entschwinden

Grammatik Verb · entschwindet, entschwand, ist entschwunden
Aussprache 
Worttrennung ent-schwin-den
Wortzerlegung ent-schwinden

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben] ...
    1. 1. schwinden
    2. 2. dahinschwinden, vergehen
eWDG

Bedeutung

gehoben
1.
schwinden
a)
aus den Augen
Beispiele:
das Auto entschwand vor meinen Augen, an der Straßenecke
sie ist meinem Blickfeld, Gesichtskreis für immer entschwunden
Martha! Martha! Du entschwandest, / Und mein Glück nahmst du mit dir [ FlotowMarthaIII 4]
Und das Schiff mit acht Segeln / Und mit fünfzig Kanonen / Wird entschwinden mit mir [ BrechtSeeräuber-Jenny]
b)
aus dem Sinn, Gedächtnis
Beispiele:
diese Tatsache ist mir ganz (aus dem Gedächtnis) entschwunden
der Name, die Adresse, Telefonnummer war mir plötzlich entschwunden
2.
dahinschwinden, vergehen
Beispiele:
die Zeit entschwindet wie im Flug
schnell entschwand das Glück
die entschwundene Kindheit
der entschwundene Lebensmut
plötzlich entschwand alle Furcht

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) zurückziehen · ↗fortgehen · ↗verschwinden  ●  ↗weggehen (Ortswechsel)  Hauptform · ↗(sich) entfernen  geh. · ↗(sich) trollen  ugs. · ↗(sich) verziehen  ugs. · (sich) vom Acker machen  ugs. · Leine ziehen  ugs., salopp · abdackeln  ugs. · ↗abdampfen  ugs. · ↗abhauen  ugs., salopp · ↗abschieben  ugs. · ↗abschwirren  ugs., salopp · ↗abtreten  fachspr. · ↗abziehen  ugs. · abzischen  ugs. · die Düse machen  ugs. · entschwinden  geh., scherzhaft · ↗gehen  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) auskommen · ↗(jemandem) weglaufen · ↗ausbüxen · ↗ausreißen · das Weite suchen · ↗durchbrennen · ↗entlaufen · laufen gehen · sich aus dem Staub machen  ●  Reißaus nehmen  veraltend · ↗stiften gehen  ugs.
  • (Ort) verlassen · die (alte) Heimat verlassen · ↗fortziehen · ↗wegziehen · ↗ziehen (nach)
  • (aus einem Raum / Gebäude) gehen · ↗(einen Raum / ein Gebäude) verlassen
  • abziehen (Gruppe, Kolonne, Trupp ...)  ●  ↗abrücken  militärisch · ↗abmarschieren  fachspr., militärisch
  • (sich) auflösen · (sich) in Luft auflösen · ↗(sich) verziehen · ↗verpuffen · ↗verrauchen
  • (jemanden) verabschieden · ↗(sich) verabschieden · Abschied nehmen · Adieu sagen · Lebewohl sagen · Tschüs sagen · auf Wiedersehen sagen  ●  ↗(sich) empfehlen  geh. · ↗scheiden  geh., veraltet
  • (sich) am falschen Ort befinden · fehlplatziert sein · nicht (irgendwohin) gehören  ●  nichts verloren haben  ugs. · nichts zu suchen haben  ugs.
  • (sich) lossagen · ↗(sich) lösen · alles hinter sich lassen · ↗fortgehen · ↗fortziehen · goodbye sagen · ↗verlassen · ↗weggehen · ↗wegziehen  ●  (einer Sache) den Rücken kehren  fig. · (seine) Zelte abbrechen  fig. · auf Wiedersehen sagen  fig. · ↗(sich) abwenden  geh.
  • Geh weg! · Geh! · Mach, dass du fortkommst!  ●  Fort mit dir!  veraltend · Geh mit Gott, aber geh!  Redensart · Wegtreten!  militärisch · Abflug!  ugs. · Abmarsch!  ugs. · Baba und foi ned.  ugs., wienerisch · Da ist die Tür!  ugs. · Fahr zur Hölle!  derb, aggressiv · Geh (doch) dahin, wo der Pfeffer wächst!  ugs. · Geh mir aus den Augen!  ugs. · Geh mir vom Acker!  ugs. · Geh sterben!  vulg. · Hau ab und komm nicht wieder!  ugs. · Hau ab!  ugs. · Hinfort mit dir!  geh., altertümelnd · Hutsch dich!  ugs., österr. · Kratz die Kurve!  