engen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungen-gen (computergeneriert)
Grundformeng
Wortbildung mit ›engen‹ als Letztglied: ↗einengen
eWDG, 1967

Bedeutung

selten, gehoben etw. eng machen
Beispiele:
Nebel engen die Sicht [StrittmatterOchsenkutscher243]
Eine Verlegenheit engte ihm den Atem [HesseNarziß5,298]
Andreas […] riß den engenden Kragen ab [KlugeZaubergeige168]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eng · Enge · engen · beengen · verengen · einengen · Engpaß
eng Adj. ‘wenig Raum lassend, begrenzt’ und ‘dicht beieinander, gedrängt’, ahd. engi (8. Jh.), mhd. enge, asächs. engi, mnd. enge, mnl. enghe, nl. eng, aengl. enge, anord. ǫngr, øngr, got. aggwus, daneben die umlautlosen Adverbformen ahd. ango (9. Jh.), mhd. ange (s. ↗bange). Das gemeingerm. Adjektiv (ein alter u-Stamm, germ. *angu-) und das davon abgeleitete Abstraktum ↗Angst (s. d.) führen zusammen mit aind. aṁhúḥ ‘eng’ (in aṁhubhḗdī), lat. angiportus (aus *anguportus) ‘enges Gäßchen’ sowie der Erweiterung aslaw. ǫzъkъ, russ. úzkij (узкий) ‘eng, schmal’ auf ie. *ang̑hu-, eine Adjektivbildung zur Wurzel ie. *ang̑h- ‘eng, einengen, schnüren’ (mit früher Übertragung in den seelischen Bereich, vgl. aind. áṁhaḥ ‘Angst, Bedrängnis’, lat. angor ‘Beklemmung, Angst’), an die wohl auch ↗Angina (s. d.) anzuschließen ist. Dazu Enge f. ‘Begrenztheit, Beschränkung, Gedrängheit’, ahd. engī(n) (8. Jh.), mhd. mnd. enge, aengl. engu (vgl. die Zusammensetzungen Meerenge, 17. Jh., und Landenge, 18. Jh. für älteres Erdenenge, Stieler 1691) und das heute ungebräuchliche engen Vb. ‘eng machen’, ahd. engen ‘bedrängen, quälen’ (8. Jh.), mhd. mnd. engen ‘eng machen, beengen, in die Enge treiben’ (vgl. anord. øngja ‘drängen, zwingen, klemmen’, got. gaaggwjan ‘bedrängen’, aengl. geenged ‘bedrängt, besorgt’), das durch die Präfixbildungen beengen Vb. ‘einschränken, behindern’, verengen Vb. ‘enger machen’, reflexiv ‘enger werden’ und einengen Vb. ‘enger machen, einschränken’ (alle 17. Jh.) abgelöst wird. Engpaß m. ‘verengter Durchlaß, schmaler Gebirgspaß’ (Anfang 19. Jh.), übertragen ‘Notlage’ (2. Hälfte 19. Jh., danach ‘wirtschaftliche Schwierigkeiten, Versorgungsmangel’ (20. Jh.); vgl. russ. úzkoe mésto (узкое место).

Typische Verbindungen zu ›engen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›engen‹.

Verwendungsbeispiele für ›engen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das engt selbst die Macht der Lobby der in Chile vertretenen amerikanischen Interessen ein.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1970]
Die Regime reagieren vor jeder Abstimmung nervös, strangulieren die Medien und engen den Spielraum der Bürger ein.
Die Zeit, 15.11.2010, Nr. 46
Sozialistisch beschränkt das Soziale auf eine Partei oder auf das politische Verhältnis, engt es dogmatisch ein.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1942. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1942], S. 48
Den Spielraum für notwendige Steuersenkungen engt unter anderem ein weit verbreitetes Besitzstandsdenken ein, das es schwer macht, die notwendigen Mehrheiten für politische Reformen zu finden.
C't, 2001, Nr. 24
Dieser Stil drängte immer mehr zum Glänzenden, Wirkungsvollen, Virtuosen hin und engte sich damit selbst auf das Zeitbedingte ein.
Avenary, Hanoch u. a.: Jüdische Musik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 31180
Zitationshilfe
„engen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/engen>, abgerufen am 07.04.2020.

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