schwer kranke Patienten durch das ganze Königreich gekarrt werden, um endlich ein Bett zu finden.
Der Tagesspiegel, 27.07.2000
Es empört mich schon, wenn im Radio die fremden Namen falsch ausgesprochen werden.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1950. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1950], S. 52
Wir aber hungerten nur halb, wir hatten noch die Kraft, uns zu empören.
Die Zeit, 30.03.1950, Nr. 13
Dieses rücksichtslose Vorgehen, ohne Recht und Gesetz, - am Ende empörte es die Welt.
o. A.: Zweiter Tag. Mittwoch, 21. November 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 9358
Rahel, in ihrem Stolz verletzt, empörte sich, doch die Kraft, sich von ihm loszumachen, hatte sie noch nicht.
Günter de Bruyn, Die Finckensteins: Berlin: Siedler 1999, S. 146
Zitationshilfe
„empören“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/empören>, abgerufen am 23.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Empore
empordringen
empordrängen
empordienen
emporbrodeln
empörend
Empörer
empörerisch
emporfahren
emporflammen