entsaften

GrammatikVerb · entsaftete, hat entsaftet
Worttrennungent-saf-ten
GrundformSaft
Wortbildung mit ›entsaften‹ als Erstglied: ↗Entsafter
eWDG, 1967

Bedeutung

Saft aus Früchten gewinnen
Beispiele:
Johannisbeeren, Kirschen, Äpfel (mit einem Entsafter, einer Küchenmaschine) entsaften
Mohrrüben, rote Bete entsaften
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Saft · saftig · saften · entsaften · Entsafter
Saft m. ‘Flüssigkeit in Pflanzen und Früchten, daraus hergestelltes Getränk’. Das alte Neutrum ahd. saf, Genitiv saffes (9. Jh.), mhd. saf ‘Saft der Pflanzen, des menschlichen Körpers’, mnd. mnl. nl. sap, aengl. sæp, engl. sap (westgerm. *sapi-) ist außergerm. mit illyr. sabaium ‘Bier’, mehreren mit Sab- beginnenden antiken (im wesentlichen illyr.) Flußnamen Italiens und Belgiens und mit aind. sabardhúk (Name der Milchkuh) zu verbinden. Sie lassen den Ansatz einer Wurzel ie. *sab- zu. Sieht man darin eine Variante von ie. *sap- ‘schmecken, wahrnehmen’, so können auch die dieser Wurzelform folgenden Bildungen anord. safi, schwed. sav ‘Baumsaft’, lat. sapa ‘Most, Saft’, sapere ‘schmecken, Geschmack haben, riechen, weise, einsichtig sein’, armen. ham (aus *sā̌pmo-) ‘Saft, Geschmack’ sowie die unter ↗sabbern (s. d.) angeführten Formen verglichen werden. Sekundäres -t (wie in ↗Obst, ↗Werft, s. d.) tritt im 14. Jh. auf und herrscht seit dem 16. Jh.; maskulines Genus setzt sich im 16. Jh. durch. saftig Adj. ‘voller Saft’ (15. Jh.), mhd. saffec, saffic, seffic; übertragen ‘derb, zotig’ (18. Jh.). saften Vb. ‘Obst auspressen, Saft gewinnen, saftig sein oder werden’ (16. Jh.), mhd. saffen. entsaften Vb. ‘Obst den Saft entziehen’, mhd. entsaffen; Entsafter m. ‘Saftgewinnungsgerät’ (20. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Oliven werden ganz gemahlen und nur mit geringem Druck entsaftet.
Bild, 17.08.1999
Er wird unter den Röcken ein Weilchen noch schrumpfen und beim Eintritt des Todes, wie es geschrieben steht, gänzlich entsaftet sein.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 321
Er und seine Familie schneiden jetzt die Pflanzenteile, waschen sie, kochen sie aus und entsaften sie.
Süddeutsche Zeitung, 10.12.1999
Nicht länger entsaftet jede einzelne Fahrbahnkante die Bandscheiben, und doch bieten die Einstellmöglichkeiten der Federelemente ausreichendes Härtepotenzial für die Fahrt am sportlichen Limit.
Die Welt, 18.12.2004
Im Dampfentsafter lassen sich in einem Arbeitsgang etwa 4,5 kg Obst, das keiner zeitraubenden Vorbereitung bedarf, entsaften.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 244
Zitationshilfe
„entsaften“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entsaften>, abgerufen am 21.08.2019.

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