Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

entmenschen

Grammatik Verb
Worttrennung ent-men-schen
Wortzerlegung ent- Mensch1
Wortbildung  mit ›entmenschen‹ als Erstglied: Entmenschung
eWDG

Bedeutung

jmdn. alles dessen berauben, was zur Würde und sittlichen Größe des Menschen gehört, jmdn. zum Unmenschen machen
Beispiele:
Wesen ohne geistig‑sittliche Verantwortung sind keine Menschen mehr. Wer sie so haben will, der hat sie in seinem Bewußtsein schon entmenscht [ H. MannZeitalter168]
Allein auf die Dauer läßt sich der moderne Proletarier nicht gewaltsam entmenschen [ MehringDt. Geschichte174]
entmenschtverroht
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
ein entmenschter Bandit
eine entmenschte Existenz
Schreckenseinrichtungen einer entmenschten Zeit
Auch in die privaten Wohnungen von Juden drangen die entmenschten Horden ein [ Kellerm.Totentanz278]

Verwendungsbeispiele für ›entmenschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin da anderer Ansicht; ich meine, das entmenscht die Tänzer. [Die Zeit, 02.10.1995, Nr. 40]
Hat dieser Tyrann sich mit seinen Untaten nicht selbst entmenscht und außerhalb des Naturrechts gestellt? [Die Zeit, 02.06.1989, Nr. 23]
Da sind sieben Figuren auf einer in magischem Konstruktivismus funktionierenden Bühne sozusagen nur noch als zuckende Retortenwesen vorhanden, sind isoliert, entmenscht zugegen. [Süddeutsche Zeitung, 27.04.1999]
Ich fühle mich entmenscht. [Die Zeit, 25.11.1988, Nr. 48]
Zitationshilfe
„entmenschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entmenschen>.

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