entrinnen

GrammatikVerb · entrann, ist entronnen
Aussprache
Worttrennungent-rin-nen
Grundformrinnen
Wortbildung mit ›entrinnen‹ als Erstglied: ↗entrinnbar
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben
1.
einer Sache entgehen, von etw. heil davonkommen
Beispiele:
einer Gefahr, Krankheit, dem Tode, Schicksal entrinnen
Gedenkt / ... Auch der finsteren Zeit / Der ihr entronnen seid [BrechtGedichte308]
entfliehen
Beispiele:
da erkannte er, dass es kein Entrinnen (= keinen Ausweg) mehr gab
Das Kind war im Grunde froh, seiner Familie entronnen zu sein [SeghersDie Toten6,456]
2.
schnell vergehen, verrinnen
Beispiele:
die Zeit entrinnt
Langsam, zäh entrann das Leben [MundstockMann100]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

entrinnen Vb. ‘entkommen, entfliehen’, ahd. in(t)trinnan ‘fliehend entkommen, sich flüchten, abtrünnig sein’ (10. Jh.; vgl. auch ahd. zitrinnan, 9. Jh.), mhd. entrinnen ‘davonlaufen, sich entziehen’ gehört als Präfixbildung zu einem starken Verb ahd. -trinnan, mhd. trinnen ‘davongehen, sich absondern’ (s. ↗abtrünnig), von dem auch ↗trennen (s. d.) abgeleitet sein könnte.

Thesaurus

Synonymgruppe
durch die Finger schlüpfen · ↗entfleuchen · ↗entfliehen · ↗entgehen · ↗entkommen · ↗entlaufen · entrinnen · ↗entwischen  ●  durch die Lappen gehen  ugs. · durchs Netz gehen  ugs. · ↗entweichen  geh. · nicht erwischen (können)  ugs. · nicht kriegen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) leeren · ↗abfließen · ↗ablaufen · ↗absickern · ↗abströmen · ↗ausfließen · ↗auslaufen · entrinnen · ↗versickern · ↗versiegen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstieg Anonymität Armut Deportation Diktat Dilemma Einsamkeit Elend Enge Fluch Gaskammer Gefangenschaft Grauen Häscher Hölle Inferno Kreislauf Langeweile Mühe Not Sackgasse Schicksal Schuldenfalle Sog Strudel Teufelskreis Tod Verderben Verhängnis Zufall

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entrinnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gestern nun ist das Blatt noch einmal knapp dem Tode entronnen.
Die Welt, 01.11.2005
Zugleich haben sich aber die Chancen deutlich verbessert, diesem Schicksal nach nur kurzer Zeit wieder zu entrinnen.
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2000
Aber selbst so vermag die S. dem Schöpfer nicht zu entrinnen.
Klemm, P.: Schöpfung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 32359
Würde er durch sie hindurchgelangen und wieder ins Licht entrinnen können?
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 92
Mit einem einzigen Satz hatte die Wirklichkeit, der sie hatte entrinnen wollen, sie eingeholt.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 385
Zitationshilfe
„entrinnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entrinnen>, abgerufen am 24.10.2019.

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