entkleiden

GrammatikVerb · entkleidete, hat entkleidet
Aussprache
Worttrennungent-klei-den
Grundformkleiden
Wortbildung mit ›entkleiden‹ als Erstglied: ↗Entkleidung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
gehoben sich, jmdn. ausziehen
Beispiele:
sie hatte sich entkleidet und ging ins Badezimmer
völlig entkleidet fand man die Leiche
Schwester Sophie entkleidete sich zwischen ihren offenen Spindtüren [A. ZweigEinsetzung138]
Entkleide mich, ich will mich schlafen legen [SchillerWallenst. TodV 4]
2.
papierdeutsch, übertragen jmdn., etw. einer Sache entkleidenjmdn., etw. einer Sache berauben
Beispiele:
er wurde seines Amtes, Einflusses, seiner Würde entkleidet (= enthoben)
das Gebäude war jedes Komforts, Schmuckes entkleidet
viele Wörter wurden nach und nach ihrer konkreten Bedeutung entkleidet
gehoben jmdm., einer Sache etw. nehmen, sodass das Wahre, Eigentliche zum Vorschein kommt
Beispiele:
er hatte den Fall seines Geheimnisses entkleidet
Es hat für ihn keinen Zweck, einen bestimmten Menschen so lange aller Besonderheiten zu entkleiden, bis er als »der« Mensch (schlechthin) dasteht [BrechtMutter-Anmerkungen171]
[Menschen] grausam ihres Scheines entkleidet und versehen mit einem andern, viel bösartigeren Schein [Feuchtw.Goya609]

Thesaurus

Synonymgruppe
(Oberbekleidung) ablegen · (alle) Hüllen fallen lassen · (die) Hüllen fallen lassen · ↗(ein Kleidungsstück) abstreifen · ↗(sich) freimachen · ↗auskleiden · ↗blankziehen · ↗entblößen · ↗enthüllen · entkleiden  ●  ↗(sich) ausziehen  Hauptform · ↗(sich) (eines Kleidungsstücks) entledigen  geh., veraltend · ↗(sich) entblättern  ugs. · (sich) nackig machen  ugs. · ↗strippen  ugs.
Assoziationen
  • ausgezogen · ↗blank · entblättert · entblößt · enthüllt · entkleidet · ↗hüllenlos · mit bloßer Haut · nichts anhaben · ↗textilfrei · ↗unbekleidet  ●  im Adamskostüm  männl. · im Evakostüm  weibl. · im Evaskostüm  weibl. · im Naturzustand  scherzhaft · ↗nackend  regional · ↗nackt  Hauptform · wie Gott ihn schuf  männl. · wie Gott sie schuf  weibl. · barfuß bis zum Hals  ugs. · nackert  ugs., süddt. · nackicht  ugs. · ↗nackig  ugs. · ↗pudelnackt  ugs. · ↗splitterfasernackt  ugs. · ↗splitternackt  ugs.
  • (ein) Nackter · nackter Mensch  ●  ↗Nackedei  ugs. · ↗Nacktfrosch  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begriff Dame Funktion Gold Individualität Junge Kamera Körper Leich Leiche Mädchen Oberkörper Realität Tote Täter Unterhose Unterwäsche Wirklichkeit Würde auflösen berauben bis fesseln langsam teilweise vergewaltigen vollständig völlig würgen zerren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entkleiden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die beschuldigten Beamten behaupten, die Bedienung habe plötzlich begonnen, sich zu entkleiden.
Der Tagesspiegel, 21.06.2004
Wer ein öffentliches Amt bekleidet, kann eben nicht jede Frau einfach so entkleiden.
Bild, 28.01.1998
Da hatte ich nicht mehr die Kraft, mich zu entkleiden.
Müller-Jahnke, Clara: Ich bekenne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1904], S. 9224
Ich ließ mich willenlos entkleiden und wagte kaum zu atmen.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 142
Sie entkleideten sich im Licht und legten sich zwischen die Tücher und deckten sich zu.
Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 390
Zitationshilfe
„entkleiden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entkleiden>, abgerufen am 19.07.2019.

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