endlich

Grammatik Adverb
Aussprache 
Worttrennung end-lich
Wortbildung  mit ›endlich‹ als Erstglied: ↗Endlichkeit  ·  mit ›endlich‹ als Letztglied: ↗letztendlich · ↗schlussendlich · ↗unendlich
eWDG

Bedeutungen

1.
drückt Ungeduld über langes Warten aus
Beispiele:
bist du endlich fertig?
endlich kommt ihr!
siehst du es endlich ein?
na endlich!
langerwartet, ersehnt
Grammatik: adjektivisch
Beispiele:
die endliche Befreiung, Einigung kam
sie freute sich auf seine endliche Heimkehr
Ich kenne die Hoffnung, von der sie zehren, auf endliche Überwindung der Lebensnot [ G. Hauptm.Quint1,85]
Bevor die brennenden lider / Endlicher schlummer befiel [ St. GeorgeGedichte15]
2.
schließlich, am Ende, zuletzt
Beispiele:
nachdem er lange gewartet hatte, klopfte er endlich an die Tür
endlich ist beschlossen worden, dass ...
Jeden ereilet endlich sein Tag, es sei auf dem weichen Kissen von Pflaum, oder im rauhen Gewühl des Gefechts [ SchillerRäuberI 2]
schließlich und endlich soll es auch Leser geben, die sich nach guten Kritiken richten [ Weiskopf8,10]
Grammatik: adjektivisch
Beispiele:
das endliche Ergebnis
das Nebeneinanderstellen, Gegeneinanderführen und endliche harmonische Zusammenführen zweier feindlicher Themen [ HesseGlasperlensp.6,112]
daß es für den endlichen Ausgang dieser Sache gleichgültig war [ JahnnHolzschiff211]
3.
Mathematik in Raum und Zeit begrenzt
Grammatik: adjektivisch
Gegenwort zu unendlich
Beispiele:
ein endlicher Wert
eine endliche Größe, Zahl
endliche Dimensionen
ein Strich von endlicher Breite
der Gegenstand ließ sich in endlich vielen Schritten berechnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ende · enden · beenden · endigen · beendigen · verenden · Endung · endlich · unendlich
Ende n. ‘Ort oder Zeitpunkt des Aufhörens, Abschluß, äußerste Begrenzung’, auch ‘letztes, äußerstes Stück’, ahd. enti ‘Ende, Endpunkt, Zielpunkt’ (8. Jh.), mhd. ende ‘Ende, Ziel, Richtung’, asächs. endi, mnd. ende, mnl. e(i)nde, nl. einde, afries. enda, ende, aengl. ende, engl. end, anord. endir, daneben endi, schwed. ända, got. andeis. Germ. *andja- ‘Ende’ führt mit griech. antíos (ἀντίος) ‘gegenüberstehend, entgegengesetzt’ auf ie. *anti̯o- ‘gegenüber, vor einem liegend’, eine Ableitung von ie. *anti ‘gegenüber’ (Adv. und Präp.); vgl. aind. ánti ‘gegenüber, vor, nahe’, griech. antí (ἀντί) ‘angesichts, gegenüber, anstatt’, lat. ante ‘vorn, vor’. Dieses ie. *anti, ursprünglich ‘im Angesicht’, gehört als erstarrter Lokativ zu ie. *ants ‘Vorderseite, Stirn’ (vgl. hethit. ḫanza ‘Vorderseite, Front’), daneben mit o-Suffix ie. *anto-, worauf aind. ántaḥ m. ‘Ende, Grenze, Rand’ und air. ētan ‘Stirn’ beruhen. Die Präfixe dt. ant- (s. ↗Antlitz, ↗Antwort) und ↗ent- (s. d.) stellen sich ebenfalls zu dieser Wortgruppe. Im Dt. dringt bei Ende, das im räumlichen Sinne auch in der Mehrzahl gebräuchlich ist, seit dem 18. Jh. die schwache Pluralform Enden durch. enden Vb. ‘aufhören, einen Abschluß finden’, ahd. entōn (8. Jh.), mhd. enden ‘beenden, vollbringen, enden, sterben’ sowie gleichbed. asächs. endion, mnd. enden, mnl. e(i)nden, nl. einden, afries. enda, endia, aengl. endian, engl. to end, anord. enda; früh zum unter Ende (s. oben) dargestellten Substantiv gebildet; im Dt. in älterer Zeit überwiegend transitiv, heute nur noch intransitiv mit der Bedeutung ‘aufhören’, die bis Anfang