enden

GrammatikVerb · endete, hat geendet
Aussprache
Worttrennungen-den
Wortbildung mit ›enden‹ als Letztglied: ↗vollenden  ·  mit ›enden‹ als Grundform: ↗beenden · ↗verenden
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
zu Ende gehen, aufhören
a)
räumlich
ein Ende haben
Beispiele:
die Straße endet hier, endet auf einen Platz
diese Buslinie endet am Bahnhof, in M
der Zug endet in Berlin
hier endet der Wald, und eine fruchtbare Ebene beginnt
in Strümpfen, die knapp unterm Knie enden [M. WalserHalbzeit499]
b)
zeitlich
zu Ende sein
Beispiele:
die Vorstellung wird gegen 22 Uhr enden
als der Redner geendet hatte, brach lauter Beifall los
gehoben nicht enden wollender Beifall
der Redner endete mit einem Hoch auf den Jubilar
der Streit endete mit einer Versöhnung
seine Verhaltungsmaßregeln endeten alle damit, dass ...
[der Krieg] der nicht allzulang dauern konnte und ... mit einem deutschen Sieg enden mußte [O. M. GrafUnruhe18]
daß die leicht begonnene Stunde der Liebe in Trübnis endete [MusilMann909]
etw. endet gutetw. hat einen guten Ausgang
Beispiele:
das Stück endet gut, tragisch
das kann nicht gut, so bald enden
es konnte gar nicht anders enden als mit seinem Tod
mit denen sie Preisturnen und zum Abschluß Bierseidelschlachten veranstalteten, die mehr als einmal blutig endeten [MarchwitzaJugend7]
c)
verhüllend, übertragen umkommen
Beispiele:
kläglich, elend, in Verzweiflung, in der Gosse, im Zuchthaus, durch Selbstmord enden
In diesem verwahrlosten, finstern Raum hatte Simon Bar Giora geendet [Feuchtw.Jüd. Krieg462]
Oder du endest am Galgen [CarossaKindheit64]
2.
Sprachwissenschaft eine Silbe, ein Wort, Reim endet auf etw.etw. ist das Ende einer Silbe, eines Wortes, Reimes
Beispiele:
das Wort ›Ruhe‹ endet auf, mit ›e‹
dieses Substantiv endet auf ›nis‹
der Reim endet auf ›Haus‹
3.
veraltet etw. endenetw. aufhören lassen, zu Ende führen, beenden
Beispiele:
einen Krieg, die Gefangenschaft enden
Der nächste Neumond ende deine Furcht [SchillerStuartII 5]
Schwarzer, Weißer, Brauner, Gelber! / Endet ihre Schlächterein [BrechtSolidaritätsl.]
Tag, der den Sommer endet [BennStatische Gedichte23]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ende · enden · beenden · endigen · beendigen · verenden · Endung · endlich · unendlich
Ende n. ‘Ort oder Zeitpunkt des Aufhörens, Abschluß, äußerste Begrenzung’, auch ‘letztes, äußerstes Stück’, ahd. enti ‘Ende, Endpunkt, Zielpunkt’ (8. Jh.), mhd. ende ‘Ende, Ziel, Richtung’, asächs. endi, mnd. ende, mnl. e(i)nde, nl. einde, afries. enda, ende, aengl. ende, engl. end, anord. endir, daneben endi, schwed. ända, got. andeis. Germ. *andja- ‘Ende’ führt mit griech. antíos (ἀντίος) ‘gegenüberstehend, entgegengesetzt’ auf ie. *anti̯o- ‘gegenüber, vor einem liegend’, eine Ableitung von ie. *anti ‘gegenüber’ (Adv. und Präp.); vgl. aind. ánti ‘gegenüber, vor, nahe’, griech. antí (ἀντί) ‘angesichts, gegenüber, anstatt’, lat. ante ‘vorn, vor’. Dieses ie. *anti, ursprünglich ‘im Angesicht’, gehört als erstarrter Lokativ zu ie. *ants ‘Vorderseite, Stirn’ (vgl. hethit. ḫanza ‘Vorderseite, Front’), daneben mit o-Suffix ie. *anto-, worauf aind. ántaḥ m. ‘Ende, Grenze, Rand’ und air. ētan ‘Stirn’ beruhen. Die Präfixe dt. ant- (s. ↗Antlitz, ↗Antwort) und ↗ent- (s. d.) stellen sich ebenfalls zu dieser Wortgruppe. Im Dt. dringt bei Ende, das im räumlichen Sinne auch in der Mehrzahl gebräuchlich ist, seit dem 18. Jh. die schwache Pluralform Enden durch. enden Vb. ‘aufhören, einen Abschluß finden’, ahd. entōn (8. Jh.), mhd. enden ‘beenden, vollbringen, enden, sterben’ sowie gleichbed. asächs. endion, mnd. enden, mnl. e(i)nden, nl. einden, afries. enda, endia, aengl. endian, engl. to end, anord. enda; früh zum unter Ende (s. oben) dargestellten Substantiv gebildet; im Dt. in älterer Zeit überwiegend transitiv, heute nur noch intransitiv mit der Bedeutung ‘aufhören’, die bis Anfang des 