entstören

GrammatikVerb
Worttrennungent-stö-ren
Wortzerlegungent-stören
Wortbildung mit ›entstören‹ als Erstglied: ↗Entstörung  ·  mit ›entstören‹ als Letztglied: ↗funkentstören
eWDG, 1967

Bedeutung

Elektrotechnik etw. von Störungen frei machen
Beispiel:
die Leitung, einen Fernsprechanschluss entstören
etw. als Störungsquelle ausschalten
Beispiele:
Elektromotoren in Staubsaugern, die Benzinmotoren der Kraftfahrzeuge entstören
die elektrischen Geräte im Haushalt müssen entstört sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stören · entstören · verstört · zerstören · Zerstörer · Störenfried
stören Vb. ‘den ruhigen Fortgang hindern, belästigen, nicht in einen Zusammenhang hineinpassen’. Ahd. stōren ‘zerstören’ (9. Jh., irstōren, um 800), mhd. stœren ‘auseinanderstreuen, zerstreuen, verwirren, vernichten, zerstören’, asächs. testōrian ‘zerstören’, mnd. stȫren ‘(ver)hindern, unterbrechen’, mnl. stören ‘hindern, verwüsten’ (germ. *staurjan) und andererseits ablautendes nhd. stüren ‘stochern, herumwühlen’ (bis 18. Jh.), ahd. stur(i)en ‘vernichten’ (um 800), mhd. stürn ‘stochern, stacheln, antreiben’, asächs. farsturian ‘zerstören, verwirren’, mnl. steuren, nl. storen ‘berühren, hindern, verwüsten’, aengl. styrian ‘bewegen, verwirren, aufrühren’, engl. to stir ‘bewegen, anregen, aufrühren, rütteln’ (germ. *sturjan) sowie anord. styrr ‘Tumult, Kampf’, sturla ‘in Unordnung bringen, stören’ (germ. *stur-) lassen sich wie ↗Sturm (s. d.) mit s-Anlaut zu der unter ↗Quirl (s. d.) angeführten Wurzel ie. *tu̯er-, *tur-, *tu̯ṛ-, *tru- ‘drehen, quirlen, wirbeln’ stellen. Die beiden ursprünglich getrennten Verben (‘zerstreuen’ und ‘stochern’) sind in nhd. stören zusammengefallen. entstören Vb. elektrotechnisch ‘störungsfrei machen’ (20. Jh.). verstört Part.adj. ‘verwirrt, aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht, erschreckt, beunruhigt’ (17. Jh.). zerstören Vb. ‘vernichten’, ahd. zistōren, zirstōren (9. Jh.), mhd. zerstœren ‘völlig auseinanderbringen und zerstreuen, in Verwirrung bringen, zunichte machen’. Zerstörer m. ‘wer etw. vernichtet’, ahd. zistōrāri (11. Jh.), mhd. zerstœrer; ‘schnelles Kriegsschiff’ (Anfang 20. Jh.), nach voraufgehendem engl. destroyer (1882). Störenfried m. ‘Unruhestifter’, anfangs auch im Sinne von ‘Teufel’, zuerst imperativischer Satzname Störefried (16. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›entstören‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er entwickelte den Boran, ein Gerät, das Tonbandaufnahmen entstören konnte.
Süddeutsche Zeitung, 24.08.1995
Ähnliche Forderungskataloge bei Schriftstellern und bildenden Künstlern entstören nicht schon das gestörte Verhältnis der Arbeitnehmerschaft zur Kultur.
Die Zeit, 18.06.1971, Nr. 25
Sie helfen bei der Übertragung hochfrequenter Signale von Satelliten und Handys, arbeiten als Antenne in Funkuhren und entstören Fernseher und Computer-Monitore.
o. A.: Ferrite machen Furore. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]
Die Akupunkturnadeln verursachen nun ihrerseits Schmerzreize, die den Energiefluss in den Meridianen „entstören“ sollen.
Der Tagesspiegel, 25.04.2005
Hier erwies sich die Platine als nicht ausreichend entstört, was jedoch mit dem Einlöten eines 100-nF-Kondensators zwischen Plus und Masse des Encoders behoben werden konnte.
C't, 1996, Nr. 1
Zitationshilfe
„entstören“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entst%C3%B6ren>, abgerufen am 06.04.2020.

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