entnehmen

Grammatik Verb · entnimmt, entnahm, hat entnommen
Aussprache 
Worttrennung ent-neh-men
Grundform nehmen
Wortbildung  mit ›entnehmen‹ als Grundform: Entnahme
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. aus etw. herausnehmen
Beispiele:
er entnahm der Brieftasche einen Schein
er musste der Kasse zwanzig Euro entnehmen
die Pflanze entnimmt der Nährlösung Nährstoffe
aus der Vene wird Blut entnommen
Er fürchtete, wenn er dem Café erlaubte, Wasser aus seinem Brunnen zu entnehmen, daß er dann eines Tages selbst kein Wasser haben würde [ TravenBaumwollpflücker109]
bildlich etw. beziehen
Beispiele:
diese Mitteilung, dieses Zitat ist der Tagespresse entnommen
dieser Ausdruck ist dem Griechischen entnommen
2.
etw. aus etw. ersehen, etw. durch logische Schlussfolgerung erkennen
Beispiele:
den Ausführungen war zu entnehmen, dass es noch viele ungelöste Probleme gibt
seinem Schweigen war zu entnehmen, dass er nicht damit einverstanden war
aus der Art und Weise, wie er mir zuhörte, konnte ich entnehmen, dass er schon alles wusste
aus den Gesprächen, aus Andeutungen habe ich das alles entnommen

Thesaurus

Assoziationen
Synonymgruppe
(aus einem Text eine) Information gewinnen · (aus einem Text) ersehen · (aus einem Text) herauslesen · (einem Text) entnehmen
Synonymgruppe
(etwas) schließen (aus etwas) · entnehmen · schlussfolgern · zu dem Schluss kommen
Assoziationen
Synonymgruppe
(Tier mit Schusswaffe) töten · (ein Wildtier) schießen · abschießen · erjagen · niederstrecken · zur Strecke bringen (Jagd)  ●  abknallen  ugs., abwertend · aus dem Bestand (heraus)nehmen  fachspr., Amtsdeutsch · entnehmen  fachspr., Amtsdeutsch, Jargon · erlegen (Jagd)  geh., Hauptform
Oberbegriffe
  • auslöschen · ermorden · killen · meucheln · tot... · umbringen · ums Leben bringen  ●  (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden  fig. · (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ins Jenseits befördern  fig. · töten (absichtlich)  Hauptform · zum Schweigen bringen  fig. · zur Strecke bringen  fig. · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · abmurksen  ugs. · abservieren  ugs., salopp, fig. · ausknipsen  ugs., fig., salopp · entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs., fig. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · kaltmachen  ugs. · totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs., fig. · umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›entnehmen‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entnehmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›entnehmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und von welchem Zeitpunkt an dürfen ihm Organe entnommen werden?
Süddeutsche Zeitung, 10.10.1997
Wichtige Daten über die Gebäude entnehmen wir den Plänen der Architekten.
Der Tagesspiegel, 24.05.1997
Ich entnehme aus dem Wort »zunächst«, daß Sie auch andere noch erwähnen wollen.
o. A.: Einhundertachtzehnter Tag. Mittwoch, 1. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 19427
Daraus entnahm ich, daß die Stellen nicht übersetzt werden sollten.
o. A.: Einhundertvierter Tag. Mittwoch, 10. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 17455
Über die Ausbildung der ständischen Rechte ist der Arbeit wenig zu entnehmen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1939, S. 625
Zitationshilfe
„entnehmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entnehmen>, abgerufen am 19.01.2022.

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