entfliehen

GrammatikVerb · entflieht, entfloh, ist entflohen
Aussprache
Worttrennungent-flie-hen
Grundformfliehen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. die Flucht ergreifen, ausreißen
    1. [gehoben, bildlich] ...
  2. 2. [gehoben, übertragen] schnell vergehen, verrinnen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
die Flucht ergreifen, ausreißen
Beispiele:
aus dem Gefängnis entfliehen
er entfloh von O bei Nacht und Nebel
er ist der Gefahr, dem Menschengetümmel entflohen
gehoben, bildlich
Beispiele:
das Wort entflieht den Lippen
ich musste der Welt entfliehen
das ist nur ein Vorwand, um sich selbst zu entfliehen [NossackSpirale92]
2.
gehoben, übertragen schnell vergehen, verrinnen
Beispiele:
die Zeit, der Augenblick entflieht
die Stunden, Gedanken entfliehen
schnell entflieht das Glück
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fliehen · entfliehen · Fliehkraft
fliehen Vb. ‘ausreißen, sich schnell (und heimlich) entfernen’, ahd. fliohan (8./9. Jh.), mhd. vliehen, vlien, asächs. fliohan, mnd. vlēn, vlien, mnl. vlīen, nl. vlieden, aengl. flēon, engl. to flee, anord. flȳja, got. (mit þl-Anlaut, s. auch ↗flehen) þliuhan setzen germ. *fleuh- oder *þleuh- voraus. Da das Problem des ursprünglichen Anlauts (fl- oder þl-) noch ungeklärt ist, bleibt jeder etymologische Erklärungsversuch (z. B. Anschluß an lat. lōcusta ‘Heuschrecke’, eigentlich ‘mit Gelenken versehen, biegsam, springend’, oder, mit grammatischem Wechsel, an ↗fliegen, s. d.) ungesichert. entfliehen Vb. verstärktes fliehen, ahd. intfliohan ‘entwischen, zurückweichen, sich entziehen’ (9. Jh.), mhd. enphliehen, entvliehen. Fliehkraft f. ‘Zentrifugalkraft’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
durch die Finger schlüpfen · ↗entfleuchen · entfliehen · ↗entgehen · ↗entkommen · ↗entlaufen · ↗entrinnen · ↗entwischen  ●  durch die Lappen gehen  ugs. · durchs Netz gehen  ugs. · ↗entweichen  geh. · nicht erwischen (können)  ugs. · nicht kriegen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›entfliehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entfliehen‹.

Verwendungsbeispiele für ›entfliehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch selbst jene, die solche Genüsse eher meiden, werden dem galaktischen Treiben nicht entfliehen können.
Die Welt, 15.05.1999
Gibt es eine bessere Lösung, um die entflohenen Fenster einzufangen?
C't, 1996, Nr. 9
Sie nahm auch denselben Weg wieder zurück; daheim aber brach sie zusammen und entfloh bei Nacht und Nebel.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4777
Sie weiß es seit gestern abend und ist, ohne mich danach wiedergesehen zu haben, entflohen.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 293
Aber noch einmal wird das fast schon entflohene Leben grauenvoll wieder wachgerüttelt.
Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 236
Zitationshilfe
„entfliehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entfliehen>, abgerufen am 05.04.2020.

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