Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

enragieren

Grammatik Verb · reflexivenragiert sich, enragierte sich, hat sich enragiert
Aussprache 
Worttrennung en-ra-gie-ren
Herkunft aus enragerfrz ‘toll, rasend werden’
eWDG

Bedeutung

sich leidenschaftlich erregen
Beispiel:
veraltendIch pflege mich nie politisch zu enragieren [ I. SeidelLabyrinth295]
umgangssprachlich enragiert (= leidenschaftlich)
Grammatik: häufig im Partizip II
Beispiele:
er war ein enragierter Spieler, Sammler, Zeitungsleser
seine enragierten Anhänger
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rage · enragieren
Rage f. ‘Wut, Empörung, Aufregung’, Übernahme (18. Jh.) von gleichbed. frz. rage f., auch ‘Raserei, Tollwut’, dies über vlat. *rabia aus lat. rabiēs f. ‘Wut, Tollheit, Ungestüm’. enragieren Vb. ‘sich erregen, sich begeistern, wütend werden’, entlehnt (Anfang 19. Jh.) aus frz. enrager ‘toll, rasend werden’.

Verwendungsbeispiele für ›enragieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fünfzehn Jahre später schrieb die SPD‑Entwicklungspolitikerin Brigitte Erler enragiert über „Tödliche Hilfe“. [Die Zeit, 27.06.1986, Nr. 27]
Der Abschnitt über den Kulturkampf enragiert ihn sogar bis zur Einseitigkeit. [Die Zeit, 14.09.1962, Nr. 37]
Sofort zog die Presse westlich des Vorhangs den alten, enragierten, wenn auch nicht stets ganz stalinfrommen Kommunisten ans Herz. [Die Zeit, 08.03.1951, Nr. 10]
Deutet der nun einigermaßen enragierte Becker das im Fernseher vorbeirauschende Bild richtig, ist sein Bester „wie ein Strich unterwegs. [Der Tagesspiegel, 20.07.2003]
Wen denn willst du, sichtlich enragiert, shampo‑, rampo‑, wem imponieren? [konkret, 1987]
Zitationshilfe
„enragieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/enragieren>.

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