Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

entfalten

Grammatik Verb · entfaltet, entfaltete, hat entfaltet
Aussprache 
Worttrennung ent-fal-ten
Grundformfalten
Wortbildung  mit ›entfalten‹ als Erstglied: Entfaltung · entfaltbar
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. auseinanderfalten, auseinanderbreiten
Beispiele:
einen Brief, eine Fahne, Liste, Zeitung, Serviette entfalten
der Käfer entfaltet seine Flügel und fliegt davon
Er entfaltete eine Landkarte [ FrischHomo faber16]
Draußen der Nußbaum vor der Galerie hatte nun schon seine jungen schwärzlichen Blätter entfaltet [ G. HermannGebert154]
sich entfaltensich öffnen
Beispiele:
der Fallschirm entfaltet sich langsam
die Knospen, Blüten entfalten sich
bildlich
Beispiel:
und das junge Menschenkind wächst und entfaltet sich schöner und blühender als die köstlichste, wundersamste Pflanze [ RaabeSperlingsgasseI 1,63]
2.
etw. in geringem Umfang Vorhandenes entwickeln und allseitig zur Geltung kommen lassen
Beispiele:
seine Persönlichkeit, eine scharfe Logik, künstlerische Begabung, große Beredsamkeit, ein Talent entfalten
seine Fähigkeiten, Macht, Kraft, Phantasie entfalten
man darf dem Gegner keine Zeit lassen, seine Intrigen zu entfalten
sich entfalten
sich entwickeln
Beispiele:
in der anderen Umgebung konnte er sich besser entfalten
bei dieser Tätigkeit kann er sich nicht (frei) entfalten
3.
etw. eingehend darlegen, veranschaulichen, ausbreiten
Beispiele:
einen Gedanken, Plan, seine Einfälle, Vorstellungen, die Wahrheit, verschiedene Möglichkeiten zur Lösung der Aufgabe entfalten
am Kaiserhof wurde großer Prunk, Pomp entfaltet (= gezeigt)
4.
papierdeutsch etw. ins Leben rufen und es stark werden lassen, mit etw. beginnen und es allseitig durchführen
Beispiele:
Propaganda, Agitation, Aktivität in den Betrieben, Kritik und Selbstkritik entfalten
Initiative entfalten

Thesaurus

Synonymgruppe
(allmählich) entstehen · (sich) entfalten · (sich) entspinnen (Diskussion) · (sich) entwickeln · (sich) herausbilden
Oberbegriffe
Synonymgruppe
entfalten · entwickeln · gedeihen · prosperieren · wachsen · zunehmen  ●  ausprägen  fachspr.
Synonymgruppe
(sich) öffnen · aufgehen · aufklappen · entfalten (Blüte)  ●  (sich) entfalten (Blüte, Fallschirm)  Hauptform
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›entfalten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entfalten‹.

Verwendungsbeispiele für ›entfalten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier ist sie aufgeschlossen, denn hier kann sie sich besonders entfalten. [Klemz, Willy: Praktische Menschenkunde, Düsseldorf: Greif 1963, S. 82]
Da sich fortan allerdings kaum jemand mehr um Sie kümmert, müssen Sie schon selber etwas Initiative entfalten. [Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 207]
Die Musiker konnten sich solistisch nicht entfalten, mußten aber, um leben zu können, solche Engagements annehmen. [Burkhardt, Werner: Jazz. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 39787]
Energie, sagt er, entfalte er vor allem dann, wenn etwas nicht gelingen wolle. [Die Zeit, 14.08.1997, Nr. 34]
Wir müssen den Armen helfen, ihre eigenen produktiven Fähigkeiten zu entfalten. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1997]]
Zitationshilfe
„entfalten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entfalten>.

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