entwerten

Grammatik Verb · entwertet, entwertete, hat entwertet
Aussprache 
Worttrennung ent-wer-ten
Wortbildung  mit ›entwerten‹ als Erstglied: Entwerter · Entwertung
eWDG

Bedeutung

etw. wertlos machen
Beispiele:
den Fahrschein, eine Briefmarke entwerten
eine Spalte, das Feld eines Formulars durch einen Strich entwerten
Er steckte das kleine, gänzlich entwertete Heft [das Sparkassenbuch] in die Tasche [ SeghersDie Toten6,123]
etw. in seinem Wert herabsetzen
Beispiele:
durch diese Maßnahme wurden die Grundstücke entwertet
durch Lagerung entwertete Nahrungsmittel
Als das Geld entwertet war, verdiente ich es haufenweise [ H. MannZeitalter190]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wert · Wert · werten · abwerten · bewerten · entwerten · verwerten · Werturteil · gleichwertig
wert Adj. ‘Geltung, Bedeutung habend, angesehen, geschätzt, kostbar, lieb, teuer’, ahd. werd (9. Jh.), mhd. mnd. wert, asächs. werð, mnl. waert, weert, wert, nl. waard, aengl. worþ, weorþ, wurþ, engl. worth, anord. verðr, schwed. värd, got. waírþs (germ. *werþa-) gehört offensichtlich zu der unter werden (s. d.) dargestellten Dentalerweiterung ie. *u̯ert- ‘drehen, wenden’. Möglich ist unmittelbarer Anschluß an die unter -wärts (s. d.) genannten Formen sowie an lat. versus ‘gegen’, air. frith- ‘gegen’, indem wert im Sinne von ‘wohin, gegen etw. gewendet, zugewandt’ verstanden wird mit Weiterentwicklung zu ‘einen Gegenwert habend’. Vgl. die ähnliche Bedeutungsentwicklung bei lat. pretium ‘Preis, Wert’. Es ist verwandt mit aind. práti ‘zu, zu … hin, gegen, wieder, auf’, griech. protí (προτί) ‘überdies, dazu, von … her, bei, an, zu … hin, gegenüber’, aslaw. protivъ, russ. prótiv (против) ‘gegen’, so daß eine Ausgangsbedeutung ‘als Äquivalent gegenüberstehend’ ansetzbar ist. wert wird bis ins 12. Jh. nur prädikativ, danach auch attributiv gebraucht. In neuerer Zeit ist es häufig Grundwort zusammengesetzter Adjektive, vgl. ehren-, hoch-, liebwert und lesens-, sehens-, wissenswert. Wert m. ‘Preis, Geltung, Wertschätzung’, ahd. werd n. (8. Jh.), mhd. wert n. m. ‘Kaufpreis, Wert(sache), Ware, Standesehre, Geltung, Ansehen, Würdigkeit, Herrlichkeit’, Substantivierung des Adjektivs. Neutrales Genus gilt vereinzelt bis ins 16. Jh.; maskuliner Gebrauch (seit dem Mhd.) entwickelt sich wohl in Anlehnung an Kauf und Preis. werten Vb. ‘den Wert festsetzen, einschätzen’, ahd. werdōn (8. Jh.), mhd. werden ‘(wert)schätzen, für wert halten, würdigen, verherrlichen’, auch vereinzelt ‘kaufen, den Wert vergüten’. abwerten Vb. ‘im Wert herabsetzen’ (18. Jh., geläufig 20. Jh.), ‘abschätzen’ (19. Jh.). bewerten Vb. ‘den Wert festlegen, benoten, einschätzen’ (2. Hälfte 19. Jh.). entwerten Vb. ‘ungültig machen’ besonders von Geld und Geldwert (1. Hälfte 19. Jh.); vgl. ahd. intwerdōn ‘starke Abneigung empfinden, verschmähen’ (10. Jh.), mhd. (vereinzelt) entwerten ‘entgelten’. verwerten Vb. ‘(einen Wert) nützlich verwenden’ (19. Jh.). Werturteil n. ‘abgegebenes Urteil über den Wert einer Sache’ (2. Hälfte 19. Jh.). gleichwertig Adj. ‘von gleichem Wert’ (15./16. Jh., dann wieder Mitte 19. Jh.). Vgl. auch Bildungen wie minderwertig, vollwertig (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abstempeln (lassen) · entwerten · knipsen lassen · lochen lassen · unbrauchbar machen
Synonymgruppe
abwerten · entwerten · im Wert herabsetzen · im Wert mindern  ●  devaluieren  geh. · devalvieren (Währung)  fachspr. · inflationieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
abkanzeln · ausschimpfen · beleidigen · entwerten · entwürdigen · herabsetzen · herabwürdigen · niedermachen  ●  (he)runtermachen  ugs. · (he)runterputzen  ugs. · abqualifizieren  ugs. · absauen  derb · anmachen  ugs. · anmotzen  ugs. · anpampen  ugs. · anpöbeln  ugs. · diffamieren  geh. · schimpfen  ugs. · zur Sau machen  derb, fig. · zur Schnecke machen  ugs., fig. · zusammenstauchen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›entwerten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›entwerten‹.

Verwendungsbeispiele für ›entwerten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wird aber nicht die griechische Bildung an sich entwertet. [Harbsmeier, G.: Gebildete und Kirche. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 1824]
Er entwertet sie, indem er droht, sie sitzen zu lassen. [Die Zeit, 09.02.2009, Nr. 06]
Immer wieder hat die Regierung richtige Ideen durch schlechte Ausführung entwertet. [Die Zeit, 08.06.2005, Nr. 23]
Verwendet man jenes zu oft, dann entwertet es sich von selber. [Die Zeit, 15.07.1994, Nr. 29]
Sie nimmt es dabei in Kauf, ihr eigenes Argument, daß gebundene Preise stabile Preise seien, zu entwerten. [Die Zeit, 19.12.1969, Nr. 51]
Zitationshilfe
„entwerten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/entwerten>.

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