entfachen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ent-fa-chen
eWDG

Bedeutung

gehoben ein Feuer entfachenein Feuer anzünden, zum Lodern, Brennen bringen
Beispiele:
ein Feuer wieder zur Glut entfachen
ein Kind hat in der Wohnung einen Brand entfacht
übertragen etw. erregen, hervorrufen
Beispiele:
eine Diskussion, Auseinandersetzung um eine bestimmte Frage entfachen
in jmdm. ein echtes Gefühl für etw. entfachen
die Musik entfachte in ihm helle Begeisterung
Hass, Hetze entfachen
einen Streit, Krieg entfachen (= entfesseln)
die Bewegung, die er [Luther] wider seinen Willen und wider sein Wissen entfacht hatte, trieb ihn weiter und weiter [ MehringDt. Geschichte43]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fachen · anfachen · entfachen · fächeln · Fächer · fächern2
fachen Vb. ‘(ein Feuer) anzünden, anblasen, zum Brennen bringen’, frühnhd. fochen (15. Jh.), mnd. vāken scheint entlehnt zu sein aus mlat. focare ‘anbrennen, anzünden, durch Feuer verwüsten’ (zu lat. focus ‘Feuerstätte des Herdes’). Der Stammsilbenvokal geht schon früh (s. unten anfachen), endgültig im 18. Jh. in a über, vielleicht unter nd. md. Einfluß sowie in Anlehnung an die oft lautähnlichen Formen von ↗anfangen (s. d.). Heute vor allem in den Präfixverben anfachen Vb. (15. Jh.) und entfachen Vb. ‘schüren, entflammen, entzünden’ (19. Jh.) gebräuchlich. fächeln Vb. ‘(kühle) Luft heranblasen, zuwehen’ (vereinzelt 16. Jh.), wohl iterativ zu fachen gebildet und später beeinflußt von Fächer m. ‘Wedel, durch dessen Bewegung ein Luftstrom erzeugt wird’, frühnhd. focker, focher, föcher ‘Blasebalg, Wedel zum Inganghalten des Feuers’ (15. Jh.), abgeleitet von fachen (s. oben), wenn nicht entlehnt aus lat. focārius ‘wer sich um das Herdfeuer bemüht’. Seit dem 17. Jh. übliches Fächer wird gleichzeitig Bezeichnung für den aus Frankreich übernommenen faltbaren Wedel, mit dem man sich zur Kühlung Luft zuwedelt. Dazu fächern2 Vb. ‘sich kühlende Luft zuwehen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Feuer machen · ↗anzünden · entfachen · ↗entflammen · ↗entzünden · in Brand setzen · ↗zündeln  ●  ↗anstecken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
anfangen (etwas/mit etwas) · ↗auslösen · entfachen · ↗herbeiführen · ↗hervorrufen · in Gang bringen  ●  ↗anstiften  negativ · ↗induzieren  fachspr. · ↗initiieren  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
anzetteln · eine Lawine (von ...) lostreten · entfachen · ↗lostreten · ↗provozieren · vom Zaun brechen  ●  ↗heraufbeschwören  negativ
Oberbegriffe
Assoziationen
  • anrichten  negativ · ↗anstellen  negativ · ↗verbrechen  ironisch, negativ · ↗(sich etwas) leisten  ugs. · ↗ausfressen  ugs., Hauptform, negativ
  • (etwas) veranlasst haben · (seine) Finger im Spiel haben · (wahrer) Urheber (sein) · hinter etwas stecken
  • (etwas) im Schilde führen  ugs. · ↗ausbrüten  ugs., fig. · ↗aushecken  ugs. · ↗ausklamüsern  ugs. · ↗ausknobeln  ugs.
  • (einen) Shitstorm auslösen · (einen) Skandal heraufbeschwören  ●  (mächtig) Staub aufwirbeln  fig. · in ein Wespennest stechen  fig.
  • (ein) heißes Eisen anfassen  fig. · (einen) Nerv treffen  fig. · (einen) wunden Punkt berühren  fig. · alte Wunden aufreißen  fig. · in ein Wespennest stechen  fig.
  • (es) abgesehen haben auf · ↗(etwas) provozieren · ↗(etwas) wollen · aus sein auf · ↗suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.
  • anfangen (etwas/mit etwas) · ↗auslösen · entfachen · ↗herbeiführen · ↗hervorrufen · in Gang bringen  ●  ↗anstiften  negativ · ↗induzieren  fachspr. · ↗initiieren  geh.
  • Zankhahn · ↗Zänker · streitsüchtige Person · zänkische Person  ●  Krawallbürste  ugs. · Krawallnudel  ugs. · ↗Streithahn  ugs. · ↗Streithammel  ugs. · Streithansel  ugs., österr., bayr. · Streithansl  ugs., österr., bayr.

Typische Verbindungen zu ›entfachen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entfachen‹.

Verwendungsbeispiele für ›entfachen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An einem Abend im Winter versuchten sie, eine neue Revolution für Olympia zu entfachen.
Der Tagesspiegel, 31.12.2003
Sie stemmt sich gegen die Reform in dem Bemühen, eine Revolution zu entfachen.
Der Spiegel, 16.06.1986
Sicher konnte er das Feuer noch nicht entfachen, aber er wußte es zu wahren.
Krämer, Walter: Geheimnis der Ferne, Leipzig u. a.: Urania-Verlag 1971, S. 24
Dann erst wird auch die vollkommene Liebe im Herzen entfacht.
Graß, H.: Glaube. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 9848
In der Stunde der Ratlosigkeit konnte ihre gemüthafte Tiefe Energien erwecken, die nur das entsiegelnde Wort brauchen, um eine Revolution zu entfachen.
Plessner, Helmuth: Die verspätete Nation, Stuttgart: Kohlhammer 1962 [1935], S. 39
Zitationshilfe
„entfachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entfachen>, abgerufen am 20.01.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
entetiert
Enterung
Entertainment
Entertainerin
Entertainer
entfahren
Entfall
entfallen
entfaltbar
entfalten