Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

entgleiten

Grammatik Verb · entgleitet, entglitt, ist entglitten
Aussprache 
Worttrennung ent-glei-ten
Grundformgleiten
eWDG

Bedeutung

gehoben etw. entgleitet jmdm., jmds. Händenetw. gleitet jmdm. aus den Händen
Beispiele:
der Teller ist ihr, ihren Händen entglitten
das Schwert, der Dolch entglitt seiner Hand
bis die Finger ihm festgefroren und der Stift seinen steifen Händen entglitt, hat Kapitän Scott sein Tagebuch geführt [ St. ZweigSternstunden76]
bildlich
Beispiele:
ein Jubellaut, Stoßseufzer entglitt ihr, ihren Lippen
die Kinder wurden selbstständig und entglitten (= entzogen sich unwillkürlich) der elterlichen Obhut, Fürsorge

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
abhandenkommen · in Verlust geraten · verloren gehen · verschüttgehen · von der Bildfläche verschwinden  ●  (sich) in Luft auflösen  fig. · bachab gehen  fig., schweiz. · in Verstoß geraten  österr., Amtsdeutsch · verschwinden  Hauptform · (einer Sache) verlustig gehen  geh., Amtsdeutsch · (jemandem) entgleiten  geh., fig. · (sich) selbständig machen  ugs., fig., scherzhaft · flöten gehen  ugs., fig. · hopsgehen  ugs. · unter die Räder kommen  ugs., fig. · vom Schlitten fallen  ugs., fig. · wegkommen  ugs.
Assoziationen
  • (das) Entweichen · (das) Verschwinden · Verlust · Verminderung  ●  Schwund  Hauptform · ...schlupf  fachspr.
  • (es) fehlt jede Spur (von) · fort · hat sich verflüchtigt · nicht auffindbar · nicht aufzufinden · nicht zu finden · spurlos verschwunden · unauffindbar · verloren gegangen · vermisst (werden) · verschollen · verschwunden · vom Winde verweht  ●  weg  Hauptform · (sich) in Luft aufgelöst haben  ugs. · Gott weiß wo  ugs. · abhanden gekommen  ugs. · dahin  geh. · entschwunden  geh., auch ironisch · flöten gegangen  ugs. · futsch  ugs. · futschikato  ugs., scherzhaft · hops  ugs. · nicht mehr da  ugs. · perdu  geh., franz., veraltet · sonst wo  ugs. · verschütt gegangen  ugs. · von Windows verweht  ugs., scherzhaft · weg vom Fenster  ugs., veraltend · wie vom Erdboden verschluckt  ugs. · wie weggeblasen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›entgleiten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entgleiten‹.

Verwendungsbeispiele für ›entgleiten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In seinem Hause bückt man sich nicht nach einem entglittenen Teller! [Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 54]
Die Decke, die er unter dem Arm trug, entglitt ihm. [Andersch, Alfred: Sansibar oder der letzte Grund, Olten: Walter 1957 [1957], S. 146]
Als er im März 1413 starb, war ihm die Macht längst entglitten. [Merzbacher, Friedrich: Europa im 15. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 4695]
In Wirklichkeit aber war ihm hier schon die Führung der deutschen Dinge entglitten, bevor er sie noch wirklich in die Hand genommen hatte. [Lutz, Heinrich: Der politische und religiöse Aufbruch Europas im 16. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1280]
Dem Mann mit der eisernen Hand entgleitet die Kontrolle über sein Land. [Die Zeit, 14.05.1998, Nr. 21]
Zitationshilfe
„entgleiten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entgleiten>.

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