entringen

GrammatikVerb · entrang, hat entrungen
Aussprache
Worttrennungent-rin-gen
Grundformringen1
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
1.
jmdm. etw. ringend wegnehmen
Beispiel:
endlich gelang es, ihm das Schriftstück zu entringen
bildlich
Beispiel:
Sie [die menschliche Natur] soll ihm [dem Teuflischen] aber entrungen werden [Wasserm.Junker Ernst25]
2.
sich entringensich ringend losmachen, befreien
Beispiel:
sie entrang sich seinen Armen
übertragen etw. entringt sich jmdm.etw. bricht nach innerem Ringen, nach innerem Kampf aus jmdm. hervor
Beispiele:
ein Seufzer entrang sich ihrer Brust
ein Schrei, Stöhnen entrang sich ihr
Niemals hatte Jirmijah geahnt, daß die Laute seines Namens ... einst mit solch inbrünstiger Hoffnung und Glaubenskraft sich unzähligen Herzen entringen werden [WerfelJeremias347]
Und wenn sich die Liebe dem Schmerz entringt, / ein Sternlein, ein neues, am Himmel erblinkt [SchubertSchöne Müllerin]

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) aus der Hand winden · ↗(jemandem) abringen · (jemandem) entringen · ↗(jemandem) entwinden
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brust Kehle Lippe Mund Schrei Seufzer Stöhnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entringen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er entringt sich einzelne Worte, einzelne Sätze, er presst sie aus dem Mund, ächzend, stöhnend, manchmal schluchzend.
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2003
So löst sie sich denn und entringt diesem langen, schmerzlichen Prozeß ihre bedeutendsten Werke.
Die Zeit, 22.06.1984, Nr. 26
Er senkte den Kopf, entrang die Hände und begann im Raum auf und ab zu schreiten.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 268
Warum er tagaus, tagein auf den anderen Fremdhof starrte, war ihm mit nichts zu entringen.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 923
Ihm jedoch wird es nicht, wie nach dem Idealismus der Emanationslehre die geschaffene Welt es tut, sich entringen.
Benjamin, Walter: Goethes Wahlverwandtschaften. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1925], S. 172
Zitationshilfe
„entringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entringen>, abgerufen am 21.10.2019.

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