entlehnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungent-leh-nen
Wortzerlegungent-lehnen2
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
geistige Werte übernehmen und verwerten
Beispiele:
ein Wort (aus) einer fremden Sprache entlehnen
der Ausdruck »Biologie« ist der griechischen Sprache entlehnt (worden)
dieser Begriff ist der Naturwissenschaft, Philosophie entlehnt
die Griechen haben in der Baukunst vieles von den Ägyptern entlehnt
diese Geschichtsbeschreibung ist einer alten Urkunde entlehnt
der Grundriss für dieses Bauwerk ist einem alten Schloss entlehnt
das ›w‹ im Deutschen ist ein entlehnter Buchstabe
2.
veraltet etw. entleihen
Beispiel:
Ich entlehnte von Richard ein paar Franken [HesseCamenzind1,277]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lehnen2 · belehnen · entlehnen · Lehnwort
lehnen2 Vb. ‘zu Lehen geben’, landschaftlich ‘leihen, verleihen’, ahd. lēhanōn ‘borgen, leihen’ (9. Jh.; vgl. analēhanōn, um 800), mhd. mnd. lēhenen, lēnen ‘als Lehen geben, belehnen, leihen, entleihen’, asächs. lēhnon ‘leihen’, mnl. lēnen, nl. lenen, aengl. lǣnan ‘leihen, gewähren, geben’, engl. (mit d aus den Präteritalformen) to lend ‘(ver)leihen’, anord. lāna ‘leihen’ sind Ableitungen von dem unter ↗Lehen (s. d.) behandelten Substantiv. Dazu die Präfixbildungen belehnen Vb. ‘als Lehen geben, in ein Lehen einsetzen’, mhd. belēhenen; entlehnen Vb. ‘fremdes Geistesgut übernehmen und verwerten, entleihen’, ahd. intlēhanōn (9. Jh.), mhd. entlēh(en)en ‘entleihen, entlehnen’. Lehnwort n. ‘aus einer fremden Sprache entlehntes, der heimischen Lautung, Betonung und Flexion angeglichenes Wort’ (Mitte 19. Jh.); zuvor entlehntes Wort (Mitte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
aus einem anderen Bereich übernehmen · entlehnen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antike Begriff Bezeichnung Comic Element Englische Gedicht Geste Kinderbuch Künstlernamen Lateinische Lied Malerei Melodie Metapher Methode Motiv Motto Mythologie Name Namen Redensart Sprache Stoff Terminologie Terminus Titel Vokabular Vorbild Wortschatz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entlehnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht ist dieser Zug, eine als zudringlich transzendent empfundene Frage so abzuwehren, dem grimmigen Gott des Alten Testaments entlehnt.
Die Zeit, 15.05.1952, Nr. 20
Woher nehmen, wenn nicht bei denen entlehnen, die mehr haben, als sie benötigen.
Völkischer Beobachter (Reichsausgabe), 02.03.1929
Der Ausdruck "Biologie" ist der griechischen Sprache entlehnt und bedeutet die "Lehre vom Leben".
Frisch, Karl von: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 10
Die griechische Kunst fügte den Formen, die sie von den Ägyptern entlehnt hatte, die Begrenzung in Raum und Zeit hinzu.
Wilson, John A.: Ägypten. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 6392
Für seine späteren Werke entlehnte Berlioz seine Texte wirklichen Dichtern.
Corbin, Solange u. a.: Frankreich. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 14381
Zitationshilfe
„entlehnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entlehnen>, abgerufen am 21.07.2019.

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