Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

entkräften

Grammatik Verb · entkräftet, entkräftete, hat entkräftet
Aussprache 
Worttrennung ent-kräf-ten
Wortbildung  mit ›entkräften‹ als Erstglied: Entkräftung
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn. schwächen, kraftlos machen
Beispiele:
die Strapaze, Krankheit hatte ihn völlig entkräftet
vom Fieber entkräftet, schlief der Patient lange und fest
2.
übertragen etw. gegenstandslos, bedeutungslos machen, etw. widerlegen
Beispiele:
einen Beweis, Verdacht, Einwand entkräften
eine Behauptung, Vermutung, Hypothese durch eine wissenschaftliche Beweisführung entkräften
Diese Argumente seien entkräftet worden durch das Zeugnis des Varro [ Feuchtw.Nero387]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kraft · kraft · entkräften · verkraften · kräftig · kräftigen · bekräftigen · Kraftausdruck · Kraftbrühe
Kraft f. ‘Stärke, Fähigkeit, Wirksamkeit’, ahd. kraft ‘Stärke, Vermögen, Fähigkeit, Macht, Tugend’ (8. Jh.), mhd. kraft ‘Stärke, Gewalt, Heeresmacht, Menge, Fülle’, asächs. kraft und (mit Wandel von ft zu cht) kraht, mnd. kraft, kracht, mnl. craft, cracht, nl. kracht, aengl. cræft, engl. craft, anord. (aus dem Aengl.?) kraptr, krǫptr, schwed. kraft lassen sich auf eine Labialerweiterung ie. *grep- der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. auch Krampf) zurückführen. Mit Kraft würde sich dann ursprünglich die Vorstellung der Muskelanspannung verbinden. Rechtssprachlich bedeutet bereits ahd. kraft ‘Gültigkeit, Wirksamkeit’; daran anknüpfend vgl. rechtskräftig sowie in Kraft treten, sein, bleiben, außer Kraft setzen, treten, bleiben. In neuerer Zeit (seit Ende 18. Jh.) vielfach bezogen auf den Menschen als ‘Träger der Kraft’, vgl. Streitkräfte (Ende 18. Jh.), frische Kräfte, Lehrkräfte, Arbeitskraft (19. Jh.), eine qualifizierte, bewährte Kraft (20. Jh.). kraft Präp. (mit Genitiv) ‘vermöge, auf Grund, infolge’ (16. Jh.), aus präpositionalen Fügungen wie aus, durch, in Kraft (vgl. in kraft diß abschids, um 1500) entstanden. entkräften Vb. ‘die Kraft entziehen, schwächen, etw. gegenstandslos machen, widerlegen’ (16. Jh.). verkraften Vb. ‘etw. bewältigen, damit fertig werden’ (20. Jh.). kräftig Adj. ‘stark, kraftvoll, derb’, ahd. kreftīg ‘stark, mächtig, gewaltig, groß, wichtig, schwer, wirksam’ (8. Jh.), mhd. kreftic, kreftec ‘Kraft habend, von rechtlicher Geltung und Wirksamkeit, zahlreich, kräftigend’. kräftigen Vb. ‘jmdn. stärken’, ahd. kreftīgen (9. Jh.), gikreftīgōn ‘groß machen’ (um 1000), mhd. kreftigen ‘stärken, mehren’; bekräftigen Vb. ‘einer Angelegenheit Nachdruck verleihen, etw. bestätigen’, mhd. bekreftigen. Kraftausdruck m. ‘derber Ausdruck’ (18. Jh.). Kraftbrühe f. ‘Fleischbrühe’ (18. Jh.). In Zusammensetzungen des 20. Jhs. besonders für maschinell erzeugte Energie, z. B. Kraftfahrzeug, Kraftfahrer, Kraftrad, Kraftwagen, Kraftwerk.

Thesaurus

Synonymgruppe
annullieren · außer Kraft setzen · entkräften · zurückweisen
Synonymgruppe
als falsch erkennen · entkräften · falsifizieren · gegenargumentieren · widerlegen  ●  den Wind aus den Segeln nehmen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abhetzen · aufreiben · brechen · enervieren · entkräften · entnerven · ermatten · ermüden · heimsuchen · mürbe hauen · mürbe klopfen · mürbe kriegen · mürbe machen · strapazieren · zermürben  ●  kleinkriegen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›entkräften‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entkräften‹.

Verwendungsbeispiele für ›entkräften‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

King, der das weiß, sucht mögliche Kritik vorwegnehmend zu entkräften. [Die Zeit, 18.11.2013, Nr. 46]
Die Regierung in Bonn versuchte, die amerikanischen Bedenken zu entkräften. [Die Zeit, 21.10.2013, Nr. 42]
Das Unternehmen hatte zuletzt im Mai versucht, die Kritik zu entkräften. [Die Zeit, 20.06.2013 (online)]
Aber es entkräftet das Argument, das Eingreifen in einem Land werde notwendig zum Eingreifen überall auf der Welt führen. [Die Zeit, 11.04.2011, Nr. 15]
Und ich fing schon an, mich zu opfern, zu verzehren und zu entkräften. [Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 90]
Zitationshilfe
„entkräften“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entkr%C3%A4ften>.

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