emporstreben

GrammatikVerb · strebt empor, strebte empor, ist emporgestrebt
Worttrennungem-por-stre-ben
Wortzerlegungempor-streben
Wahrig und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
jmd., etw. strebt emporsich (zielgerichtet) in die Höhe, nach oben, hinauf bewegen, aufsteigen
Beispiele:
In Österreich, wo winters und sommers Zigtausende von Touristen zu lichten Höhen emporstreben, häufen sich die Lawinenunglücke, die Stürze im Fels und auf Geröllhängen. [Die Zeit, 06.08.1982, Nr. 32]
Stolz schauen die schiefergedeckten Rundtürme über das Land, fest im Griff der Rosen- und Efeuranken, die die hohe Burgmauer emporstreben (= hinaufwachsen, -ranken). [Neue Zürcher Zeitung, 30.08.2013]
Da hilft auch das Winken der Nonnen nichts, die schon die Treppe emporstreben, um uns die Wohnung des Bischofs aufzuschließen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2001]
Ausgehend von der Erkenntnis, daß erhitzte Luft stets emporstrebt, bastelten die beiden Söhne eines reichen Papierfahrikanten 1753 aus Leinen und Pappe eine Hohlkugel, die erdwärts geöffnet war. [Der Spiegel, 12.09.1977, Nr. 38]
2.
übertragen jmd. strebt (zu etw.) emporErfolg anstreben, sich vorwärtsentwickeln, mit aller Kraft eine höhere (geistig-seelische) Entwicklungsstufe zu erreichen suchen
Beispiele:
Ein Utilitarist lehnt Platons erste Voraussetzung ab: die Annahme, daß alle Menschen ein angeborenes Bedürfnis haben, aus dem Materiellen ins Immaterielle zu entkommen, aus dem Schmutzigen, Niedrigen zum Makellosen, Reinen emporzustreben. [Die Zeit, 20.05.1999, Nr. 21]
Auf der einen Seite RasenBallsport Leipzig, das auch dank der Millionen eines österreichischen Getränkeherstellers mit riesigen Schritten emporstrebt. In seinem siebten Jahr scheint der Club auf dem Weg in die Bundesliga kaum mehr aufzuhalten zu sein. [Die Zeit, 18.02.2016 (online)]
Die Gründer der Organisation für Afrikanische Einheit […] hätten sich vor fünfzig Jahren zur »Morgenröte der Unabhängigkeit« getroffen, heute versammelten sie sich »zu einer Zeit, da Afrika emporstrebt«[…]. [Die Zeit, 25.05.2013 (online)]
Edelstes Begehr des Menschengeschlechts ist es, zum Lichte emporzustreben. [Süddeutsche Zeitung, 29.04.2004]
Die verblüffendste Erkenntnis, die sich aus den Wahlergebnissen gewinnen läßt, aber ist, daß Deutschlands Rechte durchweg dort wieder emporstrebt, wo sie seit je stark gewesen ist. [Der Spiegel, 28.11.1966, Nr. 49]
Wir haben uns nun entschlossen alle Schranken […] einzureißen, die den einzelnen hemmen könnten, in seinen Fähigkeiten emporzustreben, den Platz einzunehmen, der ihm gebührt. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]]
3.
etw. strebt emporsich in die Höhe, nach oben erstrecken
Beispiele:
Sankt Marien beeindruckte ihn mit ihrem mächtigen Giebel, aus dem der Turm emporstrebt. [Berliner Zeitung, 08.08.1998]
Und am Kahlenberg[…] strebte die riesige Fernsehantenne empor. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 1]
Er liebte mindestens so sehr die Hochgebirge des Inneren Salzkammerguts, »in denen der Fels luftblau emporstrebt, die grünen Wasser rauschen und der dunkle Blick der Seen liegt«, wie es in der Erzählung Der Waldgänger heißt. [Die Zeit, 09.06.2005, Nr. 24]
Eine Leiter strebte verloren an der Wand empor. [Die Zeit, 06.06.1946, Nr. 16]

Thesaurus

Synonymgruppe
aufstreben · emporstreben · streben

Typische Verbindungen zu ›emporstreben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›emporstreben‹.

Zitationshilfe
„emporstreben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/emporstreben>, abgerufen am 07.04.2020.

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