entladen

GrammatikVerb · entlädt, entlud, hat entladen
Nebenform umgangssprachlich entladen · Verb · entladet, entlud, hat entladen
Aussprache
Worttrennungent-la-den
Wortzerlegungent-laden1
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. leer machen
a)
etw. ausladen, abladen
Beispiele:
die Kisten sind auf dem Güterbahnhof entladen worden
Kohlen, Kartoffeln, Steine entladen
Gegenwort zu beladen1
Beispiel:
einen Lastkraftwagen, Güterzugwagen, Kahn entladen
b)
eine Schusswaffe entladendie Ladung, Munition aus einer Waffe, Schusswaffe herausnehmen
Gegenwort zu laden1
Beispiele:
ein Gewehr, eine Pistole, Kanone entladen
eine Bombe entladen (= eine Bombe entschärfen)
2.
sich entladenschlagartig niedergehen
Beispiele:
ein Gewitter entlädt sich über der Stadt mit kräftigen Donnerschlägen
die dicken Wolken entluden sich in einem Platzregen
übertragen sich schlagartig äußern
Beispiele:
der Wille, die Empörung des Volkes entlud sich in einer Revolution
die Spannung, Begeisterung des Publikums entlud sich in starkem Beifall
seine ganze Wut entlud sich auf uns (= seine ganze Wut ergoss sich auf uns)
gehoben, scherzhaft sein Zorn wird sich über uns entladen
was an Ärger, Unruhe und Trauer in ihm gewesen, entlud sich in einer rasenden Wut gegen den fremden Attentäter [HesseNarziß5,219]
3.
Physik Energie von etw. entnehmen
Gegenwort zu aufladen
Beispiel:
eine Batterie, den Akkumulator durch Stromentnahme entladen
sich entladen
Beispiel:
durch längere Benutzung entlädt sich der Akku allmählich
4.
veraltend, gehoben etw., sich von etw. entladenetw., sich von etw. Belastendem (plötzlich) befreien
Beispiel:
sie fing an zu erzählen und ihr Gemüt von den traurigen und scheußlichen Bildern zu entladen, die sie hatte sehen müssen [HesseNarziß5,213]
veraltet sich einer Sache entladen
Beispiele:
sich seiner Sorgen entladen
O Sir, mein Herz geht auf! / Ich muß des langen Unmuts mich entladen [SchillerStuartII 8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laden1 · beladen · entladen · Ladung
laden1 Vb. ‘eine Last auf ein Transportmittel bringen, (eine Feuerwaffe) mit Munition versehen’, ahd. (h)ladan (8. Jh.), mhd. laden, anord. hlaða, got. afhlaþan sowie (mit grammatischem Wechsel) asächs. hladan, mnd. mnl. lāden, nl. laden, aengl. hladan, engl. to lade lassen sich vergleichen mit aslaw. klasti ‘legen, laden’, russ. klast’ (класть) ‘legen’ und auf eine Dentalerweiterung ie. *klāt- bzw. *klād(h)- der Wurzel ie. *klā- ‘breit hinlegen’, wozu lit. klóti ‘hin-, ausbreiten, überdecken’, zurückführen (s. auch das zugehörige ↗Last). Die in neuerer Sprache verselbständigte Bedeutung ‘eine Feuerwaffe mit Munition versehen’ (15. Jh.) geht auf das Laden großer Kanonen zurück. Hierzu stellen sich jüngere übertragene Verwendungen wie (mit Strom, Energie) laden, (mit Haß, Wut) geladen sein. beladen Vb. ‘mit Ladung versehen, belasten’, ahd. bi(h)ladan (9. Jh.), mhd. beladen, auch reflexiv ‘auf sich nehmen’. entladen Vb. ‘von der Ladung befreien, ausladen’, ahd. int(h)ladan (um 1000), mhd. entladen. Ladung f. ‘das Aufladen, das Aufgeladene, Fracht, Auffüllung’ (15. Jh.), ‘Sprengstoff, der ein Geschoß treibt’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
entladen · ↗entlassen · ↗freisprechen
Synonymgruppe
abladen · ↗auskippen · ↗ausladen · entladen · ↗schütten
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) entladen · (sich) entzünden (auch übertragen: Streit .. an) · ↗(sich) lösen · ↗ausbrechen · ↗entbrennen (Streit) · ↗herausbrechen · ↗herausschießen · ↗heraussprudeln · ↗hervorbrechen · ↗hervorkommen · ↗hervorschießen · ↗losbrechen · ↗sprießen
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) entladen · Ladung verlieren (Akku etc.)
Antonyme
  • (Akku etc.) laden

Typische Verbindungen
computergeneriert

Batterie Schiff Zustand defekt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entladen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die angestaute Energie hat sich entladen; eine Moral gibt es nicht.
Die Welt, 23.02.2002
Jahre, vielleicht Jahrhunderte der Qual entluden sich in dankbarem Stöhnen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 64
Nationalrevolutionäre Energien, die nicht auf Zerstörung angelegt seien, könnten sich bald entladen, prophezeit er zum Schluß.
Die Zeit, 08.12.1989, Nr. 50
Ich entlud ihn und schob ihn in die Hose zurück.
Widmer, Urs: Im Kongo, Zürich: Diogenes 1996, S. 110
Jetzt wurde auch er wütend und entlud es auf mich.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 616
Zitationshilfe
„entladen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entladen>, abgerufen am 23.03.2019.

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