emporfahren

Grammatik Verb · fährt empor, fuhr empor, ist/hat emporgefahren
Aussprache [ɛmˈpoːɐ̯faːʀən]
Worttrennung em-por-fah-ren
Wortzerlegung empor-fahren

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨jmd., etw. fährt irgendwohin empor⟩ nach oben fahren, hinauffahren; sich von einer niedrigeren auf eine höhere Ebene bewegen, aufsteigen
  2. 2. ⟨jmd., etw. fährt etw. empor⟩ eine ansteigende Strecke zurücklegen, sich in die Höhe bewegen
    1. ● ⟨jmd., etw. fährt jmdn., etw. empor⟩ jmdn. oder etw. aufwärts befördern
  3. 3. ⟨jmd. fährt empor⟩ sich aus einer ruhenden Position plötzlich, ruckartig aufrichten
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
jmd., etw. fährt irgendwohin empornach oben fahren, hinauffahren; sich von einer niedrigeren auf eine höhere Ebene bewegen, aufsteigen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: zum Himmel, ins Paradies emporfahren
Beispiele:
Wenn sie ihre Taten auf dem Schafott nur eifrig bereuten, würden sie nach ihrer Exekution direkt ins Paradies emporfahren. [Der Spiegel, 30.12.2013, Nr. 1]
Als blecherner Kampfroboter fährt [Pop-Sängerin] Kylie Minogue […] aus dem Höllenschlund des Bühnenbodens empor. [Der Standard, 07.06.2002]
[…] – wenn sie [Moid, Theaterfigur bei Felix Mitterer], wie von unsichtbaren Engeln getragen, zu ihrem Heiland emporfährt, sagt die Aufführung nur, daß Gott oder dem Theater oder unserer Phantasie kein Ding unmöglich ist. [Der Spiegel, 11.05.1987, Nr. 20]
2.
jmd., etw. fährt etw. emporeine ansteigende Strecke zurücklegen, sich in die Höhe bewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
Von Freitag an können Besucher zur Plaza emporfahren, also zu der Aussichtsebene auf dem Dach des Speichers, von der aus später auch das Hotel, das Café und die beiden darüberliegenden Konzertsäle besucht werden können. [Süddeutsche Zeitung, 03.11.2016]
Doch wenn man in den vergangenen Wochen die lange Rolltreppe zum obersten Geschoss des Einkaufstempels emporfuhr und dabei rechter Hand auf das Geschäft des kanadischen Unternehmens blickte, so überkam einen Mitleid. [Welt am Sonntag, 03.01.2016, Nr. 1]
übertragen […] wir fahren bei bestem Wetter die sonst so regenreiche Westküste empor (= in nördliche Richtung), wo sich die nur wenig befahrene Strasse spektakulär zwischen Regenwald und den menschenleeren Sandstränden entlang der Tasmanischen See hindurch zwängt[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2013]
Ein Feuerwehrmann fuhr mit einer Drehleiter zu dem angetrunkenen Mann empor und verwickelte ihn in ein Gespräch. [Süddeutsche Zeitung, 15.09.2004]
Da muss man schon die von imposanten Rhododendronbüschen gesäumte Allee emporfahren, die vom Puppenhäuschen des Pförtners hinaufführt ins Allerheiligste. [Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2004]
Die Ehrfurcht des Taxifahrers wuchs zusehends, als wir mitten im dicht an dicht gedrängten Kyoto eine ganz freie Auffahrt emporfuhren, die zu einem Palast zu führen schien. [Die Zeit, 03.04.1970, Nr. 14]
jmd., etw. fährt jmdn., etw. emporjmdn. oder etw. aufwärts befördern
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
Der Fahrstuhl hatte wunderbar polierte Messingtüren und fuhr den Besucher sanft empor in den zwanzigsten Stock. [Die Zeit, 19.04.1991, Nr. 17]
3.
jmd. fährt emporsich aus einer ruhenden Position plötzlich, ruckartig aufrichten
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Synonym zu aufschrecken² (1), auffahren (1)
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: aus dem Schlaf emporfahren
Beispiele:
Das Wort »Herthaner« war noch nicht zu Ende gesungen, schon fuhr drunten Huub Stevens [Fußballtrainer] von seinem Sitz empor und warf die Arme in die Luft. [Berliner Zeitung, 29.04.2002]
Sir Hans fährt gewaltsam aus dem Schlaf empor. [Der Standard, 06.12.2000]
In dieser Zeit fuhr ich oft aus dem Schlaf empor, geweckt von dem schrecklichen Gedanken, daß ich Rom verlassen werde. [Die Zeit, 26.04.1991, Nr. 18]
Im Einschlummern fährt er empor, als an die Wohnungstür geklopft wird. [Berliner Zeitung, 06.05.1988]
Holt fuhr aus dem Halbschlaf empor und wechselte einen Blick mit Gomulka. [Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 262]
Dann war sie emporgefahren und hatte ihn beinahe angeschrien, er könne hingehen, wo er wolle, das Kind würde sie selbst erziehen. [Berliner Zeitung, 28.11.1972]
Er fuhr erschrocken aus seinen Gedanken empor, als er sich plötzlich einer Dogge gegenübersah, die ihn aufmerksam umschnüffelte und nur durch ein kaum wahrnehmbares Knurren verriet, daß sie den Fremden wohl hinein, niemals aber ohne Genehmigung ihres Herrn hinauslassen würde. [Berliner Zeitung, 20.08.1971]

Thesaurus

Synonymgruppe
auffahren · ↗aufschrecken · ↗aufspringen · emporfahren · ↗emporschnellen · ↗hochfahren · ↗hochschrecken · ↗hochspringen · in die Höhe fahren  ●  (plötzlich) senkrecht im Bett stehen  ugs., fig. · aufspringen wie von der Tarantel gestochen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›emporfahren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›emporfahren‹.

Zitationshilfe
„emporfahren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/emporfahren>, abgerufen am 05.12.2020.

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