Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

emporwachsen

Grammatik Verb · wächst empor, wuchs empor, ist emporgewachsen
Aussprache  [ɛmˈpoːɐ̯vaksn̩]
Worttrennung em-por-wach-sen
Wortzerlegung empor- wachsen1
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

gehoben etw. wächst (irgendwohin) empor
a)
sich aus dem Boden heraus bilden und in die Höhe wachsen¹ (1 a); sich als Organismus in die Höhe, nach oben entwickeln (2)
Beispiele:
Zwei Stockwerke ist er [der Eingang zum Palais] hoch, ein Indischer Goldregen mit gewundenem Stamm wächst aus seiner Mitte empor, schlanke Säulen mit eingelegten Spiegeln halten das umlaufende Dach. [Ein Glücksversprechen!, 19.04.2017, aufgerufen am 16.03.2018]
Im Efeu, das an den Wänden einer Mietskaserne emporwächst, spielen sogar Eichhörnchen. [Neue Zürcher Zeitung, 07.06.2016]
Im frühen Sommer verschwindet die Pflanze wieder im Erdboden, um an derselben Stelle im nächsten Jahr wieder zu emporzuwachsen. [Gesunder Bärlauch: Der junge Wilde aus dem Wald, 01.06.2016, aufgerufen am 01.09.2020]
Aus dem [Meerwasser] wachsen […] Eisblumen empor, die bis zu zehn Grad kälter sind als das relativ warme Meereis. [Die große Lust auf Eis, 22.02.2007, aufgerufen am 18.08.2015]
D[…] lässt sich noch davon bezaubern, wie dünne Fichten den Platz zwischen den düsteren Klippen nutzen, um zum Licht emporzuwachsen. [Die Welt, 26.02.2015]
Zum Schluss [des Gottesdienstes] wurden noch ein paar Samenkörner in die Erde gesteckt und vielleicht wächst in ein paar Wochen ein Pflänzchen empor. [Familiengottesdienst, 15.11.2009, aufgerufen am 01.09.2020]
Wried ist niederdeutsch und bedeutet dichtes Gebüsch, das aus Baumstümpfen emporwächst. [Bild, 08.07.2003]
Heute sind sie [die Birken und Eichen im Stadtwald] fast 200 Jahre alt und zu einer grünen Pracht emporgewachsen, die ihresgleichen sucht. [Die Zeit, 08.06.1984]
b)
bildlich von einer Basis, vom Boden aus mit einer Ausdehnung nach oben entstehen
Beispiele:
Doch noch während man sich in der Verwüstung [einer Ruine] umschaut, beginnen die eingefallenen Wände [der einst prächtigen Moschee in der Fantasie] wieder emporzuwachsen. [Süddeutsche Zeitung, 16.09.2019]
Das neue Kanzleramt, das Ende der neunziger Jahre am Rande des Tiergartens emporwuchs, ist ein schlichter Kasten aus Sichtbeton, das Präsidialamt ein abgeschrammtes Schlösschen. [Die Zeit, 27.08.2009]
Moskau ist aus russischer Erde emporgewachsen und von russischer Erde – nicht von einem sumpfigen Friedhof – umgeben[…] […] [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2003]
Wüsste der Betrachter nicht, dass das Bauwerk eben erst emporgewachsen ist, er würde es für frisch renoviert halten. [Der Tagesspiegel, 16.11.2003]
In prominenter Nachbarschaft wuchs die Schule im Rekordtempo empor[.] [Süddeutsche Zeitung, 27.07.1995]
Die Arbeiten begannen, inmitten der grünen Wälder wuchs alsbald eine weiße Schloßanlage empor. [Berliner Zeitung, 14.07.1987]
In der Umgebung des Werkes sind neue Wohnblocks, Kindergärten, Geschäfte, ein Kultur‑ und ein Sportpalast emporgewachsen. [Neues Deutschland, 13.06.1986]
c)
übertragen in einem sozialen Gefüge, in einer gesellschaftlichen Hierarchie an Ansehen, Bedeutung gewinnen (8)
Beispiele:
Nachdem […] »Hamilton«, die Musical‑Figur, zum Superhelden der Progressivität und der ethnischen »Diversity« emporgewachsen ist, wird jetzt überwiegend im Internet debattiert, ob es nicht ein klitzekleines bisschen übertrieben sei, sich Hamilton, den Politiker, als eine Art Obama mit Zopfperücke vorzustellen. [Süddeutsche Zeitung, 15.04.2016]
Aus gräflichen Anfängen in der Schweiz wuchs das Fürstengeschlecht zur Weltgeltung empor[…]. [Der Spiegel, 23.11.2009]
[…] so blieb dem »Burli« [einem Musiktalent] ein Teil des Erwachsenwerdens erspart und er kann immer noch unscheinbar am Piano Platz nehmen, nur um im nächsten Augenblick zum Giganten der Unterhaltungsmusik emporzuwachsen. [Wie doch Musik verzaubern kann, 14.01.2008, aufgerufen am 01.09.2020]
Deshalb [weil er sein Publikum begeistert] ist [der Musiker] Achim Mentzel längst zum Quotenkönig des MDR emporgewachsen. [Die Welt, 30.10.1999]
Und der Bundeskanzler, eben zum Staatsmann emporgewachsen, sagte: »Wer Krieg anfängt, der muß auch sehen, was dabei herauskommt.« [Die Zeit, 15.02.1991]
Lyndon Baines Johnson wuchs empor zum bedeutendsten sozialen Präsidenten Amerikas. [Die Zeit, 26.01.1973]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›emporwachsen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›emporwachsen‹.

Zitationshilfe
„emporwachsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/emporwachsen>.

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