des 19. Jhs. auch durch reflexiven Gebrauch ausgedrückt wird. Als transitives Verb ist jetzt die Präfixbildung beenden ‘zum Abschluß bringen’ (17. Jh.) üblich. Völlig bedeutungsgleich mit enden und beenden, in der Gegenwart aber zurücktretend und gewähltem Stil vorbehalten sind die jüngeren Verben endigen (15. Jh., vorher schon mnd. endegen, 13. Jh., vgl. auch nl. eindigen) und beendigen (17. Jh.), für deren Bildung auf das Adjektiv spätmhd. endec ‘zu Ende kommend, schnell, eifrig’, mnd. endich ‘endgültig, rasch’ hinzuweisen ist. Eine weitere Präfixbildung zu enden ist verenden Vb. ‘sterben’ (von Tieren), ahd. firentōn ‘beenden, vernichten, sterben’ (um 1000), mhd. verenden ‘beenden, ein Ende nehmen, sterben’, im Nhd. vom 18. Jh. an auf die heutige Verwendung eingeschränkt. Endung f. ‘Wortausgang, Endsilbe’, namentlich als Flexionszeichen, ahd. entunga ‘das Aufhören, Ende, Begriffsbestimmung’ (9. Jh.), gientunga ‘Begriffsbestimmung’ (8. Jh.), spätmhd. endunge ‘Ende, Vollendung, Austrag’; vgl. mnd. endinge, mnl. e(i)ndinge, aengl. endung, engl. ending, anord. ending ‘Ende, Beendigung’; als grammatisches Fachwort seit dem 15. Jh. endlich Adj. ‘in Raum und Zeit begrenzt’, auch ‘abschließend, am Ende kommend’, so vor allem adverbiell ‘schließlich, zuletzt’, häufig Ausdruck der Ungeduld nach langem Warten, mhd. endelich ‘am Ende kommend, endgültig, eifrig, eilig’; von den mhd. Bedeutungen gilt ‘eifrig, eilig’ (eigentlich ‘zielstrebig’) auch frühnhd. bis ins 17. Jh., ‘endgültig’ gelegentlich noch im 19. Jh.; seit dem 17. Jh. steht endlich außerdem (entsprechend vorausgehendem unendlich, s. unten) im Sinne von ‘irdisch, sterblich’, in der Mathematik etwa seit 1700 für ‘räumlich und zeitlich begrenzt’ (eine endliche Größe, Menge). unendlich Adj. ‘kein Ende habend, unbegrenzt unermeßlich’, ahd. unentilīh ‘unbegrenzt, endlos’ (9. Jh.), mhd. unendelich ‘endlos, zahllos, unvollendet, untüchtig’, diese Verwendungen leben noch im älteren Nhd.; Anfang des 16. Jhs. wird unendlich philosophischer und mathematischer Terminus; rein verstärkender adverbieller Gebrauch seit dem 18. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
(...) endlich (Aufforderung) · (...) schon (Aufforderung)

Typische Verbindungen zu ›endlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›endlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›endlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Also wird es mit dem endlichen Ende so bald nichts werden.
Die Zeit, 10.06.1996, Nr. 24
Zur See aber blieb Rom der stärkere Teil, und wir werden sehen, wie wichtig das für den endlichen Ausgang geworden ist.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 1033
Die regelmäßige Anordnung der vier Massen in einem Ring entspricht einem einfachsten endlichen unbegrenzten linearen Riemannschen Raum aus vier diskreten Elementen.
Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630
Es kommt auch aus der Struktur des endlichen Daseins und seiner Welt.
Jannasch, W.: Leiden. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 23500
Wir haben mit dem Fernsehen eine extreme Fokussierung auf die Sinne und auf das endliche Leben.
Die Welt, 06.06.2000
Zitationshilfe
„endlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/endlich>, abgerufen am 23.06.2021.

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