Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

engen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung en-gen (computergeneriert)
Grundformeng
Wortbildung  mit ›engen‹ als Letztglied: einengen
eWDG

Bedeutung

selten, gehoben etw. eng machen
Beispiele:
Nebel engen die Sicht [ StrittmatterOchsenkutscher243]
Eine Verlegenheit engte ihm den Atem [ HesseNarziß5,298]
Andreas […] riß den engenden Kragen ab [ KlugeZaubergeige168]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eng · Enge · engen · beengen · verengen · einengen · Engpaß
eng Adj. ‘wenig Raum lassend, begrenzt’ und ‘dicht beieinander, gedrängt’, ahd. engi (8. Jh.), mhd. enge, asächs. engi, mnd. enge, mnl. enghe, nl. eng, aengl. enge, anord. ǫngr, øngr, got. aggwus, daneben die umlautlosen Adverbformen ahd. ango (9. Jh.), mhd. ange (s. bange). Das gemeingerm. Adjektiv (ein alter u-Stamm, germ. *angu-) und das davon abgeleitete Abstraktum Angst (s. d.) führen zusammen mit aind. aṁhúḥ ‘eng’ (in aṁhubhḗdī), lat. angiportus (aus *anguportus) ‘enges Gäßchen’ sowie der Erweiterung aslaw. ǫzъkъ, russ. úzkij (узкий) ‘eng, schmal’ auf ie. *ang̑hu-, eine Adjektivbildung zur Wurzel ie. *ang̑h- ‘eng, einengen, schnüren’ (mit früher Übertragung in den seelischen Bereich, vgl. aind. áṁhaḥ ‘Angst, Bedrängnis’, lat. angor ‘Beklemmung, Angst’), an die wohl auch Angina (s. d.) anzuschließen ist. Dazu Enge f. ‘Begrenztheit, Beschränkung, Gedrängheit’, ahd. engī(n) (8. Jh.), mhd. mnd. enge, aengl. engu (vgl. die Zusammensetzungen Meerenge, 17. Jh., und Landenge, 18. Jh. für älteres Erdenenge, Stieler 1691) und das heute ungebräuchliche engen Vb. ‘eng machen’, ahd. engen ‘bedrängen, quälen’ (8. Jh.), mhd. mnd. engen ‘eng machen, beengen, in die Enge treiben’ (vgl. anord. øngja ‘drängen, zwingen, klemmen’, got. gaaggwjan ‘bedrängen’, aengl. geenged ‘bedrängt, besorgt’), das durch die Präfixbildungen beengen Vb. ‘einschränken, behindern’, verengen Vb. ‘enger machen’, reflexiv ‘enger werden’ und einengen Vb. ‘enger machen, einschränken’ (alle 17. Jh.) abgelöst wird. Engpaß m. ‘verengter Durchlaß, schmaler Gebirgspaß’ (Anfang 19. Jh.), übertragen ‘Notlage’ (2. Hälfte 19. Jh., danach ‘wirtschaftliche Schwierigkeiten, Versorgungsmangel’ (20. Jh.); vgl. russ. úzkoe mésto (узкое место).

Typische Verbindungen zu ›engen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›engen‹.

Verwendungsbeispiele für ›engen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das engt selbst die Macht der Lobby der in Chile vertretenen amerikanischen Interessen ein. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1970]]
Die Regime reagieren vor jeder Abstimmung nervös, strangulieren die Medien und engen den Spielraum der Bürger ein. [Die Zeit, 15.11.2010, Nr. 46]
Mit ihrer heutigen Mutlosigkeit aber engt die Koalition ihren künftigen Handlungsspielraum ein. [Die Zeit, 13.11.1998, Nr. 47]
Ihre Ergebnisse engten in bedeutendem Maße das Wirkungsfeld der rechten Elemente ein. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1971]]
Engt man sie so sinnvoll von allen Seiten ein, auch gegen verfließende Nachbarformen, so wird der Komplex übersichtlich. [Die Zeit, 13.03.1964, Nr. 11]
Zitationshilfe
„engen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/engen>.

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