ugs. · Mach 'n Abgang!  ugs. · Mach 'ne Fliege!  ugs. · Mach Meter!  ugs., österr. · Mach die Fliege!  ugs. · Mach, dass du wegkommst!  ugs. · Pack dich!  ugs. · Raus (mit dir)!  ugs. · Scher dich fort!  ugs., veraltend · Scher dich weg!  ugs., veraltend · Scher dich zum Teufel!  ugs., veraltend · Schieb ab!  ugs. · Schieß in'n Wind!  ugs. · Schleich di!  ugs., süddt. · Schleich dich!  ugs. · Schwirr ab!  ugs. · Sieh zu, dass du Land gewinnst!  ugs. · Sieh zu, dass du weiterkommst!  ugs. · Verpiss dich!  derb · Verschwinde wie der Furz im Winde!  ugs., scherzhaft · Verschwinde!  ugs. · Verzieh dich!  ugs. · Verzupf dich!  ugs., österr. · Weiche von mir!  geh., veraltet · Zieh Leine!  ugs. · Zieh ab!  ugs. · Zisch ab!  ugs.
  • (sich) auf den Weg machen · ↗(sich) aufmachen · ↗losgehen · ↗losziehen · seinen Weg antreten  ●  ↗aufbrechen  Hauptform · (sich) auf die Beine machen  ugs. · (sich) auf die Socken machen  ugs. · ↗lossocken  ugs., regional
  • (sein) Bündel schnüren  fig. · mit unbekanntem Ziel verreisen  variabel, ironisch · (das) Weite suchen  ugs. · (das) sinkende Schiff verlassen  ugs., fig. · (den) Abgang machen  ugs. · (den) Adler machen  ugs. · (den) Sittich machen  ugs. · (die) Biege machen  ugs. · (die) Flatter machen  ugs. · (die) Fliege machen  ugs. · (die) Flocke machen  ugs. · (die) Kurve kratzen  ugs. · (einen) Abgang machen  ugs. · (einen) flotten Schuh machen  ugs. · (einen) langen Schuh machen  ugs. · (sich) aus dem Staub machen  ugs. · (sich) vom Acker machen  ugs. · Leine ziehen  ugs., salopp · in die Ferne schweifen  geh.
  • (irgendwo) herausspazieren · ↗(unbehelligt) weggehen
Synonymgruppe
(sich) davonschleichen · ↗(sich) davonstehlen · ↗(sich) fortstehlen · ↗(sich) verdrücken  ●  (sich) in die Büsche schlagen  fig. · ↗(sich) verflüchtigen  scherzhaft · (sich) von der Truppe entfernen  fig. · ↗(sich) abseilen  ugs., fig. · ↗(sich) dünne machen  ugs. · ↗(sich) dünnemachen  ugs. · ↗(sich) verdünnisieren  ugs., scherzhaft · ↗(sich) verpissen  derb · entschwinden (lit.)  geh., scherzhaft, literarisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›entschwinden‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entschwinden‹.

Verwendungsbeispiele für ›entschwinden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Mütter antworteten auf die Rufe, in dem sie anfingen, nach den entschwundenen Eiern zu graben.
Die Zeit, 24.06.2008, Nr. 26
Wir zoomen das All zunehmend mit Hilfe der Technik heran - und es entschwindet dabei in immer fernere Tiefen.
Der Tagesspiegel, 05.11.2001
Sie kann nicht für sich als Ziel des Lebens erstrebt werden; da entschwindet sie sicher.
Althaus, P.: Seligkeit. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 23037
Fort rollte der Wagen und bald war die ganze Gruppe ihren Augen entschwunden.
Meysenbug, Malwida von: Der Pfad der Äbtissin. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1907], S. 3422
Je mehr das Ideal vor der harten Wirklichkeit entschwindet, mit um so glänzenderen Farben malt er es aus.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 11354
Zitationshilfe
„entschwinden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entschwinden>, abgerufen am 20.01.2021.

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