entlasten

GrammatikVerb · entlastet, entlastete, hat entlastet
Aussprache
Worttrennungent-las-ten
Grundformlasten
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdm. einen Teil der Arbeit, Verantwortung abnehmen
Beispiele:
jmdn. in seiner Arbeit, in seiner Funktion als Kassierer entlasten
die neueingestellte Schreibkraft sollte die Sekretärin entlasten
etw. weniger beanspruchen
Beispiele:
er notierte sich alles, um sein Gedächtnis zu entlasten
den Kreislauf durch eine gesunde Ernährung entlasten
eine Straße, den Stadtverkehr durch Umgehungsstraßen entlasten
um die Strecke, die Züge zu entlasten, wurden während der Feiertage Sonderzüge eingesetzt
das Stromnetz muss zu den Spitzenzeiten entlastet werden
etw. von einem inneren Druck befreien
Beispiele:
sein Gewissen von einer schweren Schuld entlasten
sie hat ihr Gewissen entlastet und die volle Wahrheit gesagt
er musste sein Herz, seine Seele entlasten, indem er sich jmdm. anvertraute
2.
jmdn. von einer Schuld, die ihm zur Last gelegt wurde, (teilweise) befreien
Beispiele:
die Zeugenaussagen entlasten den Angeklagten
man muss Gründe angeben, die ihn entlasten
entlastendes Material vorlegen
ein entlastender Umstand ist die Minderjährigkeit des Angeklagten
3.
Bankwesen
Beispiel:
ein Konto entlasten (= auf einem Konto einen Schuldbetrag tilgen)
4.
Kaufmannssprache jmds. Geschäftsführung kontrollieren und billigen
Beispiel:
der Vorstand wurde für seine Tätigkeit entlastet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Last · lasten · belasten · entlasten · Laster1 · Lastkraftwagen · Lasttier · Lastwagen · lästig · belästigen
Last f. ‘etw. Schweres, Beschwerendes’, ahd. hlast, last ‘Last, Bedrückung’ (9. Jh.), mhd. last, auch ‘Menge, Masse, Fülle’, mnd. mnl. nl. last, aengl. hlæst, engl. last sind nur westgerm. bezeugte Abstrakta mit sti-Suffix (bei Verlust des dentalen Wurzelauslauts) von den unter ↗laden1 (s. d.) dargestellten Formen. Last bezeichnet in zahlreichen übertragenen Verwendungen das den Menschen Bedrückende, das, was ihm zur Last werden kann. Ursprünglich kaufmannssprachlich ist die feste Verbindung jmdm. etw. zur Last schreiben, legen; zu Lasten entspricht auf Kosten; Abgaben und Steuern sind Lasten (vgl. Steuerlast, Soziallasten). Als Maß- und Mengeneinheit (eine Last Bier, eine Last Getreide) ist Last heute veraltet. In der Verwendung für die einem Schiff Tiefgang und Gleichgewicht gebende Sandladung ist es durch ↗Ballast (s. d.) ersetzt. lasten Vb. ‘schwer sein, drückend auf etw. liegen’, als intransitives Verb meist in der Fügung auf etw. lasten (18. Jh.). Vorauf gehen in transitive Verwendung mhd. lesten ‘wohin legen, beladen, belasten mit etw.’, frühnhd. lasten. Die transitive Bedeutung ist bis ins 18. Jh. bezeugt und lebt in Präfixbildungen weiter. belasten Vb. ‘mit Last versehen’ (16. Jh.); vgl. mhd. belesten ‘belästigen’. entlasten Vb. ‘von einer Last befreien’, mhd. entlesten, entlasten. Laster1 m. (20. Jh.), verkürzende umgangssprachliche Bildung zu Lastkraftwagen bzw. Lastwagen. Lastkraftwagen m. (20. Jh.). Lasttier n. (18. Jh.). Lastwagen m. ‘Kraftwagen zum Transport von Lasten’ (Ende 19. Jh.), für einen durch Pferde gezogenen Wagen bereits seit dem 16. Jh. lästig Adj. ‘belastend, beschwerlich, störend, unangenehm’, Ableitung des 15. Jhs. von Last. belästigen Vb. ‘unbequem sein, lästig, zudringlich werden’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
befreien · entlasten · ↗erlösen · ↗säubern
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) den Rücken freihalten · (jemanden) entlasten

Typische Verbindungen zu ›entlasten‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entlasten‹.

Verwendungsbeispiele für ›entlasten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allein das könnte die deutsche Industrie um rund 400 Millionen Euro pro Jahr entlasten.
Die Welt, 15.03.2006
Dann sagt sie ganz vage, vielleicht entlasten wir euch später.
Der Tagesspiegel, 21.03.1999
Ob das nun gut ist oder nicht - jedenfalls bin ich momentan entlastet.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 149
Es konnte sich nur darum handeln, diese beiden Tage soweit wie möglich zu entlasten.
Reklame-Praxis, 1927, Nr. 10, Bd. 3
Die Kunst, als interesseloses, reines Anschauen der Ideen, entlastet uns zeitweise vom Druck des Daseins.
Patzig, G.: Schopenhauer. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 31140
Zitationshilfe
„entlasten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entlasten>, abgerufen am 07.04.2020.

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