19. Jhs. auch durch reflexiven Gebrauch ausgedrückt wird. Als transitives Verb ist jetzt die Präfixbildung beenden ‘zum Abschluß bringen’ (17. Jh.) üblich. Völlig bedeutungsgleich mit enden und beenden, in der Gegenwart aber zurücktretend und gewähltem Stil vorbehalten sind die jüngeren Verben endigen (15. Jh., vorher schon mnd. endegen, 13. Jh., vgl. auch nl. eindigen) und beendigen (17. Jh.), für deren Bildung auf das Adjektiv spätmhd. endec ‘zu Ende kommend, schnell, eifrig’, mnd. endich ‘endgültig, rasch’ hinzuweisen ist. Eine weitere Präfixbildung zu enden ist verenden Vb. ‘sterben’ (von Tieren), ahd. firentōn ‘beenden, vernichten, sterben’ (um 1000), mhd. verenden ‘beenden, ein Ende nehmen, sterben’, im Nhd. vom 18. Jh. an auf die heutige Verwendung eingeschränkt. Endung f. ‘Wortausgang, Endsilbe’, namentlich als Flexionszeichen, ahd. entunga ‘das Aufhören, Ende, Begriffsbestimmung’ (9. Jh.), gientunga ‘Begriffsbestimmung’ (8. Jh.), spätmhd. endunge ‘Ende, Vollendung, Austrag’; vgl. mnd. endinge, mnl. e(i)ndinge, aengl. endung, engl. ending, anord. ending ‘Ende, Beendigung’; als grammatisches Fachwort seit dem 15. Jh. endlich Adj. ‘in Raum und Zeit begrenzt’, auch ‘abschließend, am Ende kommend’, so vor allem adverbiell ‘schließlich, zuletzt’, häufig Ausdruck der Ungeduld nach langem Warten, mhd. endelich ‘am Ende kommend, endgültig, eifrig, eilig’; von den mhd. Bedeutungen gilt ‘eifrig, eilig’ (eigentlich ‘zielstrebig’) auch frühnhd. bis ins 17. Jh., ‘endgültig’ gelegentlich noch im 19. Jh.; seit dem 17. Jh. steht endlich außerdem (entsprechend vorausgehendem unendlich, s. unten) im Sinne von ‘irdisch, sterblich’, in der Mathematik etwa seit 1700 für ‘räumlich und zeitlich begrenzt’ (eine endliche Größe, Menge). unendlich Adj. ‘kein Ende habend, unbegrenzt unermeßlich’, ahd. unentilīh ‘unbegrenzt, endlos’ (9. Jh.), mhd. unendelich ‘endlos, zahllos, unvollendet, untüchtig’, diese Verwendungen leben noch im älteren Nhd.; Anfang des 16. Jhs. wird unendlich philosophischer und mathematischer Terminus; rein verstärkender adverbieller Gebrauch seit dem 18. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
abreißen · ↗aufhören · enden · nicht fortgesetzt werden · nicht fortsetzen · zum Ende kommen · zum Erliegen kommen · zum Stillstand kommen
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Ende haben · ↗(in bestimmter Weise) ausgehen · ↗ablaufen · ↗aufhören · ↗ausklingen · ↗auslaufen · ein (...) Ende finden · enden · ↗schließen · ↗verfallen · zu Ende gehen  ●  zu Ende sein  ugs.
Assoziationen
  • (dem) Ende näherkommen · (sich dem) Ende zuneigen · langsam zu Ende gehen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amtszeit Bewerbungsfrist Chaos Desaster Fahrt Fiasko Freispruch Frist Karriere Katastrophe Laufzeit Niederlage Partie Reise Sackgasse Sieg Sonntag Tod Uhr Versuch Vertrag abrupt beginnen erst jäh schließlich tragisch tödlich unentschieden Ära

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›enden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das endet dann da, wo wir jetzt stehen, wo Juden sich das Recht rausnehmen, auch inhuman zu reagieren.
Die Zeit, 17.08.2009, Nr. 33
Damit endete zugleich die Große Koalition, die 13 Jahre lang die österreichische Regierung gestellt hatte.
Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]
Ich bin geboren für diesen Tag, mit ihm will ich enden.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 344
Mit Uran endet leider die Liste der relativ einfach entsorgbaren Materialien.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1993, Nr. 10
Die veraltete politische Gestalt des Reichs endete formal erst 1806.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 253
Zitationshilfe
„enden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/enden>, abgerufen am 10.12.2018.

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