entbehrlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungent-behr-lich
eWDG, 1967

Bedeutung

nicht unbedingt notwendig
Beispiele:
Tabak ist ein entbehrliches Genussmittel
die Wiederholungen sind in diesem Abschnitt entbehrlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

entbehren · Entbehrung · entbehrlich
entbehren Vb. ‘dringend Benötigtes nicht haben, missen’, ahd. inberan (9. Jh.), mhd. enbern, mnd. en(t)bēren, mnl. ontbēren, nl. ontberen. Dem im Nhd. nicht mehr gebräuchlichen, nur in der Präfixbildung ↗gebären (s. d.) noch erhaltenen gemeingerm. Verb ahd. beran, mhd. bern, mnd. bēren ‘tragen, hervorbringen’ ist wohl die Negationspartikel ahd. ni, mhd. ne (s. ↗nein, ↗nicht, ↗nie) vorangestellt, die in proklitischer Stellung ihren Vokal verlieren und dann einen schwachen vokalischen Anlaut entwickeln kann (vgl. mhd. ich enkan, enmac, enweiʒ ‘ich kann, weiß nicht’). Die heutige Bedeutung ergibt sich demzufolge aus ‘nicht tragen, nicht bei sich haben’, und die Angleichung an den verbreiteten Verbtypus mit der Vorsilbe ↗ent- (s. d.) erfolgt sekundär (t-Einschub zuerst mnd. und frühnhd.); vgl. aber de Vries Nl. 486, der von nl. ont-, dt. ent- ausgeht. Bis ins 16. Jh. wird entbehren stark flektiert (wie jetzt noch gebären); neben der bis dahin allein üblichen Verbindung mit einem Genitiv, der als von der Negation abhängiger partitiver Genitiv anzusehen ist, kommt transitiver Gebrauch ebenfalls im 16. Jh. auf. Entbehrung f. ‘Mangel, Not’, mnd. entbēringe (15. Jh.), hd. seit dem 17. Jh.; entbehrlich Adj. ‘nicht notwendig’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) erübrigen · Muster ohne Wert · die Mühe nicht wert · ↗fruchtlos · nichts wert · ↗nutzlos · ohne Sinn und Zweck · ↗sinnlos · unnotwendig · ↗unnötig · ↗unnütz · ↗wertlos · zu nichts nutze · zu nichts nütze · ↗zwecklos · ↗überflüssig  ●  sinn- und zwecklos  Hauptform · (den/die/das) kannst du in der Pfeife rauchen  ugs., fig. · (sich etwas) schenken können  ugs. · (sich etwas) sparen können  ugs. · ↗akademisch  geh. · der Mühe nicht wert  geh. · entbehrenswert  geh. · entbehrlich  geh. · ↗müßig  geh. · nicht der Mühe wert  geh. · nichts bringen  ugs. · ↗verzichtbar  geh. · überflüssig wie ein Kropf  ugs.
Assoziationen
  • erfolglos · ohne Erfolg · ↗umsonst · ↗vergebens  ●  ↗fruchtlos (Anwaltsdeutsch)  Jargon · ↗vergeblich  Hauptform · (an/bei jemandem/etwas ist) Hopfen und Malz verloren  ugs. · außer Spesen nichts gewesen  ugs., Spruch · da kommt nix bei rum  ugs., salopp · dabei kommt nichts (he)rum  ugs. · ↗frustran (medizinisch)  fachspr. · für die Katz  ugs. · für die Tonne  ugs. · für nichts und wieder nichts  ugs. · kannst du knicken  ugs. · kannst du vergessen  ugs. · vergebene Liebesmüh  ugs. · vergebliche Liebesmüh  ugs.
  • Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bair. · ↗Glumpert  ugs., bair., österr. · Graffel  ugs., österr., bair. · Grusch  ugs. · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · Kramuri  ugs., österr. · ↗Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Müll  derb · ↗Nippes  ugs. · ↗Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · ↗Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · ↗Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · ↗Trödel  ugs. · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
  • (sich) verlaufen · ↗(sich) verlieren · im Leeren verlaufen · im Nichts verlaufen · ins Leere laufen (mit) · nicht fruchten (bei jemandem) · nicht vorankommen · nicht weiterkommen (mit) · nicht weiterverfolgt werden · nichts bewirken · nichts herauskommen (bei) · ↗verpuffen · wirkungslos verpuffen · zu nichts führen  ●  wirkungslos bleiben  Hauptform · (sich) in Luft auflösen  ugs. · (sich) in Rauch auflösen  ugs. · (sich) in Wohlgefallen auflösen  ugs. · ↗(sich) totlaufen  ugs. · genauso gut hätte ich (+ absurde Handlung)  ugs. · im Sand verlaufen  ugs. · im Sande verlaufen  ugs. · nicht helfen  ugs. · nichts bringen  ugs. · vergebliche Liebesmüh sein  ugs. · ↗verläppern  ugs. · verplätschern  ugs. · ↗versanden  ugs.
