Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

entfliehen

Grammatik Verb · entflieht, entfloh, ist entflohen
Aussprache 
Worttrennung ent-flie-hen
Grundformfliehen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. die Flucht ergreifen, ausreißen
    1. [gehoben, bildlich] ...
  2. 2. [gehoben, übertragen] schnell vergehen, verrinnen
eWDG

Bedeutungen

1.
die Flucht ergreifen, ausreißen
Beispiele:
aus dem Gefängnis entfliehen
er entfloh von O bei Nacht und Nebel
er ist der Gefahr, dem Menschengetümmel entflohen
gehoben, bildlich
Beispiele:
das Wort entflieht den Lippen
ich musste der Welt entfliehen
das ist nur ein Vorwand, um sich selbst zu entfliehen [ NossackSpirale92]
2.
gehoben, übertragen schnell vergehen, verrinnen
Beispiele:
die Zeit, der Augenblick entflieht
die Stunden, Gedanken entfliehen
schnell entflieht das Glück
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fliehen · entfliehen · Fliehkraft
fliehen Vb. ‘ausreißen, sich schnell (und heimlich) entfernen’, ahd. fliohan (8./9. Jh.), mhd. vliehen, vlien, asächs. fliohan, mnd. vlēn, vlien, mnl. vlīen, nl. vlieden, aengl. flēon, engl. to flee, anord. flȳja, got. (mit þl-Anlaut, s. auch flehen) þliuhan setzen germ. *fleuh- oder *þleuh- voraus. Da das Problem des ursprünglichen Anlauts (fl- oder þl-) noch ungeklärt ist, bleibt jeder etymologische Erklärungsversuch (z. B. Anschluß an lat. lōcusta ‘Heuschrecke’, eigentlich ‘mit Gelenken versehen, biegsam, springend’, oder, mit grammatischem Wechsel, an fliegen, s. d.) ungesichert. entfliehen Vb. verstärktes fliehen, ahd. intfliohan ‘entwischen, zurückweichen, sich entziehen’ (9. Jh.), mhd. enphliehen, entvliehen. Fliehkraft f. ‘Zentrifugalkraft’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
durch die Finger schlüpfen · entfleuchen · entfliehen · entgehen · entkommen · entlaufen · entrinnen · entwischen  ●  durch die Lappen gehen  ugs. · durchs Netz gehen  ugs. · entweichen  geh. · nicht erwischen (können)  ugs. · nicht kriegen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Weite suchen · die Flucht ergreifen · entfliehen · entkommen · fliehen · flüchten · weglaufen · zu entkommen versuchen  ●  Fersengeld geben  veraltend · (sich) aus dem Staub machen  ugs. · (sich) dünn(e) machen  ugs. · (sich) verdrücken  ugs. · abhauen  ugs. · ausfliegen  ugs., ironisch · stiften gehen  ugs. · türmen  ugs. · verduften  ugs. · zu entkommen suchen  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›entfliehen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entfliehen‹.

Verwendungsbeispiele für ›entfliehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gibt es eine bessere Lösung, um die entflohenen Fenster einzufangen? [C't, 1996, Nr. 9]
Doch man kann seiner Nation nicht entfliehen und man soll es nicht. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1977]]
Natürlich kann man ihnen entfliehen, aber irgendwann muss man wieder ran. [Die Zeit, 18.10.2010, Nr. 42]
Noch als Teenager wollte das aufgeweckte Mädchen dem rigiden Regime entfliehen. [Die Zeit, 22.03.2010, Nr. 12]
Sie weiß es seit gestern abend und ist, ohne mich danach wiedergesehen zu haben, entflohen. [Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 293]
Zitationshilfe
„entfliehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entfliehen>.

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