entkleiden

Grammatik Verb · entkleidet, entkleidete, hat entkleidet
Aussprache 
Worttrennung ent-klei-den
Grundform kleiden
Wortbildung  mit ›entkleiden‹ als Erstglied: ↗Entkleidung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [gehoben] sich, jmdn. ausziehen
  2. 2. [papierdeutsch, übertragen] ⟨jmdn., etw. einer Sache entkleiden⟩ jmdn., etw. einer Sache berauben
    1. [gehoben] jmdm., einer Sache etw. nehmen, sodass das Wahre, Eigentliche zum Vorschein kommt
eWDG

Bedeutungen

1.
gehoben sich, jmdn. ausziehen
Beispiele:
sie hatte sich entkleidet und ging ins Badezimmer
völlig entkleidet fand man die Leiche
Schwester Sophie entkleidete sich zwischen ihren offenen Spindtüren [ A. ZweigEinsetzung138]
Entkleide mich, ich will mich schlafen legen [ SchillerWallenst. TodV 4]
2.
papierdeutsch, übertragen jmdn., etw. einer Sache entkleidenjmdn., etw. einer Sache berauben
Beispiele:
er wurde seines Amtes, Einflusses, seiner Würde entkleidet (= enthoben)
das Gebäude war jedes Komforts, Schmuckes entkleidet
viele Wörter wurden nach und nach ihrer konkreten Bedeutung entkleidet
gehoben jmdm., einer Sache etw. nehmen, sodass das Wahre, Eigentliche zum Vorschein kommt
Beispiele:
er hatte den Fall seines Geheimnisses entkleidet
Es hat für ihn keinen Zweck, einen bestimmten Menschen so lange aller Besonderheiten zu entkleiden, bis er als »der« Mensch (schlechthin) dasteht [ BrechtMutter-Anmerkungen171]
[Menschen] grausam ihres Scheines entkleidet und versehen mit einem andern, viel bösartigeren Schein [ Feuchtw.Goya609]

Thesaurus

Synonymgruppe
(Oberbekleidung) ablegen · (alle) Hüllen fallen lassen · (die) Hüllen fallen lassen · ↗(ein Kleidungsstück) abstreifen · ↗(sich) freimachen · ↗auskleiden · ↗blankziehen · ↗entblößen · ↗enthüllen · entkleiden  ●  ↗(sich) ausziehen  Hauptform · ↗(sich) (eines Kleidungsstücks) entledigen  geh., veraltend · ↗(sich) entblättern  ugs. · (sich) nackig machen  ugs. · ↗strippen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›entkleiden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entkleiden‹.

Verwendungsbeispiele für ›entkleiden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die beschuldigten Beamten behaupten, die Bedienung habe plötzlich begonnen, sich zu entkleiden.
Der Tagesspiegel, 21.06.2004
Wer ein öffentliches Amt bekleidet, kann eben nicht jede Frau einfach so entkleiden.
Bild, 28.01.1998
Da hatte ich nicht mehr die Kraft, mich zu entkleiden.
Müller-Jahnke, Clara: Ich bekenne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1904], S. 9224
Ich ließ mich willenlos entkleiden und wagte kaum zu atmen.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 142
Sie entkleideten sich im Licht und legten sich zwischen die Tücher und deckten sich zu.
Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 390
Zitationshilfe
„entkleiden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entkleiden>, abgerufen am 15.05.2021.

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