entschlüpfen

Grammatik Verb · entschlüpft, entschlüpfte, ist entschlüpft
Aussprache 
Worttrennung ent-schlüp-fen
Wortzerlegung ent-schlüpfen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. unbemerkt entkommen, entweichen
    1. [übertragen] ...
  2. 2. ⟨ein Wort entschlüpft jmdm.⟩ ein Wort entfährt jmdm.
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
unbemerkt entkommen, entweichen
Beispiele:
heimlich durch die Hintertür entschlüpfen
einen Dieb unversehens entschlüpfen lassen
So war sie nun! Wie ein Fisch; wenn er sie zu halten glaubte, entschlüpfte sie ihm glatt und geschmeidig [ PolenzBüttnerbauer1,353]
übertragen
Beispiele:
sie ließ sich [Dativ] die Gelegenheit nicht entschlüpfen (= entgehen)
O! nimm der Stunde wahr, eh' sie entschlüpft (= entrinnt) [ SchillerPiccolominiII 6]
2.
ein Wort entschlüpft jmdm.ein Wort entfährt jmdm.
Beispiele:
unbedacht entschlüpfte ihr das Wort
mir ist eine unüberlegte, beleidigende Äußerung, falsche Behauptung, unbeabsichtigte Andeutung entschlüpft
diese unpassende Bemerkung war ihr in seiner Gegenwart entschlüpft
sich [Dativ] ein Geheimnis, eine Neuigkeit entschlüpfen lassen
ihm war ein Bonmot, Witz, Seufzer entschlüpft

Typische Verbindungen zu ›entschlüpfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entschlüpfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›entschlüpfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Schuld verschlingt ihn gleichsam immer wieder, aber er weiß ihr stets zu entschlüpfen.
Die Zeit, 21.05.2003, Nr. 21
Er entschlüpfte ihr, und sie verlor ihn im dunklen Garten.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 09.03.1922
Als die Mutter entschlüpfen wollte, begann er bitterlich zu weinen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 53
Die Reitpferde des gräflichen Paares hatten sich losgerissen, waren dem Stall entschlüpft und tobten im Hofe umher.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Sie entschlüpft, scharrt Blätter und liegt auf dem Diwan, die Hände unterm Kopf.
Stramm, August: Kräfte. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1915], S. 41926
Zitationshilfe
„entschlüpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entschl%C3%BCpfen>, abgerufen am 29.11.2020.

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