entkräften

GrammatikVerb · entkräftete, hat entkräftet
Aussprache
Worttrennungent-kräf-ten
Wortbildung mit ›entkräften‹ als Erstglied: ↗Entkräftung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn. schwächen, kraftlos machen
Beispiele:
die Strapaze, Krankheit hatte ihn völlig entkräftet
vom Fieber entkräftet, schlief der Patient lange und fest
2.
übertragen etw. gegenstandslos, bedeutungslos machen, etw. widerlegen
Beispiele:
einen Beweis, Verdacht, Einwand entkräften
eine Behauptung, Vermutung, Hypothese durch eine wissenschaftliche Beweisführung entkräften
Diese Argumente seien entkräftet worden durch das Zeugnis des Varro [Feuchtw.Nero387]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kraft · kraft · entkräften · verkraften · kräftig · kräftigen · bekräftigen · Kraftausdruck · Kraftbrühe
Kraft f. ‘Stärke, Fähigkeit, Wirksamkeit’, ahd. kraft ‘Stärke, Vermögen, Fähigkeit, Macht, Tugend’ (8. Jh.), mhd. kraft ‘Stärke, Gewalt, Heeresmacht, Menge, Fülle’, asächs. kraft und (mit Wandel von ft zu cht) kraht, mnd. kraft, kracht, mnl. craft, cracht, nl. kracht, aengl. cræft, engl. craft, anord. (aus dem Aengl.?) kraptr, krǫptr, schwed. kraft lassen sich auf eine Labialerweiterung ie. *grep- der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. auch ↗Krampf) zurückführen. Mit Kraft würde sich dann ursprünglich die Vorstellung der Muskelanspannung verbinden. Rechtssprachlich bedeutet bereits ahd. kraft ‘Gültigkeit, Wirksamkeit’; daran anknüpfend vgl. rechtskräftig sowie in Kraft treten, sein, bleiben, außer Kraft setzen, treten, bleiben. In neuerer Zeit (seit Ende 18. Jh.) vielfach bezogen auf den Menschen als ‘Träger der Kraft’, vgl. Streitkräfte (Ende 18. Jh.), frische Kräfte, Lehrkräfte, Arbeitskraft (19. Jh.), eine qualifizierte, bewährte Kraft (20. Jh.). kraft Präp. (mit Genitiv) ‘vermöge, auf Grund, infolge’ (16. Jh.), aus präpositionalen Fügungen wie aus, durch, in Kraft (vgl. in kraft diß abschids, um 1500) entstanden. entkräften Vb. ‘die Kraft entziehen, schwächen, etw. gegenstandslos machen, widerlegen’ (16. Jh.). verkraften Vb. ‘etw. bewältigen, damit fertig werden’ (20. Jh.). kräftig Adj. ‘stark, kraftvoll, derb’, ahd. kreftīg ‘stark, mächtig, gewaltig, groß, wichtig, schwer, wirksam’ (8. Jh.), mhd. kreftic, kreftec ‘Kraft habend, von rechtlicher Geltung und Wirksamkeit, zahlreich, kräftigend’. kräftigen Vb. ‘jmdn. stärken’, ahd. kreftīgen (9. Jh.), gikreftīgōn ‘groß machen’ (um 1000), mhd. kreftigen ‘stärken, mehren’; bekräftigen Vb. ‘einer Angelegenheit Nachdruck verleihen, etw. bestätigen’, mhd. bekreftigen. Kraftausdruck m. ‘derber Ausdruck’ (18. Jh.). Kraftbrühe f. ‘Fleischbrühe’ (18. Jh.). In Zusammensetzungen des 20. Jhs. besonders für maschinell erzeugte Energie, z. B. Kraftfahrzeug, Kraftfahrer, Kraftrad, Kraftwagen, Kraftwerk.

Thesaurus

Synonymgruppe
annullieren · außer Kraft setzen · entkräften · ↗zurückweisen
Synonymgruppe
als falsch erkennen · entkräften · ↗falsifizieren · gegenargumentieren · ↗widerlegen  ●  den Wind aus den Segeln nehmen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abhetzen · ↗aufreiben · ↗brechen · ↗enervieren · entkräften · ↗entnerven · ↗ermatten · ↗ermüden · ↗heimsuchen · mürbe hauen · mürbe klopfen · mürbe kriegen · mürbe machen · ↗strapazieren · ↗zermürben  ●  ↗kleinkriegen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschuldigung Anwurf Argument Argumentation Argwohn Bedenken Befürchtung Behauptung Beschuldigung Betrugsvorwurf Dopingvorwurf Einwand Fälschungsvorwurf Gegenargument Gerücht Hauptargument Hauptvorwurf Sicherheitsbedenken Spekulation Tatverdacht These Verdacht Verdachtsmoment Verdächtigung Vermutung Vorbehalt Vorhaltung Vorurteil Vorwurf erhärten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entkräften‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

King, der das weiß, sucht mögliche Kritik vorwegnehmend zu entkräften.
Die Zeit, 18.11.2013, Nr. 46
Manche Ägyptologen wollen sich mit dieser These noch nicht einmal auseinander setzen, andere versuchen, die Argumente zu entkräften.
Der Tagesspiegel, 11.06.2003
Und ich fing schon an, mich zu opfern, zu verzehren und zu entkräften.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 90
Weder das Böse noch das Schicksal vermögen darum die Idee des Guten zu entkräften.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 4838
Auf dieser Wanderung bleiben stets ungezählte Tiere entkräftet am Wege liegen.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 213
Zitationshilfe
„entkräften“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entkräften>, abgerufen am 25.06.2019.

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