entleeren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungent-lee-ren
Wortbildung mit ›entleeren‹ als Grundform: ↗Entleertheit
eWDG, 1967

Bedeutung

etw., sich völlig leeren, leer machen
a)
Beispiele:
ein Gefäß, den Briefkasten entleeren
den Magen, die Galle entleeren
den Darm entleeren (= Stuhlgang haben)
umgangssprachlich sich entleeren (= Stuhlgang haben)
Die ganze Stadt schien ihm entleert [SeghersDie Toten6,294]
b)
übertragen entleert seinvon etw. befreit, leer, hohl geworden
Beispiele:
die Begriffe waren ihres Gehalts entleert
die Einstellung zum Leben war verflacht und entleert
das Antlitz hier, unleugbar, es war dasselbe, aber gleichsam entleert, enthöhlt aller zeugenden Kräfte [St. ZweigAmok302]

Thesaurus

Synonymgruppe
ausleeren · ↗ausräumen · entleeren · leer machen · leer saugen · leeren
Synonymgruppe
(seine) Notdurft verrichten · Kot ausscheiden · ↗defäkieren · den Darm entleeren · ↗koten · stuhlen  ●  (ein) (großes) Geschäft machen  ugs., verhüllend · (ein) Ei legen  ugs., fig. · (sich) entleeren  geh. · ↗(sich) erleichtern  geh. · (sich) lösen (Hund, Katze)  geh. · Aa machen  ugs., Kindersprache · Häufchen machen  ugs. · Kaka machen  ugs., Kindersprache · abkoten  fachspr. · abstuhlen  fachspr. · abwursten  derb · einen abseilen  derb · groß machen  ugs. · ↗kacken  derb · ↗scheißen  derb · ↗versäubern (Hund, Katze)  geh. · ↗wursten  derb
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Stuhlentleerung · ↗Stuhlgang  ●  ↗Defäkation  fachspr. · ↗Egestion  fachspr. · ↗Exkretion  fachspr. · Verdauungsfinale  ugs. · großes Geschäft  ugs.
  • (die) Toilette benutzen (wollen) · (ein) dringendes Bedürfnis verspüren · ↗(mal) auf die Toilette (gehen) müssen · (mal) verschwinden müssen · (mal) wohin müssen · ↗(mal) zur Toilette (gehen) müssen · Stuhldrang haben · groß müssen  ●  (etwas) Dringendes zu erledigen haben  fig., verhüllend · (ein) menschliches Rühren verspüren  ugs., verhüllend · ↗(mal) müssen  ugs. · aufs Klo müssen  ugs.
  • auf die Toilette gehen · aufs Klo gehen  ●  (sich) frisch machen  verhüllend · scheißen gehen  derb

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von persönlichen Dingen weitgehend entleert, üben die lichtdurchfluteten Räume einen geradezu magischen Sog aus.
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2002
Die landwirtschaftlich dünn besiedelten, Gebiete, werden sich mehr und mehr entleeren.
Die Zeit, 16.07.1965, Nr. 29
Während die eine Trommel läuft, wird die andere entleert und neu gefüllt.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1943. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1943], S. 59
Man entleert sie durch einen in einen Eimer geleiteten Schlauch.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 375
Die Verhandlungen gingen einen ruhigen Gang; nach Schluß entleerte sich der Saal ebenfalls in aller Ordnung.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8854
Zitationshilfe
„entleeren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entleeren>, abgerufen am 26.08.2019.

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