  • gegenstandslos · ↗haltlos · ↗hinfällig · nicht (weiter) der Rede wert · nicht mehr erforderlich · nicht weiter beachtenswert · ↗nichtig · ↗unbegründet · ↗unhaltbar  ●  ↗(hat sich) erledigt  ugs. · Wegfall der Geschäftsgrundlage  fachspr., veraltet, juristisch · ↗obsolet (geworden)  geh.
  • (von vornherein) zum Scheitern verurteilt · ↗Makulatur · hoffnungsloses Unterfangen · ↗illusorisch · keine Option · keinen Sinn haben · keinen Sinn machen · keinen Sinn und Zweck haben · keinen Zweck haben · nicht realisierbar · nichts zu machen sein · ohne Aussicht auf Erfolg · ohne Sinn und Zweck · ↗sinnlos · ↗unsinnig · ↗vergeblich · zu nichts führen · ↗zwecklos  ●  (ein) tot geborenes Kind  fig. · (ein) totgeborenes Kind  fig. · ↗aussichtslos  Hauptform · (das) kannst du vergessen  ugs. · (gut) für die Tonne  ugs. · bringt nichts  ugs. · führt zu nichts  ugs. · für den Arsch  vulg. · für die Katz  ugs. · hat keinen Wert  ugs., ruhrdt. · ↗umsonst  ugs. · ↗witzlos  ugs. · zu nichts gut sein  ugs.
  • (nur) (ein) Fetzen Papier · das Papier nicht wert, auf dem etwas gedruckt ist · das Papier nicht wert, auf dem etwas geschrieben steht · nur auf dem Papier stehen · wertloses Stück Papier
  • (die) Sache nicht weiter (voran) bringen · ↗Getändel · ↗Spielerei · harmloses Geplänkel  ●  Ringelpiez mit Anfassen  ugs.
  • brotlose Kunst · nicht nutzbar · nicht zu nutzen · ↗nutzlos · ohne Nutzen · ohne Nutzwert · ↗unbrauchbar · ↗unnütz · ↗untauglich · ↗unwirksam · zu nichts nutze  ●  Schmuck am Nachthemd  scherzhaft, fig. · ohne sittlichen Nährwert  ugs., scherzhaft
  • keine Verwendung haben (für) · mehr als notwendig (gewesen wäre) · mehr als nötig · nicht mehr notwendig · nicht mehr vonnöten · ↗zu viel · ↗überflüssig · ↗übergenug · ↗überzählig  ●  ↗überschüssig  Hauptform · wird nicht (mehr) gebraucht  ugs.
  • nicht vorstellbar · ↗unausdenkbar · ↗undenkbar · ↗unvorstellbar
  • keinen Pfifferling wert · keinen roten Heller wert · nichts wert (sein) · ohne (jeden) Wert  ●  ↗wertlos  Hauptform
  • (etwas) gar nicht erst zu versuchen brauchen · verbrannt sein  ●  kein Bein mehr an die Erde kriegen  fig.
Synonymgruppe
abkömmlich · entbehrlich · ↗unwichtig
Synonymgruppe
nicht (so) wichtig · nicht erforderlich · nicht nötig · ↗unwichtig · ↗verzichtbar · ↗überflüssig  ●  ↗unnötig  Hauptform · entbehrlich  geh. · muss nicht sein  ugs. · nicht brauchen (zu)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abmahnung Arbeitskraft Ballast Fremdwort Gegenstand Gut Immobilie Luxus durchaus eher erachten erscheinen freilich geworden halbwegs irgendwie kaum keineswegs machen meist notfalls ohnehin scheinen schienen schädlich somit teilweise vollends werdend überflüssig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entbehrlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kosten hierfür erscheinen in allen kurzsichtigen Politiken als entbehrlich.
Der Tagesspiegel, 01.08.2000
Für einen Zweck, den die Bourgeoisie nicht hat, soll sie wohl entbehrlich sein!
o. A.: Teleologischer Reklamefeldzug für Marxsche Theorie. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1983]
Und trotzdem, der Brief als solcher ist auch heute noch nicht entbehrlich geworden und wird es auch nicht so leicht werden.
Martin, Hans: Darf ich mir erlauben ...?, Stuttgart: Hädecke 1935, S. 89
Die Lampen-Armatur in ihrer bisherigen Form wird in vielen Fällen entbehrlich.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 286
So entbehrlich ist auch seiner, beinahe mathematisch richtigen Welt der Mensch.
Rilke, Rainer Maria: Worpswede. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1902], S. 9774
Zitationshilfe
„entbehrlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entbehrlich>, abgerufen am 20.04.2019.

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