entmenschen

GrammatikVerb
Worttrennungent-men-schen
Wortzerlegungent-Mensch1
Wortbildung mit ›entmenschen‹ als Erstglied: ↗Entmenschung
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn. alles dessen berauben, was zur Würde und sittlichen Größe des Menschen gehört, jmdn. zum Unmenschen machen
Beispiele:
Wesen ohne geistig-sittliche Verantwortung sind keine Menschen mehr. Wer sie so haben will, der hat sie in seinem Bewußtsein schon entmenscht [H. MannZeitalter168]
Allein auf die Dauer läßt sich der moderne Proletarier nicht gewaltsam entmenschen [MehringDt. Geschichte174]
entmenschtverroht
Grammatik: oft im Part. Prät.
Beispiele:
ein entmenschter Bandit
eine entmenschte Existenz
Schreckenseinrichtungen einer entmenschten Zeit
Auch in die privaten Wohnungen von Juden drangen die entmenschten Horden ein [Kellerm.Totentanz278]

Verwendungsbeispiele für ›entmenschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin da anderer Ansicht; ich meine, das entmenscht die Tänzer.
Die Zeit, 02.10.1995, Nr. 40
Hat dieser Tyrann sich mit seinen Untaten nicht selbst entmenscht und außerhalb des Naturrechts gestellt?
Die Zeit, 02.06.1989, Nr. 23
Da sind sieben Figuren auf einer in magischem Konstruktivismus funktionierenden Bühne sozusagen nur noch als zuckende Retortenwesen vorhanden, sind isoliert, entmenscht zugegen.
Süddeutsche Zeitung, 27.04.1999
Zitationshilfe
„entmenschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entmenschen>, abgerufen am 08.04.2020.

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